Gößweinstein

Bauherr darf in Hardt Flachdach errichten

Erneut ging es imBau- und Umweltausschuss um die Genehmigung oder Ablehnung eines Flachdachs auf einem Wohnhaus. Der Bauwerber aus dem Gößweinsteiner Ortste...
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Erneut ging es imBau- und Umweltausschuss um die Genehmigung oder Ablehnung eines Flachdachs auf einem Wohnhaus. Der Bauwerber aus dem Gößweinsteiner Ortsteil Hardt hatte schon letztes Jahr ein Wohnhaus mit Flachdach auf seinem Grundstück beantragt, was damals abgelehnt wurde. Inzwischen hatte der Gesamtgemeindeart aber entschieden, das Flachdächer auf Wohnhäusern in Baugebieten nicht mehr grundsätzlich abgelehnt werden.
Nach dem Beschlussvorschlag der Verwaltung soll nun dem Bauherrn aus Hardt das Wohnhaus mit Flachdach genehmigt werden. Dem stimmten alle Räte außer Georg Lang (CSU) zu. Lang lehnte ab, weil er die gesamte Vorgehensweise der Marktverwaltung für recht zweifelhaft hält. Der Fall sei kompliziert, da für dieses Grundstück im Außenbereich bisher kein Baurecht besteht.
Wie Lang betonte, müsse zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden, um dort überhaupt bauen zu können. Außerdem gehe es beim Baurecht nur um das zu bebauende Grundstück.
"Wem es gehört, ist für uns uninteressant", betonte Lang. Er warnte eindringlich davor, eine Baugenehmigung vom jeweiligen Grundstückseigentümer abhängig zu machen. Wäre es nach Lang gegangen, "würde das beantragte Wohnhaus schon stehen". Denn wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte man den Flächennutzungsplan längst geändert und ein Baugebiet in Hardt ausgewiesen.
So aber werde immer der Weg des geringsten Widerstands gesucht, der dann auch nicht zum Ziel führe. Außerdem befürchtete Lang, dass die Genehmigung eines Flachdachs auch Auswirkungen auf künftige Bauten dort habe. "Damit zwingen wir unter Umständen die Nachbarn, auch ein Flachdach zu bauen", so Lang.
Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) meinte, dass es schwierig sei, ein Baugebiet auszuweisen, wenn die Grundstückseigentümer nicht mitspielen. Langs Einwand mit den Auswirkungen wies Bauernschmidt mit dem Hinweis zurück, dass es in Hardt bereits viele Häuser mit Spitzdächern gebe. Konrad Schrüfer (FWG) fragte in die Runde, ob es überhaupt noch sinnvoll sei, generell einen Bebauungsplan aufzustellen: "Wir wollen, dass bei uns junge Leute bauen. Die haben aber andere Vorstellungen als wir.".
Er verwies auf das Therapiezentrum von Markus Poser, das auch ein Flachdach hat, und auf die genehmigten Wohncontainer in Behringersmühle. "Auf die Schulen hat man früher auch ein Flachdach gebaut", so Schrüfer. "Wenn die Leute das unbedingt wollen, sollten wir es zulassen."
Lang konterte. Das Therapiezentrum und die Schulen seien Sonderbauten und keine Wohnhäuser. Tanja Rost (JuF) betonte, das sie sich mit Flachdächern immer etwas schwer tue. "Weil es aber mit Holz verkleidet ist, kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden", so Rost.
Als konsequenter Verfechter eines Bebauungsplans betonte Lang noch einmal mit Nachdruck, dass zuerst das Baurecht und dann auch noch eine ordentliche Erschließung geschaffen werden müsse. Gegen die Stimme Langs wurde der einstige ablehnende Beschluss aufgehoben und dem Wohnhausbau mit Flachdach das gemeindliche Einvernehmen erteilt.
In Kohlstein hingegen wurde einstimmig der Bau eines Bungalows im Neubaugebiet abgelehnt. Denn solche Flachbauten sieht der Bebauungsplan dort nicht vor. Wie Bürgermeister Hanngörg Zimmermann zu dieser Bauvoranfrage aus Kohlstein erklärte, könne man einen Bungalow auch nicht im Zug der Erteilung einer Befreiung des gültigen Bebauungsplans genehmigen, da es die Grundzüge der Planung betreffe. "Geben wir dem statt, würde es das Landratsamt ablehnen", so Zimmermann. Außer man ändere in Kohlstein den Bebauungsplan.


Markt ist nicht zuständig

Schrüfer fragte, warum wegen der nun geschaffenen 30er- Zone durch ganz Gößweinstein alle fünf Meter ein 30er-Schild aufgestellt werden musste. Nach seiner Meinung reiche an den Ortseingängen ein Hinweisschild, dass in ganz Gößweinstein 30 Stundenkilometer gelten. Zimmermann verwies darauf dass dies nicht Sache des Markts sei, da es sich bei der Ortsdurchfahrt von Gößweinstein um eine Staatsstraße handle und somit der Freistaat dafür zuständig sei

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