Zeil am Main

Bauhandwerk besucht die Kinder

Die Zeiler Caritas-Kindertagesstätte St. Michael hatte sich für das Projekt "Baumeister gesucht" vier Jahre lang beworben - und war nun erfolgreich. Bei dem Projekt geht es darum, die kindliche Koordinationsfähigkeit zu fördern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Volle Konzentration bei Eric: Der Baumeister in spe durfte selbst den Hammer schwingen.  Foto: Christiane Reuther
Volle Konzentration bei Eric: Der Baumeister in spe durfte selbst den Hammer schwingen. Foto: Christiane Reuther
"Wer will fleißige Handwerker sehen?" klang es lautstark in der Caritas-Kindertagesstätte St. Michael in Zeil. Dieser hatte sich für das Projekt "Baumeister gesucht" vier Jahre lang beworben - und war nun erfolgreich, wie Kita-Leiterin Susanne Bös-Naumann freudig erklärte. Mit der Initiative "Baumeister gesucht - Harry Hammer und Nicki Nagel auf Tour" bringen die Verbände der Baye-rischen Bauwirtschaft das Bauhandwerk in bayerische Kitas.
Die Begeisterung bei den Kindern war groß. 20 Vorschulkinder gingen mit Feuereifer ans Sägen, Hämmern und Feilen. An Werkbank und mit Werkzeug lernten die Fünf- und Sechsjährigen, wie viel Spaß es macht, etwas mit den eigenen Händen zu bauen.
Zugleich erfuhren die Erzieherinnen, wie sie das Bauhandwerk in den Kita-Alltag integrieren können. "Die Initiative geht ins vierte Jahr und bringt das Bauhandwerk in 21 weitere Kitas", erklärt Matthias Theobald alias "Harry Hammer". Schirmherrin der Initiative ist die bayerische Familienministerin Emilia Müller. "Harry Hammer" und "Nicki Nagel", die Protagonisten der mobilen Bildungsinitiative "Baumeister gesucht", sind bayernweit unterwegs, um die Baumeister von morgen aufzuspüren.
Im Gepäck haben sie Baumeister-Pakete mit Werkbank, Werkzeug und einem Handbuch. Zudem schulen sie die Erzieherinnen und vermitteln, wie sie Kindern das Metier fach- und altersgerecht näherbringen können.
"Was kann ich mit den Kindern bauen, ohne sie zu überfordern?" oder "Welches Material ist geeignet?" Solche Fragen beantworteten "Harry Hammer" und "Nicki Nagel". Dazu gaben sie Tipps für den geschickten Einsatz von Hammer, Säge und Maurerkelle - inklusive Praxistest. Nach einer Kennenlernrunde wurden die Kleinen spielerisch und erzählerisch an das Bauhandwerken herangeführt. Sie schauten sich den Umgang mit den Werkzeugen an und bekamen den gelben Sicherheitshelm auf den Kopf. Dann durften sie selbst den Hammer schwingen, ein Stück Holz sägen und schleifen oder eine Miniatur-Steinmauer hochziehen. Eine Brotzeitpause gehörte auch dazu. Nach drei Stunden durften die Kinder ihre Baumeister-Ausrüstung entgegennehmen und erhielten als offizielle Urkunde den Gesellenpass "Ich bin ein Baumeister".
Zur Erinnerung durfte sich jeder ein Häuschen aus Holz mit einem Zaun bauen und auf einem Stadtplan positionieren. Der Paten für das Projekt in Zeil war Bernd Riedelmeier von Newo-Bau Theres-Horhausen als der Vertreter der Bayerischen Bauwirtschaft vor Ort. Er nahm sich für den Vormittag mit den Kindern Zeit. Und sogar eine Baustellenbegehung sicherte er den Kindern zu.


Kinder lernen Lösungen zu finden

Praktische Lernerfahrungen treten bei der Bildung und Erziehung zunehmend in den Hintergrund. Diesem Trend möchte die Verbandsinitiative der baye-rischen Bauwirtschaft entgegenwirken. "Handwerken fördert nachweislich das Geschick und die Konzentration, aber auch die Lösungskompetenz bei Problemen und damit Fähigkeiten, die für das ganze Leben wichtig sind", sagt Corinna Sichart alias "Nicki Nagel".
Die Freude in der Kindertagesstätte ist am Ende groß: "Wir dürfen alles behalten", freut sich Kita-Leiterin Susanne Bös-Naumann. Eine Werkbank samt Werkzeugtasche bereichert ab sofort spannende Stunden in der die Caritas-Kindertagesstätte St. Michael.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren