Bad Bocklet

Bauförderung zur Ortskernbelebung läuft bis 2021

Sigismund von Dobschütz Als erstes Gemeinschaftsprojekt hatte die 2014 gegründete kommunale Allianz Kissinger Bogen, der neben Bad Bocklet auch die Gemeinden Burkardroth, Nüdlingen und Oberthulba ange...
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Sigismund von Dobschütz Als erstes Gemeinschaftsprojekt hatte die 2014 gegründete kommunale Allianz Kissinger Bogen, der neben Bad Bocklet auch die Gemeinden Burkardroth, Nüdlingen und Oberthulba angehören, ein Förderprogramm zur baulichen Wiederbelebung ihrer Ortskerne aufgelegt. Dieses Förderprogramm zum Umbau, Ausbau oder der Sanierung leerstehender Gebäude oder sogar für einen Neubau in der Ortsmitte läuft zum Jahresende aus und soll bis 2021 mit kleinen Änderungen um weitere drei Jahre verlängert werden. Generell gilt, dass die Gemeinden solche Bauvorhaben an über 50 Jahre alten Häusern, die seit mindestens zwölf Monaten leer stehen, mit zehn Prozent der nachgewiesenen Investitionssumme bis zu einem maximalen Zuschuss von 10 000 Euro unterstützt.

"Das Förderprogramm wird in Bad Bocklet gut angenommen", berichtete Bauamtsleiterin Tatjana Büttner dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag. In den vergangenen fünf Jahren habe die Marktgemeinde bereits 64 000 Euro bewilligt. "Momentan laufen noch fünf Anträge."

Beratungsstunden erhöht

Deshalb stimmten die Gemeinderäte der Verlängerung des nun sogar verbesserten Programms einstimmig zu. Darin wird die kostenlose Beratungsleistung eines Architekten von fünf auf sieben Stunden erhöht. "Bei der Sanierung alter Gebäude ist ein höherer Beratungsaufwand notwendig", begründete Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) diese Neuerung. Außerdem ist die Begrenzung auf drei Kinder für eine Zusatzförderung aufgehoben. Künftig darf für jedes Kind im Haushalt ein zusätzlicher Fördersatz von 2,5 Prozent beantragt werden.

Diskussion ergab sich im Gemeinderat bei der Frage, ob der Mindestleerstand von zwölf Monaten wirklich zwingend ist. Für den Fall eines an einem leeren Haus interessierten Bauherrn sollten doch Ausnahmen möglich sein. Dies lehnten aber der Bürgermeister und die Mehrheit des Rats mit der Begründung ab: Dann seien "Tür und Tor für eine Antragsflut geöffnet". Denn dann brauche jeder schon vorhandene Kaufinteressent nur ein paar Wochen zu warten, um die Förderung für ein seit Auszug des Vorbesitzers leer stehendes Haus beanspruchen zu können.

Gesprächsbedarf hatten die Gemeinderäte auch bei drei Bauanträgen. In Großenbrach will Fabian Klöffel abseits seines Grundstücks im Außenbereich eine Halle für "Gerätschaften zur Brennholzgewinnung" errichten. Hierzu hatte sich bereits das Landratsamt kritisch geäußert, denn außerhalb eines qualifizierten Bebauungsplans ist bei der Zulassung von Bauvorhaben zwischen privilegierten und sonstigen Vorhaben zu unterscheiden. Privilegierte Vorhaben können unter bestimmten Voraussetzungen auch im Außenbereich zugelassen werden. Allerdings konnte der Gemeinderat keinen Grund für eine solche Privilegierung erkennen. Ablehnen wollte das Gremium die Bauvoranfrage allerdings auch nicht, weshalb die Entscheidung vertagt und der Vorgang zur Prüfung und Entscheidung ans Landratsamt weitergereicht wird.

"Interessanter Fall"

Als einen "interessanten Fall" bezeichnete Bürgermeister Sandwall etwas sarkastisch den Tekturantrag für die Teilunterkellerung eines Pferdestalls in Steinach. Zwar war der Bau eines Stalls vom Rat vor Monaten genehmigt worden, doch während des Bauens hatte sich der Bauherr für eine Teilunterkellerung entschieden und nach Rücksprache beim Landratsamt sofort ausgeführt. Die formale Zustimmung des Gemeinderats geriet deshalb zur Farce, wurde aber dennoch erteilt.

Ungewöhnlich war auch der Antrag auf Verlängerung einer Baugenehmigung von Außenställen für Milchvieh und Jungrinder sowie vier Güllegruben in Großenbrach.

"Dieser Antrag reicht ins Jahr 1997 zurück", erläuterte Bauamtsleiterin Tatjana Büttner den baurechtlichen Hintergrund. Seitdem habe der Antragsteller regelmäßig vor Fristablauf eine Verlängerung beantragt, so auch diesmal. Der Gemeinderat stimmte der nochmaligen Verlängerung um zwei Jahre zu.



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