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LKR Forchheim

Bauern wehren sich heute gegen Preisdruck

Forchheim — Samstags-Kracher, Wochenend-Knüller, Tiefpreisgarantie - der Lebensmitteleinzelhandel ist findig, wenn es darum geht, Kunden in die Filialen zu locken. Da dieser Preisk...
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Forchheim — Samstags-Kracher, Wochenend-Knüller, Tiefpreisgarantie - der Lebensmitteleinzelhandel ist findig, wenn es darum geht, Kunden in die Filialen zu locken. Da dieser Preiskampf die Bäuerinnen und Bauern zunehmend wirtschaftlich bedroht, erhebt der Berufsstand im Forchheim vor Aldi und dem E-Center in der Hafenstraße seine Stimme und protestiert laut einer Pressemitteilung des Bauernverbands mit Plakaten von 10.30 bis 11.30 Uhr vor diesen Filialen.
Anlass sind die derzeitigen Preisverhandlungen des Lebensmitteleinzelhandels mit der Fleisch- und Milchwirtschaft. "Wie wir erfahren haben, üben die Handelskonzerne wieder einen enormen Druck auf die Molkereien und Schlachtbetriebe aus - dieses Vorgehen ist für uns nicht akzeptabel", sagt Hermann Greif, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands in der Pressemitteilung weiter. Schon seit einiger Zeit seien die Schweinepreise im Keller und besonders die Ferkelerzeuger schreiben tiefrote Zahlen, dazu komme der Absturz im Milchbereich. "Diese Preise sind zum Davonlaufen und bedrohen die Existenz vieler Bauernfamilien."
Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisverhandlungen zwischen dem Handel und der Fleischwirtschaft machen die Bauern im Landkreis Forchheim deutlich, wozu die Verhandlungstaktik der Handelskonzerne führt: "Diese Schleuderpreise zerstören unsere Betriebe. Wer sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt und ständig auf regionale Produkte setzt, darf nicht so mit hochwertigen Lebensmitteln und uns Bauern umgehen. Da fehlt von sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung jede Spur", sagt Hermann Greif.
Die niedrigen Preise setzen den Erzeugern stark zu. Die Zukunft vieler bäuerlicher Familienbetriebe stehe auf dem Spiel. Vor allem die Schweinehalter haben derzeit mit Preisen zu kämpfen, die weit unterhalb der Wirtschaftlichkeit liegen. Auch der Milchpreis befindet sich auf Talfahrt.
"Die Landwirtschaft in unserer Region ist in Gefahr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Betriebe aufgeben", meint Hermann Greif. Auf der anderen Seite wünschen sich immer mehr Verbraucher Produkte aus ihrer Heimat im Kühlregal. "Wir appellieren deshalb an den Lebensmitteleinzelhandel, den Preisdruck zu beenden."
Auch Verbraucher sollten diesen Trend nicht unterstützen, sondern ein Zeichen dagegen setzen, fordert der Vertreter der Landwirte. Eine Möglichkeit dazu sei, bayerische Produkte zu bevorzugen und immer wieder nachzufragen. Man erkenne sie am staatlichen Qualitäts- und Herkunftszeichen "Geprüfte Qualität Bayern".
Zum anderen haben Verbraucher die Möglichkeit, bei Direktvermarktern oder auf Bauernmärkten in Forchheim oder Ebermannstadt einzukaufen. Anbieter sind zu finden unter http://www.einkaufen-auf-dem-bauernhof.com oder http://www.frische-ernte.com.
Unabhängig davon könne jeder noch einen anderen Beitrag leisten, um den Lebensmitteleinzelhandel von seiner Billig-Angebotsstrategie abzulenken: keine Supersonderangebote kaufen, sondern die reguläre Ware. Die extrem günstigen Supersonderangebote nutze der Handel oft als Lockmittel - einmal im Geschäft, kaufe der Kunde auch andere Waren und Produkte ein. Leider würden gerade Milchprodukte sowie Fleisch und Wurst als Lockangebote gesetzt, weil diese regelmäßig frisch von den Verbrauchern eingekauft werden. red

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