Himmelkron
viehvermarktung

Bauer braucht Unterstützung

Während die Rinder- und Schweineproduktion in Europa zurückgeht, nimmt sie in China oder in den USA deutlich zu. Das sagte Sebastian Hill, Geschäftsführer der Nordbayerischen Vermarktungsgesellschaft ...
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Während die Rinder- und Schweineproduktion in Europa zurückgeht, nimmt sie in China oder in den USA deutlich zu. Das sagte Sebastian Hill, Geschäftsführer der Nordbayerischen Vermarktungsgesellschaft Bovex bei der gemeinsamen Winterversammlung mit der Viehvermarktungsgenossenschaft Nordbayern in Himmelkron. Immerhin sei die Zahl der gehandelten Tiere im zurückliegenden Jahr um fast 13 000 auf 478 400 angestiegen.

"Wir sind gerade dabei, uns zukunftsgerichtet aufzustellen", sagte Hill. Er bezeichnete den Trend zu immer tiergerechteren Haltungsformen als eine Entwicklung, der man sich nicht verschließen könne. Die Vermarktungsgesellschaft sehe darin gute Chancen, allerdings müsse das für den einzelnen Landwirt auch mit einem gewissen Mehrwert verbunden sein.

Was das Schlachtvieh angeht, seien die Stückzahlenumsätze beim Großvieh im Vergleich zum Vorjahr um über 2500 auf rund 56 000 angestiegen. Bei den Schweinen liege man mit knapp 239 000 Tieren nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Schlachtlämmer sei dagegen von rund 18 000 auf 14 500 zurückgegangen. Deutlich zugenommen habe dagegen der Nutzviehbereich.

Im Mittelpunkt der Winterversammlung stand das Referat des Chefredakteurs des Landwirtschaftlichen Wochenblatts, Sepp Kellerer. "Die Weltbevölkerung wird weiter anwachsen, die Landwirtschaft muss diese Menschen ernähren und den Hunger beenden", sagte er. Er prognostizierte ein weiteres Wachsen des Bio-Sektors, eine Zunahme des Online-Handels mit Lebensmitteln und die noch stärkere Betonung der Regionalität als Gegentrend zur Globalisierung. "Ein Landwirt ernährt heute 140 Menschen, doch diese 140 Menschen ernähren den einen Landwirt nicht mehr", sagte der Agrarexperte.

Aufsichtsrat Günter Knorr listete auf, was den Bauern auf den Nägeln brennt. "Irgendwo muss die Gesellschaft auch gewillt sein, die Landwirtschaft zu unterstützen", sagte Knorr. shf



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