Rödental

Bauen nur für Naturfreunde

Wer plant, seinen Vorgarten zu pflastern, der sollte sich seinen Bauplatz anderswo suchen. In Rödental sind Steinwüsten als Garten künftig nicht mehr zulässig. Mit einem ersten Baugebiet wird jetzt begonnen.
Artikel drucken Artikel einbetten
+1 Bild

Wer in Rödental bauen will, wird in Zukunft strenge Vorgaben einhalten müssen, was die Gestaltung seines Vorgartens angeht. Schotterflächen oder Pflaster möchte der Stadtrat nicht mehr sehen. Erstmals geregelt werden soll das nun beim Bebauungsplan Spitzacker/Mönchsleite in Rothenhof, der bei der Sitzung am Montagabend auf den Weg gebracht wurde.

Der Vorstoß kam von Thomas Lesch (SPD). "Wir reden so viel über Naturschutz, und dann haben wir solche versiegelten Flächen in der Stadt", setzte er sich für mehr Grün in den Vorgärten ein. So etwas zu regeln, sei baurechtlich durchaus möglich, bestätigte Bauamtsleiter Günter Benning. Aber: "Ich hoffe, der Stadtrat steht dann auch hinter uns, wenn es Leute gibt, die sich beschweren."

Dass mit vielen Steinen versiegelte naturferne Gärten als "Steingärten" bezeichnet wurden, sorgte für Missverständnisse - ist doch das traditionelle Verständnis zu diesem Begriff ein mit Steinen gestalteter, aber sehr blütenreicher Garten. Der - das wurde ausdrücklich betont - auch weiterhin nicht verhindert werden soll. Mit welcher Formulierung künftig in Bebauungsplänen Steinwüsten anstelle von insektenfreundlichen Gärten verhindert werden sollen, ist noch unklar. Günter Benning gab nämlich zu bedenken: "Oft wird jetzt auch mit Rindenmulch gearbeitet, da blüht auch nichts mehr." Ob es dann die Formulierung wird, die Altbürgermeister Gerhard Preß von den Zuschauerplätzen aus Gisela Böhnel (FW) einsagte ("Gartenflächen sind zu begrünen"), wird sich zeigen.

Dass sich Thomas Lesch so für grüne Gärten einsetzte, wunderte Dr. Elmar Palauneck (CSU) schon ein wenig. Hatte Lesch doch kurz zuvor dagegen gestimmt, als Palauneck zusammen mit Ulrich Leicht (Grüne) sich für mehr Ausgleich einsetzte, wenn im Gebiet Spitzacker/Mönchsleite vorhandene Hecken teilweise der Bebauung weichen müssen.

Ausgleich nach Ermessen

Bürgermeister Marco Steiner (FW) hatte dazu erklärt, dass im Zuge des angewandten vereinfachten Verfahrens gesetzlich gar kein Ausgleich gefordert ist. Dieser werde aber zumindest teilweise trotzdem erfolgen. Im Bereich eines geplanten Regenrückhaltebeckens werden nämlich Büsche und Bäume gepflanzt.

Leicht und Palauneck wollten aber einen vollständigen Ausgleich. Insgesamt stimmten sechs Stadtratsmitglieder dafür. Es bleibt daher beim Teilausgleich.

"Was Ulrich die Büsche sind, ist mir die Barrierefreiheit", meldete sich Dr. Wolfgang Hasselkus als Seniorenbeauftragter zu Wort. Ihm sei klar, dass Bauherren nicht gezwungen werden können, so zu bauen, dass ihr Gebäude schon für den Fall gerüstet ist, dass sie einmal auf einen Rollstuhl angewiesen sein werden. Aber das Bauamt solle ihnen das grundsätzlich empfehlen. Das, so Benning, geschieht bereits. Tatsächlich stelle das Amt fest, dass immer häufiger sogar auf einer Ebene gebaut werde.

Nichts auszusetzen dürfte der Seniorenbeauftragte beim Bauvorhaben Rothinestraße haben. Dort entstehen Wohnungen auf mehreren Etagen, die aber durch einen Fahrstuhl alle barrierefrei zu erreichen sein werden.

Weitere Bebauungspläne werden für einen Solarpark bei Blumenrod und für einen Wohnmobilstellplatz zwischen Festplatz und Tennisanlagen aufgestellt.

Zuvor hatte der Stadtrat Änderungen am Flächennutzungsplan beschlossen, der grundlegend überarbeitet worden war und daher teilweise angepasst werden musste.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren