Kloster Banz
Interview

"Banz ist im Grunde meine zweite Heimat"

Kurz vor dem Konzert der Symphoniker sprach diese Zeitung mit dem Violoncellisten Achim Melzer, der seit 1993 in Bamberg spielt. Der gebürtige Sindelfinger studierte in Karlsruhe, ging danach zwei Jah...
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Violoncellist Achim Melzer im Kreise der Symphoniker  Foto: Gunther Czepera
Violoncellist Achim Melzer im Kreise der Symphoniker Foto: Gunther Czepera

Kurz vor dem Konzert der Symphoniker sprach diese Zeitung mit dem Violoncellisten Achim Melzer, der seit 1993 in Bamberg spielt. Der gebürtige Sindelfinger studierte in Karlsruhe, ging danach zwei Jahre nach New York und anschließend wieder zurück nach Deutschland.

Können Sie uns etwas über die Symphoniker aufklären und wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Achim Melzer Es sind 114 Planstellen, also Musiker, die alle Vollzeit angestellt sind. Die Anzahl der Musiker variiert natürlich je nach Konzerten, aber im Grunde sind alle voll angestellt. Wir haben keine feste Arbeitszeit, und bei uns ist keine Woche wie die andere. Jetzt hatten wir zum Beispiel Freitag und Samstag frei, weil wir davor zehn Tage unterwegs waren. Im Jahr spielen wir so 100 bis 120 Konzerte. Wir haben zum Thema Nachwuchs immer ein Probespielen, und da kommen so 200 bis 300 Bewerber für eine Stelle.

Haben Sie schon von Banz als Musikstätte gehört?

(Lacht.) Banz ist im Grunde meine zweite Heimat, denn seit fünf Jahren leite ich die Kammermusikreihe im Kaisersaal. Die Reihe habe ich von einem Kollegen übernommen und wir haben im Herbst die 30. Saison. Die sieben Konzerte der Saison starten im September und enden im Mai, wobei die einzelnen Konzerte immer in unterschiedlichen Besetzungen stattfinden. Aber natürlich habe ich auch von den Veranstaltungen auf der Wiese und dem besonderen Flair gehört, wenn Sie das meinen.

Haben Sie schon Open-Air-Konzerte gespielt?

Solche Konzerte haben wir immer wieder gespielt, wie in Brasilien, Italien oder Österreich, aber hier in Banz ist es meines Wissens das erste Mal. Das große Problem der Klassik ist, genügend Anhänger zu finden, auch dauerhaft. Hier bieten gerade solche Events eine Möglichkeit, auch den nicht typischen Konzertgänger diese Musik näherzubringen. Da kommen bestimmt viele Leute, machen Picknick und genießen die Atmosphäre, die sonst vielleicht Berührungsängste haben, in ein klassisches Konzert zu gehen. Und hoffentlich gehen viele mit einem guten Gefühl und schönen Erinnerungen nach Hause.

Bereitet man sich auf ein Open- Air-Konzert anders vor als im Konzertsaal?

Im Grunde nicht. Wir versuchen, so gut zu spielen wie immer. Man muss ehrlich sagen, dass Klassik natürlich nicht für Open Air gemacht ist, aber jeder versucht, durch seine Technik das Beste herauszuholen. Es gibt aber auch große Unterschiede bei den Konzertsälen. Wir haben erst im Februar in Paris gespielt, da gibt es einen neuen Konzertsaal, der wunderbar ist. Die Elbphilharmonie in Hamburg ist nicht ganz unumstritten. Man hört ganz transparent und detailliert, aber was mir fehlt, ist, dass es einen richtig schönen warmen Gesamtklang gibt.

Die Geräuschkulisse ist beim Open Air sicher größer als im Konzertsaal. Gibt es weitere Unterschiede?

Auf der Bühne selbst bekommen wir von Geräuschen der Zuschauer wenig mit. Man muss aber sagen, dass für den Musiker das eigene Spielerlebnis in einem Konzertsaal viel schöner ist, denn da bekommt man die Resonanz aus dem Saal zurück und hat selber ein viel besseres Klangerlebnis. Hier beim Open Air macht es ganz klar die Stimmung, die Atmosphäre aus, die es besonders macht. Das Gespräch führte Gunther Czepera.

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