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Bamberg

Bamberger Rettungsschirm greift

Mit Überbrückungs-Darlehen wollen Stadt und Landkreis kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufliche unterstützen, um Pleiten so gut es geht zu verhindern. Die Nachfrage ist bereits jetzt groß.
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Wegen Corona geschlossen: Der "Bamberger Rettungsschirm" soll helfen, wenn Unternehmer in finanzielle Schieflage geraten.  Foto: Sebastian Schanz
Wegen Corona geschlossen: Der "Bamberger Rettungsschirm" soll helfen, wenn Unternehmer in finanzielle Schieflage geraten. Foto: Sebastian Schanz

Ab sofort starten in der Stadt Bamberg und im Landkreis Überbrückungshilfen als "Bamberger Rettungsschirm" insbesondere für kleine Unternehmen, Freiberufler, Selbstständige, Künstler sowie hier ansässige Vereine. Diese sind besonders hart von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise betroffen. Bereits jetzt haben sich in Stadt und Landkreis je 50 Unternehmer gemeldet, die wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und Hilfe beantragen wollen.

"Es soll niemand in den nächsten Wochen wegen der angeordneten Schließungen und ausbleibenden Einnahmen zahlungsunfähig werden. Bis die Hilfsprogramme des Freistaates Bayern oder des Bundes greifen, schaffen wir mit unserem Rettungsschirm eine kurzfristige und unbürokratische Lösung", erklärten Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Johann Kalb (CSU) gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Bereits nächste Woche sollen die ersten Überbrückungshilfen ausgegeben werden", kündigte Starke an. Der Landrat und der Oberbürgermeister hatten Wirtschaftsvertreter zu einem Spitzengespräch geladen und konkrete Maßnahmen erörtert.

Drei Millionen Euro

Die Stadt Bamberg und der Landkreis wollen mit dem "Bamberger Rettungsschirm" insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, teilt die städtische Pressestelle mit. Damit sollen temporäre, durch die Corona-Krise verursachte Liquiditätsengpässe überbrückt und so ein wirtschaftliches Überleben der Firmen, Künstler und Vereine ermöglicht werden. Die Überbrückungshilfe in Höhe von maximal 20 000 Euro wird als zinsloses Darlehen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr gewährt.

"Ortsprägende kleine Vereine" im Landkreis sollen zudem von einer Härtefallregelung profitieren und besonders rasch unterstützt werden. Landrat Kalb betonte in diesem Zusammenhang auch, dass "die Unterstützung der Gemeinden ganz besonders herausragend" sei.

Der "Bamberger Rettungsschirm" soll ergänzend zu den Fördermitteln von Bund und Land gewährt werden. Eine besondere Situation ergebe sich im Landkreis durch eine Vielzahl und eine besondere Struktur der Vereine. Dies finde in dem Förderprogramm besonderen Niederschlag, weil die Vielfalt der Vereine den Landkreis und seine Gemeinden präge.

"Der Antrag dafür kann schnell und einfach ausgefüllt werden. Er besteht nur aus einem zweiseitigen Antragsformular, dem Nachweis über die aktuelle finanzielle Situation als auch einer Datenschutzerklärung", erklärte Stefan Goller, der verantwortliche Wirtschaftsreferent der Stadt.

Unmittelbar reagiert

"Die Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis haben mit Hochdruck in wenigen Tagen alle Unterlagen zusammengestellt und gleichzeitig Hunderte Unternehmen, Gewerbetreibende und Selbstständige über die aktuellen Anordnungen der Bayerischen Staatsregierung und der Folgen informiert", ergänzte Inge Werb, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Landkreis. Kalb hatte bei der Einbringung des Haushaltes bei der Besprechung der Fraktionsvorsitzenden große Einigkeit registriert, die 1,5 Millionen über den Landkreishaushalt durch Kreis und Gemeinden zu finanzieren. "Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die sich in bisher ungekannter Weise auf unser gesellschaftliches Leben und unsere Wirtschaft auswirkt", betonte OB Starke. Und der Landrat ergänzte; "Jetzt ist schnelle und unkomplizierte Hilfe gefragt. Bund und Land unternehmen alles, damit die Unternehmen gut durch die aktuelle Krise kommen. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen."

Die beiden Kommunalpolitiker starteten auch einen Appell an die in Bamberg ansässigen Kreditinstitute, eine möglichst schnelle und unbürokratische Unterstützung der Unternehmen zu gewährleisten. Man selbst werde Miet- und Pachtzahlungen von Unternehmen und Gewerbetreibenden in kommunalen Liegenschaften im Notfall stunden.

Die Stadt und der Landkreis schlagen auch eine Initiative "Unternehmen helfen Unternehmen" vor. So soll ein Personalaustausch organisiert werden. Branchen, die derzeit händeringend Personal suchen, wie der Lebensmitteleinzelhandel, können so Beschäftigte akquirieren die derzeit nicht eingesetzt werden, wie beispielsweise in der Gastronomie.Studentische Hilfskräfte, die Arbeit suchen, könnten etwa als Erntehelfer einspringen.

Zudem betont der Krisenstab, dass alle Investitionen, die angestoßen wurden, umgesetzt würden. "Vor allem für Handwerksbetriebe ist dies eine enorme Unterstützung und ein kleines Konjunkturprogramm", sagte Starke. Zur Unterstützung des gebeutelten Einzelhandels wolle man mit dem Stadtmarketing die Online-Handelsplattform Baloca wiederbeleben. Dort können Händler aus der Region ihre Produkte anbieten. szs/red