Bamberg

Bamberger Gesichter

Mit der Kamera entdecken Studenten der Universität Bamberg ihre Stadt neu. Jan-Frederik Wolf war auf der Suche nach besonderen Originalen.
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Jan-FrederikWolf
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Jede Region, jede Stadt hat sie und braucht sie. Ihre Originale! Visuelle Fixpunkte im täglich neu erlebten Stadtgefüge, die zu ihrem typischen Charakter beitragen und uns bewusst oder unbewusst ein Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit vermitteln. Meist werden damit bestimmte Persönlichkeiten in Verbindung gebracht, historische wie zeitgenössische. Doch wie soll man in einer so facettenreichen Stadt wie Bamberg, welche jeder auf seine persönliche Weise erlebt und in denen zugezogene Studenten und Touristen einen beachtlichen Teil der Bevölkerung ausmachen, wie soll man in einer solchen Stadt feststellen, wer für wen denn nun den originalsten Bamberger Typus darstellt?

Stumme Zeitzeugen

Diese Frage stellte sich auch Student Jan-Frederik Wolf. Seiner Meinung nach wäre es eine Möglichkeit, insbesondere für Bamberg, auch die stummen Zeitzeugen in diese Überlegung miteinzubeziehen, denn im Gegensatz zu (lebenden) menschlichen Charakterköpfen seien diese jedem bekannt, unabhängig davon, wo er herkommt und wie viel Zeit er hier verlebt hat.

"Denkt man an Bamberg, denkt man in aller Regel zunächst an seine historische Architektur und seine Braukultur. Doch war es mir ein Anliegen, den Charakter unserer Stadt nicht wie üblich anhand von Gebäuden und Plätzen zu zeigen, sondern durch einen lebendigeren Duktus, anhand von Gesichtern und Gesichtsausdrücken", berichtet Wolf. Also weshalb nicht den Skulpturenfundus der Innenstadt berücksichtigen? "Selbst Tagestouristen begegnen ihnen in jedem Fall, viele laufen an ihnen fast täglich vorbei, die Präsenz von Bambergs Skulpturen scheint omnipräsent in unserem Alltagstrott verankert. Einige von ihnen blicken bereits seit Hunderten von Jahren mit wachem Blick auf das städtische Treiben, runzeln die Stirn, gehören wie Dom und Schlenkerla zum festen Inventar der Stadt. Und so werden aus den geplanten Portraits beeindruckende Stillleben, deren unveränderbare Expressivität und die Entscheidung für das Stilmittel hochkontrastierter Farblosigkeit fast antithetisch zu dem bunten Treiben und der Wandelbarkeit der Welt um sie herum stehen." red

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