Bamberg
Festival 

Bamberg im Jazz-Fieber

Nachdem die Böhmerwiese zum musikalischen Picknick eingeladen hatte, eröffneten am Montag die Bühnen in der Innenstadt. Es gab Folk-Pop, Rock 'n' Roll, ein Kontrabass wurde bestiegen und ein auffallender Tänzer gesichtet.
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Auf der großen Maxplatzbühne spielen sich "Tierisch" in die Herzen und Ohren des Publikums, das taten auch die "Strikeballs" (unten) am Gabelmann. Foto: Valerjia Levin
Auf der großen Maxplatzbühne spielen sich "Tierisch" in die Herzen und Ohren des Publikums, das taten auch die "Strikeballs" (unten) am Gabelmann. Foto: Valerjia Levin
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Wer sagt, dass Jazz nur etwas für Kenner ist, hat sich geirrt. Und das beweist ein weiteres Mal das 11. Tucher Blues- & Jazzfestival. Wer am Montag auf den Bierbänken vor der Sparda-Bank-Bühne am Maxplatz einen freien Platz ergattert hatte, durfte "The Magic Mumble Jumble" und "Tierisch" genießen.
Farbenfroh und verrückt traten die vielen Musiker unterschiedlicher Herkunft von "The Magic Mumble Jumble" auf: Mit analogen Folk-Pop-Klängen, einem Dutzend Instrumenten und einer neuen Sicht auf Weltmusik hatten diese auch Bands wie "Bukahara" begeistert und mit diesen zusammen performt. Auch "Tierisch" waren nach ihrem Auftritt auf der Böhmerwiese wieder mit von der Partie, diesmal mit einer Solosängerin mit Powerstimme.
Auf der Pegasus-Bühne am Gabelmann gab es dann Musik von "Gproject Blues Band" und "The Strikeballs", einem Quartett aus vier jungen Italienern, die nicht nur wie Elvis Presley klangen, sondern auch verrückte Stunts hinlegten. Die Gitarre wurde hinter dem Rücken gespielt und der Kontrabass zum Sprungbrett für einen Salto. Das Publikum feierte mit, tanzte und wollte bis zum Schluss nicht gehen. Allen voran war besonders ein älterer Herr mit breitkrempigem Hut und schwarzem Outfit auffallend, der immer wieder in der vordersten Reihe aller Bühnen verrückte Swing-Performances hinlegte und zum Hingucker wurde.


Einmal im Jahr ausflippen

Klaus Stieringer, Festivalleiter und Citymanager, dazu: "Es gibt immer wieder Leute, die sieht man dann nur ein Mal im Jahr, eben während dieses Festivals. Viele kommen von außerhalb und freuen sich schon lange auf das Programm und die Auftritte. Manche schlüpfen dann in ihre Rollen und haben eben Spaß beim Tanzen!"
Jazz ist eine Musik für alle, die ein Gefühl für den Rhythmus haben und den Mut zu Experimenten. Nicht umsonst prägen unter anderem Namen wie Charles Mingus, Chet Baker und Charlie Haden diesen Musikstil. Früher war es die Musik der Armen, man verband mit dem Jazz viel Alkohol, Drogen, Sex und vor allem eine Eigenart des künstlerischen Geistes. Ray Charles schaffte das Unmögliche: Ein blinder Musiker, der Klavier spielen konnte, wie kein anderer und mit seinem Charme und der rauen Stimme Millionen Menschen begeisterte. Viele Musiker nach ihm wagten es, neue Musikrichtungen auszuprobieren und erfanden neue Stile. Siehe da! Es entstanden Rock 'n' Roll, Folk und Rock und vieles andere.
Heute sind der Vielfalt kaum Grenzen gesetzt, manchmal ist sogar das Gegenteil zu beobachten: Die Rückkehr zum Altbekannten. Viele Menschen begeistern sich für die Power und Geschmeidigkeit des Souls, andere lieben es, ihre Hüften zum Rock 'n' Roll zu schwingen. Eines ist jedoch unverändert geblieben: Wer die Musik in sein Herz schließt, wird sie immer mit sich tragen.
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