Altenkunstadt

Baiersdorf wird zur Baustelle

In dem Altenkunstadter Ortsteil werden der Mischwasserkanal saniert und eine Wasserleitung erneuert.
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In der Mainecker Straße (rechts) wird 2020 der Mischwasserkanal saniert und eine neue Wasserleitung gebaut.  Foto: Stephan Stöckel
In der Mainecker Straße (rechts) wird 2020 der Mischwasserkanal saniert und eine neue Wasserleitung gebaut. Foto: Stephan Stöckel

Im Altenkunstadter Ortsteil Baiersdorf tut sich in den nächsten Jahren einiges: 2020 werden in der Mainecker Straße der in die Jahre gekommene Mischwasserkanal saniert und eine neue Wasserleitung gebaut. 2021 soll dann die Straße selbst, die Teil der Kreisstraße LIF 18 ist, saniert werden.

Zudem sind im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung sechs Maßnahmen vorgesehen, die Baiersdorf ein neues Gesicht verleihen sollen. Mit der Dorferneuerung könnte ebenfalls 2021 begonnen werden, sollten die vom Amt genehmigten Planungen der Gemeinde bis dorthin abgeschlossen sein.

Informationen aus erster Hand

Am Dienstagabend waren die Anlieger aus der Mainecker Straße, dem Alten Kapellenweg und der Ortsstraße Am Hügel zu einer Informationsveranstaltung in den "Fränkischer Hof" eingeladen. Rund 30 Bürger nahmen das Angebot wahr. Aus erster Hand erfuhren sie alles rund um die geplanten Maßnahmen. Nach 90 Minuten verließen sie gut informiert den Veranstaltungsort.

Diplomingenieur Michael Dötzer von der Planungsgruppe Strunz aus Bamberg informierte die Öffentlichkeit über die geplanten Renovierung des Mischwasserkanals und den Neubau einer Wasserleitung in der Mainecker Straße. In seiner Präsentation zeigte er eingewachsene Wurzeln und in den Hauptkanal hineinragende Hausanschlüsse, die Abflusshindernisse darstellen. Sie verdeutlichten den Zuhörern die Notwendigkeit der Maßnahme. Der Zeitplan für die einzelnen Baumaßnahmen in der Mainecker Straße sieht laut Dötzer folgendermaßen aus: Zunächst werden im Zeitraum von April bis Juni nächsten Jahres die Hausanschlüsse des maroden Regenwasserkanals, der nicht mehr weiterbetrieben kann, an den Mischwasserkanal angeschlossen.

Grabenlose Technik

In der zweiten Jahreshälfte werden zwei Baumaßnahmen parallel durchgeführt: Im modernen, grabenlosen Schlauchlinerverfahren wird der Mischwasserkanal renoviert. "Die mit Kunstharz getränkten Gewebeschläuche werden über die Schächte in das Altrohr eingezogen. Im Kanal wird der Schlauch mit Luft oder Wasserdruck gegen die Rohrwand gepresst und ausgehärtet", erläuterte der Experte. Dank der grabenlosen Technik könne man parallel dazu die Straße aufgraben und eine neue Wasserleitung bauen. Die bestehende bleibe zunächst erhalten. "Das hat den Vorteil, dass für das Umbinden der Wasseranschlüsse auf die neue Leitung das kostbare Nass nur für ein bis zwei Stunden abgestellt werden muss."

Dötzer kündigte an, dass es während der Bauarbeiten zu einer halbseitigen Sperrung mit Ampelanlage kommen werde. Die Kosten für die gesamte Maßnahme bezifferte der Referent auf rund eine halbe Million Euro. Der Betrag fließe, ergänzte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), in die Globalberechnung für die Wasser- und Kanalgebühren mit ein, die man alle vier Jahre durchführe. Damit die Schachtdeckel zukünftig nicht mehr klappern und die Leute aus dem Schlaf reißen, werden die neuen Abdeckungen mit dämpfenden Einlagen versehen.

Aus den Reihen der Bürger kam die Anregung, Gasanschlüsse mitzuverlegen. Hümmer versicherte die Gasversorger diesbezüglich anzusprechen. Gemeinderat Edwin Jungkuntz (CSU) schlug vor, über die bestehende Biogasanlage Baiersdorf mit Wärme zu versorgen. Bürgermeister Robert Hümmer hielt den Gedanken für überlegenswert. "Allerdings brauchen wir die Garantie des Landwirtes, dass er uns die nächsten 20 Jahre auch mit Wärme versorgt."

Der Leiter des Kreisbauhofes, Heiko Tremel, teilte mit, dass im Vorfeld der Straßensanierung mit jedem Anlieger Gespräche stattfänden. "Dabei wollen wir erfahren, was wir berücksichtigen sollen", sagte er. Darauf angesprochen, dass sich der Gehweg Richtung Maineck immer mehr verenge, versicherte Tremel: "Wir wollen gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung prüfen, ob eine Mindestbreite von 1,50 Metern möglich ist." Der Einbau einer Verkehrsinsel zur Verkehrsberuhigung am Ortsteingang aus Richtung Maineck kommend, werde geprüft.

Laut Werner Bauer vom Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken sollen die Gehwege entlang der Ortsdurchfahrt ausgebaut und ein Dorfplatz mit Spielplatz geschaffen werden.

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