Oberhaid

Bahnübergang erhitzt die Gemüter

Die Pläne für eine Auflassung der "Weide" stoßen bei der Bevölkerung auf wenig Begeisterung.
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Einhellig gegen die Pläne der Deutschen Bahn sprachen sich die Bürger aus.  Foto: Horst Lange
Einhellig gegen die Pläne der Deutschen Bahn sprachen sich die Bürger aus. Foto: Horst Lange

Der Bahnübergang "Weide" in Oberhaid erhitzt derzeit die Gemüter. Nachdem Vertreter der Deutschen Bahn Netz bereits in der Mai-Sitzung des Gemeinderates über ihre Pläne, diesen Bahnübergang aufzulassen, informierten, hatten diesmal die Oberhaider Bürger in einer Bürgerversammlung im Bürgersaal Gelegenheit, ihre Meinung kundzutun.

Längst überholt

Fakt ist, dass dieser seit 1985 existierende Bahnübergang technisch längst überholt ist und nach Meinung der Bahn deshalb im Zusammenhang mit dem Projekt Elektronisches Stellwerk in Staffelbach aufgelöst werden müsse. Ziel sei es, so Projektleiter Anton Miller, Projektingenieurin Julia Ruppert, Stefan Löffler und Sven Gräfe als Vertreter der DB Netz, diesen Bahnübergang aufzulösen, dafür eine Personenunterführung für Radfahrer und Fußgänger sowie eine Umfahrung über einen Wirtschaftsweg und eine Erweiterung des Brückenbauwerks zu schaffen. Die Straße würde dafür auf sechs Meter verbreitert zuzüglich jeweils 1,5 Meter Bankette, um im Begegnungsverkehr für Lastwagen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Damit verbunden wäre ein Umweg von 2,15 Kilometer - bis zu drei Kilometer wären, so die Vertreter der Bahn, zumutbar.

Wie schon in der Gemeinderatssitzung war nun auch in der Bürgerversammlung, wie Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) noch vorsichtig ausdrückte, keine große Begeisterung erkennbar. Im Gegenteil: Der DB-Gruppe blies gewaltiger Gegenwind ins Gesicht. Vor allem die direkt betroffenen Anlieger, die beispielsweise Grundstücke diesseits und jenseits des bisherigen Bahnübergangs besitzen, wären zu einem großen Umweg gezwungen, um zu ihren Liegenschaften zu gelangen. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, das Empfinden der Anlieger, vom Restdorf abgeschnitten zu sein, und Fragen der Schulwegsicherung waren weitere emotionale Gegenargumente.

Für die Bahn wäre allerdings mit der Auflassung des Bahnübergangs das Problem der parkenden Güterzüge gelöst, die bis zu drei Stunden täglich den Bahnübergang blockierten, da Richtung Dörfleins keine ausreichenden Gleisflächen zur Verfügung ständen. Von den ursprünglichen vier Varianten, die unter anderem dem Neubau einer Straßenüberführung, einer Eisenbahnüberführung, die Anpassung des bisherigen Übergangs blieb für die Bahn aus Sicherheitsgründen und finanziellen Erwägungen nur die Alternative 1 mit Umgehung und Fußgängertunnel mit Brückenneubau übrig.

Vorschlag zur Güte

Warum denn nicht den bestehenden Bahnübergang ertüchtigen und den Fußgängertunnel trotzdem bauen, war ein Vorschlag der Bürger - die Bahn will darüber nachdenken und im Planfeststellungsverfahren Einwände nach Möglichkeit berücksichtigen.

Die Fertigstellung des Genehmigungsverfahrens ist im dritten Quartal geplant, die Entwurfsplanung im 3. Quartal 2020, der Baubeginn im 4. Quartal 2022. Die Kosten des ganzen Projektes würden sechs Millionen Euro betragen, eine Summe, die, so der Bürgermeister, aller Erfahrung nach weit überschritten würde, zumal als Kostenträger neben dem Bund, der DB Netz auch der Straßenbaulastträger, also letztlich die Gemeinde geradestehen müsste.

Wie Carsten Joneitis am Ende betonte, könnten Gemeinderat und Bürger diese Planung nicht mittragen und würden alle Möglichkeiten, eine bürgerfreundlichere Lösung zu finden, ausschöpfen.

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