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Herzogenaurach
Planungsausschuss

Bahnlinie war auch in der ersten Sitzung im neuen Saal ein sensibles Thema

bernhard Panzer Es ist ein Stichwort, das zurzeit die Gemüter erhitzt und zu Spekulationen einlädt: die Aurachtalbahn. Darum geht es in der kommenden Woche im Stadtrat gleich zweimal - wenn am Donners...
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CSU-Stadtrat Konrad Körner zeigte seine Bedenken an.  Foto: bp
CSU-Stadtrat Konrad Körner zeigte seine Bedenken an. Foto: bp

bernhard Panzer Es ist ein Stichwort, das zurzeit die Gemüter erhitzt und zu Spekulationen einlädt: die Aurachtalbahn. Darum geht es in der kommenden Woche im Stadtrat gleich zweimal - wenn am Donnerstag auch nur am Rande. Denn dann soll ein veralteter Bebauungsplan aufgehoben und der Flächennutzungsplan geändert werden. Der Planungsausschuss traf am Mittwochabend den entsprechenden Empfehlungsbeschluss.

Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) erläuterte, braucht es den Bebauungsplan Nr. 44 "Bahnlinie" nicht mehr. Der diente einst als Instrument, um die Grundstücke der Bahnlinie erwerben zu können. "Das ist passiert", sagte Hacker. Der Plan sei nicht mehr erforderlich.

Damit verbunden, soll auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Denn im Streckenabschnitt zwischen Schaeffler-Osttor und der ehemaligen Adidas-Verwaltung steht eine städtebauliche Neuordnung bevor, einmal wegen der Stadt-Umland-Bahn, zum anderen durch Erweiterungspläne von Schaeffler.

Dass die Verhinderung einer theoretisch möglichen Reaktivierung der Bahnstrecke dahinter stecke, sei Unsinn, sagte der Bürgermeister schon mehrfach und wiederholte das auch in der Sitzung. Die Trasse bleibe selbstverständlich als solche gewidmet. Verwaltungsleiter Gerhard Höfler ergänzte, dass die Darstellung im Flächennutzungsplan für eine mögliche Reaktivierung der Bahn keine Rolle spiele. Ausschlaggebend sei Fachplanungsrecht.

Außerdem, so ergänzte Planungsamtsleiterin Anja Wettstein, befinde man sich ja noch in der ersten Phase, also in der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit. Die eigentliche öffentliche Auslegung erfolge ja jetzt erst. Die Mitarbeiter der Verwaltung stellten das auch deshalb fest, um den Räten unbegründete Skepsis zu nehmen. Gerade im Zuge des aktuellen Bürgerbegehrens zum Thema Aurachtalbahn.

Dass man den Bebauungsplan nicht mehr brauche, das sah auch Konrad Körner von der CSU so. Juristisch sei er mit der Verwaltung da einer Meinung. Dennoch hielt Körner erneut den Zeitpunkt für unpraktisch. Warum müsse man gerade jetzt solch planerischen Entscheidungen treffen, fragte er wiederholt. Seiner Aussage zufolge würde das doch nur "Tür und Tor für populistisches Ausschlachten" öffnen.

Bürgermeister Hacker verwies daraufhin, ebenfalls zum wiederholten Male, auf das aktuelle Interesse der Firma Schaeffler an den ans Werksgelände angrenzenden Flächen. Schon durch den Kauf der ehemaligen Adidas-Liegenschaft habe das Unternehmen sein hohes Interesse gezeigt, dort etwas zu unternehmen. Das ehemalige Bahnhofsgelände sei hierfür ideal. Erst vor wenigen Tagen habe es im Planungsamt wieder konkrete Gespräche gegeben.

Zeitlich ungünstig sei nicht das Vorgehen der Stadt, sondern das seien "andere Dinge", sagte Hacker. Und meinte damit das Bürgerbegehren. Das sei ganz anders motiviert, da gehe es um das Bestreben bestimmter Leute, alles zu verhindern. Worauf Körner entgegnete, dass eine demokratische Willenserklärung doch nicht zum falschen Zeitpunkt kommen könne. Als er hinsichtlich der rund um den ehemaligen Bahnhof geplanten Vorhaben noch das flapsige Wort "Schuppen" nannte, handelte er sich den Tadel des Bürgermeisters ein: " Da geht es nicht um einen Schuppen, sondern um deutlich mehr, junger Freund", betonte Hacker.

Der Planungsausschuss traf den Empfehlungsbeschluss trotz der konträren Äußerungen mit großer Übereinstimmung. Auch die CSU folgte der Verwaltung geschlossen. Lediglich die beiden Grünen lehnten ab, doch das hat eigene Gründe. "Wir lehnen grundsätzlich die Südumfahrung ab", erklärte Peter Maier. Und dieses Straßenbauprojekt ist am Rande ja auch ein Thema in den Plänen.

Bereits am Dienstag trifft sich der Stadtrat zu einer Sondersitzung. Dann wird über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zur Aurachtalbahn beschlossen.

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