Hallstadt

Bahn rückt auf breiter Front auf Hallstadt vor

Nördlich von Hallstadt ist die Großbaustelle bereits deutlich sichtbar. Im Ortsbereich wird es wohl erst Anfang des kommenden Jahres richtig losgehen.
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Von der Kemmerner Wirtschaftswegbrücke aus ist die breite Schneide Richtung Bamberg auch durch die Schutzscheiben deutlich zu erkennen. Fotos: Hans Kurz
Von der Kemmerner Wirtschaftswegbrücke aus ist die breite Schneide Richtung Bamberg auch durch die Schutzscheiben deutlich zu erkennen. Fotos: Hans Kurz
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Seit Anfang des Jahres baut die Bahn in Hallstadt aus. Im Frühjahr wurden dafür zunächst die alten Oberleitungsmasten durch neue ersetzt, die während der gesamten Bauzeit den laufenden Schienenverkehr sicherstellen sollen. Doch seither geht es im Stadtgebiet entlang der Gleise recht ruhig zu. Dabei sollen die beiden neuen Gleise auf der östlichen Seite bereits April 2021 in Betrieb genommen werden. Die Vorbereitungen dafür sind jedoch bereits bis unmittelbar an die Siedlungsgrenze der Stadt gediehen. Eine breite gut 30 Meter breite Schneise zieht sich derzeit westlich der bestehenden Gleise von der neuen Brücke bei Kemmern bis zur Berliner-Ring-Brücke hin. Die Hauptbaustelle ist damit nur noch gut 400 Meter vom Bahnhof Hallstadt entfernt.

Unscheinbare Überführungen

Auf der breiten Schneise entsteht zum einen das Fundament für die zusätzlichen Gleise. Zudem werden dort auch Begleitstraßen angelegt, die künftig als Wirtschafts- und Rettungswege dienen. Vonseiten der Bahn heißt es dazu im Infoprospekt: "Der viergleisige Ausbau der Bahnanlagen benötigt eine minimale Verbreiterung - der Anbau erfolgt auf der Westseite rechts der Bahn." Sie betont dabei: "Der Flächenbedarf von Bahnstrecken liegt übrigens bei einem Drittel einer Autobahn." Nimmt man nur die Gleistrasse, mag das durchaus zutreffen.

Auf dem Terrain, das derzeit von Baumaschinen bearbeitet wird, entstehen auch zwei der vier Brückenbauwerke auf dem insgesamt fünf Kilometer langen Bauabschnitt Hallstadt - Breitengüßbach. Sie sind weniger auffällig als die neue Autobahnbrücke, an der schon gebaut wird, und die bereits fertiggestellte Wirtschaftswegbrücke bei Kemmern: Es handelt sich um die Eisenbahnüberführungen über den Gründleinsbach und den Leitenbach, die für den viergleisigen Ausbau der Trasse erneuert werden müssen. An den Widerlagern der beiden Brücken wurden die Arbeiten im Juli in Angriff genommen. Auch die Durchlässe Bösengraben und Leigraben müssen auf diesem Abschnitt an die Ausbautrasse angepasst werden.

Archäologische Untersuchungen

Bevor im kommenden Jahr laut Zeitplan der Aufbau der Gleiskörper beginnt, müssen noch die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen werden, die bereits zu Jahresbeginn begonnen haben. "Entlang der neuen Eisenbahntrasse werden bedeutende Bodendenkmäler vermutet", hieß es im Vorfeld vonseiten der Bahn. "Fünf davon, Vor- und frühgeschichtliche Siedlungen und Reste aus der römischen Kaiserzeit sind bekannt. Die Funde und Befunde, die Einblicke in das Siedlungswesen unserer Vorfahren geben, werden mit moderner Grabungstechnik erforscht und dokumentiert." Die Untersuchungen dauern voraussichtlich bis Jahresende an. Ergebnisse wurden bislang nicht präsentiert.

Wenn im Anschluss die Verbreiterung des Bahnkörpers auf der Westseite erfolgt, wird die Baustelle im kommenden Jahr auch den Ortsbereich Hallstadts innerhalb des Berliner Rings erreichen. Denn das zeitliche Ziel der Bahn ist sportlich: in - von heute an - nicht einmal zwei Jahren, genauer gesagt im April 2021, sollen die beiden neuen Gleise in Betrieb genommen werden. Die Verlegung der Gleise wird von Breitengüßbach her kommend bis zur Autobahnbrücke der A 70 erfolgen. Erst dort wird es dann - bis zum Ausbau durch Bamberg - wieder zweigleisig weitergehen.

Nach Fertigstellung der neuen Gleise, wird es in Hallstadt nahtlos weitergehen. Dann soll der künftige Mittelbahnsteig gebaut werden, der mit einer Treppe und einem Aufzug von der jetzigen Unterführung her erreichbar ist. Denn auf den inneren beiden der künftig vier Gleise fahren die einzigen Züge, die in Hallstadt halten, die des Regionalverkehrs. Güterzüge und ICE werden derweil auf den Außengleisen mit bis zu 230 km/h durchrauschen. Gleichzeitig mit dem Mittelbahnsteig soll auch die Erneuerung der beiden bestehenden Gleise auf der Ostseite in Angriff genommen werden.

Ab Oktober rückt die Baustelle vor

Die viergleisige Trasse soll schließlich im Ende 2023 in Betrieb genommen werden. Im Hallstadter Stadtrat nannte die Bahn zuletzt den 9. Oktober 2023. Auf einer Informationsveranstaltung für die Bürger, die kurz darauf im Kulturboden stattfand war aber auf einer Terminplan-Tafel sogar der 5. Dezember 2021 als Tag der Inbetriebnahme genannt - mit "Restarbeiten" bis Dezember 2022.

Für die Hallstadter ist es zunächst interessant, dass die Vorbereitungen für die Großbaustelle wohl ab Mitte Oktober den Ortsbereich erreichen. Durchgehende Arbeiten (Tag und Nacht) sind bereits für den 9. bis 12. und 16. bis 19. November angekündigt.

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