Hofheim i. UFr.

Bäume leiden an vielen Stellen

Der Hofheimer Stadtrat schaute sich im Stadtwald um. Schäden sind offenbar, die Naturverjüngung kommt voran.
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Viele Bäume zeigen Schäden  Foto: Christian Licha, gemalt von Arjen
Viele Bäume zeigen Schäden Foto: Christian Licha, gemalt von Arjen

Der Stadtrat Hofheim informierte sich bei einem Waldgang über den Zustand des Stadtwaldes. Förster Bernhard Streck und Betriebsleiter Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten führten die Stadträte zu markanten Punkten.

Im Vockengraben bei Goßmannsdorf stehen auf knapp 32 Hektar große Eichen, die bereits 110 bis 210 Jahre auf dem Buckel haben. Hier soll eine Altdurchforstung stattfinden mit einem geplanten Holzanfall von rund 500 bis 600 Festmetern. Auf der zu durchforstenden Fläche befinden sich auch über 200 Biotopbäume und circa 20 stehende und liegende Tothölzer. Hierfür wird der Freistaat im Rahmen des Vertragsnaturschutzes eine Förderung in Höhe von insgesamt 30000 Euro übernehmen. Ein Teil dieses Geldes sollte in den Wegeneu- und -ausbau investiert werden, sagte Streck.

Am Steilhang und in der Verebnung fallen durch Trockenheit und Hitze zunehmend stärkere Rotbuchen, Linden, Kiefern, Hainbuchen und Fichten aus. Folgen noch weitere Trockenjahre, sollten nur Pflanzen mit Ballen ausgebracht werden, um den Anwuchs zu gewährleisten.

Kahlstellen im Waldgebiet "Struet" in der Nähe von Rügheim, die durch Borkenkäfer und Trockenschäden entstehen, führen zu einer extremen Bodenverwilderung mit Brombeere, Hasel und Dornsträuchern. Nicht zeitnahe Wiederbestockung beziehungsweise Ergänzungspflanzungen sind dann durch notwendige Schlagpflegearbeiten sehr zeit- und kostenaufwendig, wurde mitgeteilt.

An vielen kleinen Kahlflächen stellt sich bereits die Naturverjüngung ein, die kostenlos ist und bessere Startbedingungen für die nächste Waldgeneration hat. Ziel müsse es sein, so Streck, von den Reinbeständen aus Eiche, Fichte beziehungsweise Kiefer hin zu klimatoleranten Mischbeständen mit wärmeliebenden Edellaubhölzern, Eiche und Rotbuche zu kommen.

Im Eichenbestand in der Abteilung "III 3-1 Struet" haben die Schwammspinnerraupen vor zwei Jahren Lichtfraß verursacht. Letztes Jahr wurde die Fläche bekämpft. Aber man müsse erneut mit einem starken Raupenfraß rechnen, erklärte Hahn. In Pheromonfallen, die als ein Frühwarnsystem dienen, fanden sich im Sommer über 7200 männliche Falter, wobei die Warnschwelle von 2000 deutlich überschritten wurde.

Zur Holzvermarktung informierte Birgitt Ulrich, Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge (FBG), die zusammen mit den FBG-Förstern Patrick Valtenmeier und Till Zimmermann am Waldgang teilnahm. In Bayern sei man in der glücklichen Lage, noch Holz verkaufen zu können. Auch der Transport funktioniere in den Bereichen der FBG gut. Mindestens 100 Festmeter pro Tag würden zurzeit bewegt, so dass man am Aufholen sei, berichtete Ulrich.

Um anstehende Verjüngungsprobleme in den Griff zu bringen, sei man auf die Unterstützung der Jäger angewiesen, mit denen man aber sehr gut kommunizieren und zusammenarbeiten könne, erklärte Jürgen Hahn. "Wir wollen, dass unser Wald auch in zehn Jahren noch ein Wald ist", sagte Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU). Statt Schwerpunktbejagung sei eine Jagd auf der ganzen Fläche des Stadtwaldes notwendig, um Verbissschäden gering zu halten.

Spätestens im Frühjahr will sich Borst, wie er sagte, mit allen Jagdpächtern sowie Fachleuten an einen Tisch setzen und das weitere Vorgehen besprechen.

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