Höhn bei Coburg

Bärenstarke Crew aus den Bergdörfern

Beim sehr anspruchsvollen Rennsteig-Staffellauf fühlt sich die Mannschaft des SV Bergdorf-Höhn als "Sieger der Herzen". Die Läufer belegen nach 168,9 Kilometern Rang 6 unter 225 Staffeln.
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Die erfolgreichen Läufer des SV Bergdorf-Höhn und ihre Unterstützer am Ziel in Blankenstein. Fotos: privat
Die erfolgreichen Läufer des SV Bergdorf-Höhn und ihre Unterstützer am Ziel in Blankenstein. Fotos: privat
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Die Läufer des Team Land Rover vom SV Bergdorf-Höhn erzielen beim Rennsteig-Staffellauf einen großen Erfolg. Sie belegen Rang 6 unter 225 Staffeln. 168,9 Kilometer, zehn Etappen und zehn Läufer pro Team: Das sind die Eckdaten zum Rennsteig-Staffellauf.

Deutschlands größte Staffel-Veranstaltung führte heuer erstmals in umgekehrter Richtung von Hörschel bei Eisenach nach Blankenstein. 225 Staffeln stellten sich dieser Herausforderung auf Europas längstem Höhenweg, dem Rennsteig.

Startläufer Krenz

Startläufer Andreas Krenz lief für den SV Bergdorf-Höhn auf dem 17 Kilometer langem ersten Teilstück ein beherztes Rennen. Er musste auf der zweiten Hälfte den Strapazen seines Berg-Marathons in der Vorwoche etwas Tribut zollen. Als Sechster übergab er den Zeitnahme-Chip an den zweiten Läufer, Daniel Götz. Der Bergläufer musste auf seiner 19 Kilometer langen Etappe zum Kleinen Inselsberg mehr als 450 Höhenmeter überwinden. Wie Krenz wurde Götz dabei vom Teamchef des SV Bergdorf-Höhn, Siegfried Scheiffele, auf dem Mountainbike begleitet.

Die Fahrradbegleitung ist beim Rennsteig-Staffellauf aus Sicherheitsgründen obligatorisch. Oft sind es nur schmale, mit Wurzeln bedeckte Pfade, die den Rennsteig markieren. Scheiffele war diese Wege bereits im Vorfeld mehrmals abgefahren und stand "seinen Jungs" mit Rat und Streckenkenntnis zur Seite. Daniel Götz gelang dank dieser Hilfe nicht nur die schnellste Etappenzeit, sondern er lief die Staffel vom sechsten auf den zweiten Platz nach vorne.

Geschwistergespann Pöpperl

Am Kleinen Inselsberg übernahmen dann Felix Pöpperl als Läufer und sein Bruder Maximilian Pöpperl die Verantwortung als Läufer und Radbegleiter. Felix Pöpperl, eigentlich ein Mountainbike-Spezialist, schlug sich auf seinem Laufabschnitt wacker. Er ließ sich vom hohen Tempo der Verfolger nicht beeindrucken und lief sein eigenes Rennen. Nach rund 14 Kilometern übergab er den Zeitnahme-Chip in der Wechselzone "Neue Ausspanne" auf Rang 5 an den vierten Läufer.

Lukas Schindhelm bewältigte die 13,7 Kilometer bis zum nächsten Wechsel am Grenzadler in Oberhof in einem kontrollierten Tempo und ging erst auf den letzten Kilometern ans Limit. Auf Rang 6 liegend schickte Schindhelm in Oberhof dann den fünften Höhner Läufer, Langstreckenspezialist Andreas Neuwald, ins Rennen.

Starker M50er

Mit knapp 20 Kilometern nahm dieser die längste Etappe unter die Füße. Neuwald hielt die Staffel auf Rang 6 und die starken Verfolger auf Distanz. Mit Frank Elsner übernahm am Wechsel in Allzunah ein weiterer erfahrener Läufer das Kommando. Der Berglauf-Teameuropameister von 2019 ließ nichts anbrennen und übergab weiter als Sechster in Masserberg an Jens Fleischhauer als Läufer und seinen Sohn Erik als Radbegleiter.

Der M50-Athlet Jens Fleischhauer machte dann seinem Ruf als erfahrener Rennsteigläufer alle Ehre und lief die 20 Kilometer bis Neuhaus am Rennweg in 1:26 Stunden. In Neuhaus übernahmen Rennsteig-Novize Jörg Schubert die Rolle als achter Läufer seines Teams und Radbegleiter Norbert Brehm. Seine Strecke führte bis zur Schildwiese nahe Steinbach am Wald. Mit einer seiner stärksten Laufleistungen schickte er auf Rang 7 liegend dort Tom Heumann ins Rennen.

Starker Heumann

Der Neustadter, der sich derzeit in der Form seines Lebens befindet, lief seine 18,5 Kilometer wie entfesselt. Heumann holte einen Läufer ein und baute den Vorsprung auf die dahinter liegenden Staffeln um zwei Minuten aus. Andreas Greiner hieß der Schlussläufer des SV Bergdorf-Höhn. Er hatte 17,6 Kilometer bis ins Ziel nach Blankenstein zu absolvieren. Angetrieben von Andreas Krenz und Daniel Götz, die sich die Radbegleitung auf der letzten Etappe nicht nehmen ließen, ging auch Greiner an seine Leistungsgrenze.

Er ließ sich weder von einer Überholung noch von einem Sommergewitter fünf Kilometer vor dem Zielort beeindrucken. In Blankenstein lief Greiner als Siebter ein. Seine Staffelkollegen warteten da bereits freudestrahlend hinter der Ziellinie.

Die Freude beim SV Bergdorf-Höhn/Team Land Rover war dann umso größer als sie von der Zeitstrafe des vor ihnen platzierten Teams erfuhren. Letztendlich bedeute dies also den sechsten Gesamtrang.

Die Gesamtzeit für die 168 Kilometer auf dem Rennsteig betrug 11:56:36 Stunden. "Dieser sechste Platz ist wie ein Sieg. Unsere Staffel bestand als einzige Staffeln in den Top Ten aus Läufern, die auch tatsächlich im gemeldeten Verein aktiv sind", zeigte sich SV-Höhn-Mastermind Ralf Stejskal im Anschluss sichtlich stolz.

Dass seine Mannschaft dann noch dazu aus Läufern aus Ost und West bestand, passte zum Gedanken dieser Veranstaltung. Denn auch der Rennsteig verläuft sowohl in den alten wie in den neuen Bundesländern. "Integration durch Sport leben wir beim SV Bergdorf-Höhn bereits seit mehr als 30 Jahren vor. Laufsport kann Grenzen überwinden", fügte Ralf Stejskal noch hinzu.

Mehr im Netz  https://timing.sportident.com/de/results/2018/rennsteig-staffellauf/course-a/by-category/details

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