Bischberg

Bad könnte 2021 wieder öffnen

Das Bischberger Hallenbad muss dringend generalsaniert werden. 4,5 bis 5 Millionen Euro kann die Gemeinde alleine nicht bezahlen. Nun wurden Fördertöpfe aufgetan. Wenn genaue Summen feststehen, ist der Gemeinderat gefordert.
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Zumindest eine Förderperspektive haben Bürgermeister Johann Pfister (l.) und Geschäftsleiter Michael Dütsch fürs Hallenbad. Foto: Barbara Herbst
Zumindest eine Förderperspektive haben Bürgermeister Johann Pfister (l.) und Geschäftsleiter Michael Dütsch fürs Hallenbad. Foto: Barbara Herbst

Anette SchreiBer Da kann der Bürgermeister gerne noch mal im gefliesten Becken nach unten steigen. Denn das wird nach ihm kein regulärer Besucher des Bischberger Hallenbades mehr tun. Ganz einfach deshalb, weil das Becken in Zukunft aus Edelstahl sein wird. Seit etwa zwei Jahren ist das sanierungsbedürftige Bad geschlossen. Die Sanierung wird auf Kosten zwischen viereinhalb und fünf Millionen Euro geschätzt. Eine Summe, welche die Gemeinde aus eigener Kraft nicht stemmen kann. Doch nun scheint in Sachen Fördermittel der Durchbruch geschafft. Läuft alles optimal und das entsprechende Votum des Gemeinderates vorausgesetzt, dann könnte das Bischberger Hallenbad 2021 generalsaniert sein.

Sehr beliebt

Wie Bürgermeister Johann Pfister (BI) und sein Geschäftsleiter Michael Dütsch im Gespräch mit dem Fränkischen Tag erklären, erfreue sich das Mitte der 70er-Jahre errichtete Bad allseits großer Beliebtheit. Zu etwa 40 Prozent wird es von Schulen genutzt, die restlichen 60 Prozent von der Allgemeinheit. Jährlich werden zwischen 12 000 und 15 000 Besucher gezählt. Und doch hat die Gemeinde auch jährlich bis zur Schließung vor knapp zwei Jahren jeweils etwa eine Viertelmillion Euro in das Bad investiert.

Wobei sich die Summe aus dem Defizit aus den Betriebskosten und aus Instandsetzungs- und Unterhaltsmaßnahmen zusammensetzt. "Wir haben unser Hallenbad immer in Schuss gehalten", ist Pfister stolz. Deswegen können nach der Generalsanierung etliche Dinge weiter verwendet werden, beispielsweise die Thermofolie, die hilft, die Wassertemperatur länger zu halten.

Dennoch handle es sich bei Bädern immer in gewisser Weise um Luxus, so der Geschäftsleiter. In erster Linie habe die Gemeinde ihre Pflichtaufgaben zu erledigen, stellt er klar und nannte laufende oder anstehende Großprojekte wie die Sanierung des Schuldaches, die Flurbereinigung Tütschengereuth, das Dorfgemeinschaftshaus Tütschengereuth, einen Kindergartenneubau, einen Hortneubau und die Wasserversorgung.

Dennoch sind sich Pfister und Dütsch einig, dass das Hallenbad einen nicht unbedeutenden Standortfaktor bildet.

Alternative Förderquellen

Schwierig hat sich die Suche nach Fördermitteln insofern gestaltet, als das Bad seinerzeit auf der Grundlage der sogenannten Grenzlandförderung errichtet worden war. Mit der Wiedervereinigung gibt es diese Förderart nicht mehr. Normalerweise müssen bei einer Sanierung wieder Mittel aus dem Fördertopf beantragt werden, aus denen Gelder für den Bau geflossen waren.

Bei der Suche nach alternativen Förderprogrammen sind Bürgermeister und Gemeindeverwaltung dann auf den Topf mit Finanzausgleichsmitteln (FAG) gestoßen. Doch ist hier eine Voraussetzung, dass so ein Bad von 60 Schulklassen genutzt werden muss. Um diese Marke zu erreichen, würde die Stadt Bamberg Schwimmklassen nach Bischberg schicken. Doch wie sich bei weiteren Förderrecherchen gezeigt hat, ist das Hallenbad mit 25 mal 12 Meter Beckenfläche doppelt so groß wie ein förderfähiges Lehrschwimmbecken (16,6 mal acht). Also würde die Förderung für ein "halbes" Bad entsprechend reduziert ausfallen. Deshalb hatte man gezögert.

Bis sich Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) meldete und eine Lösung aufzeigte: Über ein Bundesprogramm für Schwimmstättenförderung gäbe es wohl 1,5 Millionen Euro für Bischberg. Davon unbenommen bleiben Pfister und Dütsch zufolge FAG-Fördermittel. Auf der Basis der Entwurfsplanung, die auch die Kostenberechnung enthält, wurden in der Zwischenzeit Fördermittel beantragt. Weiß man hier Genaueres, werde der Gemeinderat die endgültige Entscheidung zu treffen haben, so Pfister. "Wir hatten bis jetzt nur den Auftrag, Fördermittel aufzutreiben."

Schwimmen elementar

Freilich ruft sein Geschäftsleiter in Erinnerung, wie wichtig für Bischberg das Hallenbad ist. Das Schwimmen zu beherrschen, sei fast so wichtig und elementar wie das Radfahren. Wobei es für eine am Main gelegene Gemeinde nochmal wichtiger sei.

In der Verwaltung werde übrigens immer nachgefragt, wann das Hallenbad wieder öffne. Es sei bekannt für seine langen Öffnungszeiten - lediglich in den Sommerferien war die Schwimmstätte für Revisionsarbeiten geschlossen und während der Woche von 15 bis 21 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet. Die VHS und die DLRG hielten hier regelmäßig Kurse ab. Und was ist eigentlich mit den Bischberger Schülern, wo findet deren Schwimmausbildung statt? "In Baunach", erklärt der Bürgermeister. Aus organisatorischen Gründen hat derzeit nur die dritte Klasse Schwimmunterricht, ergänzt Kämmerin Renate Heinz. Dafür bezahle Bischberg jedes Jahr eine mittlere vierstellige Summe.

Weitere Hallenbäder im Landkreis gibt es neben Baunach in Lichteneiche (Gemeinde Memmelsdorf) und Burgebrach.

Stelle sich der Bischberger Gemeinderat hinter das Hallenbad, könne man Weiteres in Auftrag geben, 2020 mit den Arbeiten beginnen und Ende 2021 das Hallenbad für die nächsten Jahrzehnte wieder ertüchtigt haben, lauten Pfisters Prognosen.

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