Lichtenfels

Backpfeife mit "Klingeln im Ohr": 41-Jähriger bleibt drei Monate länger in Haft

Vor einem Laden grundlos auf die Backen bekommen hat im April ein junger Lichtenfelser. Ein Aprilscherz war das nicht, eher eine Sache für den Strafrichter....
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Vor einem Laden grundlos auf die Backen bekommen hat im April ein junger Lichtenfelser. Ein Aprilscherz war das nicht, eher eine Sache für den Strafrichter. Wegen Körperverletzung hatte sich am Dienstag darum ein 41-Jähriger zu verantworten, der eigens für den Prozess aus dem Gefängnis in Kronach anzureisen hatte.
Vier Tage Schmerzen und ein "Klingeln im Ohr" habe er ob des Schlags mit der flachen Hand zu ertragen gehabt, erklärte das 20-jährige Opfer vor Richter Stephan Jäger und Staatsanwältin Sarah Röll.
Der Fall selbst musste nicht übermäßig nachgewiesen werden, denn auch der Angeklagte zeigte sich von Anfang an geständig. Allerdings entstammte sein Geständnis auch einem Erfahrungswert zu sich selbst. "Kam schon öfter vor", erklärte der in Häftlingskleidung und Fußfessel vor dem Richter sitzende Mann, dass er unter Alkoholeinfluss schon häufiger Probleme bereitet hätte. Tatsächlich waren ihm zwei Promille nachzuweisen. Zu seinen Trinkgewohnheiten befragt, gestand er ein, an manchen Tagen eine Flasche Wodka allein konsumieren zu können. Was sein Leben anbelangt, so weist es Brüche auf. Seinen Schuldenstand bezifferte der Angeklagte mit rund 60 000 Euro und seine Einträge im Bundeszentralregister überstiegen das Dutzend. "Das ist bei Ihnen nicht ohne", kommentierte Sarah Röll Vermerke wie "Räuberische Erpressung" oder "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte". Dass er Substanzen wie Crystal und Cannabis drei- bis viermal pro Monat konsumierte, gestand er auch ein. Im Gefängnis vermisse er derlei aber nicht und bleibe ohne Entzugserscheinung. Vier Monate Haft stellte ihm Sarah Röll in ihrem Plädoyer in Aussicht. "So lange Sie Ihr Alkoholproblem nicht in den Griff bekommen, stellt sich die Frage (nach Bewährung) nicht", hielt sie fest. Der Angesprochene hingegen führte für sich ins Feld, dass es "besser wäre", wenn er auf Bewährung bestraft würde. "Knast bringt ja auch nix, da hockt man auch nur drin und kommt nicht raus", sinnierte der schon zum wiederholten Male hafterfahrene Mann. Jäger verhängte drei Monate Haft ohne Bewährung. Dringlich ans Herz legte Jäger dem Verurteilten, sein Leben zu ordnen und sich Hilfe bei der Suchtberatung zu suchen. Allerdings sei die neuerliche Haft unvermeidbar. MH
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