Viereth

B 26 bald für acht Monate dicht

In Viereth wird ab April die Ortsdurchfahrt saniert. Sie wird voraussichtlich bis Ende November für den Verkehr voll gesperrt. Umleitungsstrecken gibt es nördlich und südlich des Mains.
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Die unscheinbare Viehbach-Brücke mitten im Ort muss ebenfalls dringend erneuert werden. Foto: Hans Kurz
Die unscheinbare Viehbach-Brücke mitten im Ort muss ebenfalls dringend erneuert werden. Foto: Hans Kurz

Für Viereth ist es eine lange erwartete Großbaustelle: die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Doch nicht nur die direkten Anwohner sind betroffen. Täglich passieren rund 10 000 Fahrzeuge diesen Streckenabschnitt der Bundesstraße 26, der nun ab April für voraussichtlich acht Monate voll gesperrt wird.

Schon für das Jahr 2017 hatte das Staatliche Bauamt die Deckensanierung der B 26 geplant. Doch die Gemeinde Viereth-Trunstadt wollte noch klären, ob und was bei den Gehwegen oder mit dem Radweg städtebaulich möglich ist. Die Sanierung wurde auf 2018 verschoben. Und als es beinahe so weit war, stellte sich heraus, dass die unscheinbare Viehbach-Brücke mitten im Ort komplett erneuert werden muss.

Nach zahlreichen Informations- und Gesprächsrunden mit Anwohnern und Gewerbetreibenden soll es nun - kein Scherz - am 1. April losgehen, wie Bürgermeisterin Regina Wohlpart (BG) berichtet. Aus Gründen der Arbeitssicherheit sei eine halbseitige Freigabe der Ortsdurchfahrt mit Ampelregelung nicht möglich. Eine Vollsperrung der B 26 im Ortsbereich sei daher die gesamte Bauzeit über notwendig.

Große Umwege

Auswirkungen hat das vor allem für Pendler aus dem Raum Eltmann, aber auch für Trunstadter, die zum Arbeiten oder Einkaufen ins Gewerbegebiet Trosdorf oder Bamberg-Hafen fahren. Denn die Umleitungsstrecken sind recht weiträumig.

Den meisten Autofahrern im überörtlichen Verkehr dürfte sich die Autobahn als Alternative anbieten. Offiziell als Umleitung ausgeschildert werden zwei Routen. Die eine führt vom Kreisverkehr am westlichen Ortsrand von Viereth über die Mainbrücke und Unterhaid nach Oberhaid und von dort über Appendorf nach Baunach. Der direktere Weg nach Bamberg über Hallstadt ist zwar auch möglich. Doch für die Mainbrücke zwischen Dörfleins und Hallstadt gilt seit einiger Zeit eine Tonnagebeschränkung (16 Tonnen). Zudem soll die Brücke in Kürze nur noch einspurig befahrbar sein und eine Ampel hemmt dann den Verkehrsfluss.

Schwierig wird es auf dieser Route auch, wenn im Sommer der Kreisverkehr in die Sanierung einbezogen wird. Dort ist die Sperrung für August geplant, weil dann zumindest der sonst recht rege Schulbusverkehr entfällt.

Die Südroute für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Eltmann zweigt bei Dippach von der Bundesstraße ab. Sie führt über Lembach und Priesendorf nach Trabelsdorf. Von dort geht es über Tütschengereuth nach Trosdorf zurück zur B 26.

Etwas mulmig ist allen Beteiligten bei der Vorstellung, dass während der Bauzeit die A 70 gesperrt werden muss. Denn die B 26 ist Bedarfsumleitung für die Autobahn.

Betroffen von der Straßenbaustelle sind auch Radfahrer. Bisher führt ein markierter Fahrstreifen auf der B 26 durch den Ort. In der Gemeinde wurde schon vor Jahren diskutiert, den Weg am Main - der bereits von vielen Radfahrern genutzt wird - zum Radweg auszubauen. Wegen des hohen Aufwands für einen in beide Richtungen stark frequentierten offiziellen Radweg wurde die Idee verworfen.

Künftig sollen Radfahrer die freie Wahl haben, ob sie auf der Bundesstraße (ohne eigene Markierung) oder am Main durch Viereth fahren wollen. Diese Regelung erfolge in enger Absprache mit der Polizei und dem ADFC, so Wohlpart. Auch der Radclub befürworte diese Lösung. "Wir werden die Situation aber beobachten", betont die Bürgermeisterin. Solle es sich als notwendig erweisen, werde man den Mainweg doch ausbauen.

Planung der Gemeinde

An der Straßenbaustelle werden zunächst die Versorgungsleitungen in den Gehwegen erneuert. Hinzu kommen Glasfaserleitungen, die die Gemeinde in eigener Regie verlegt. Ab Juni soll dann der Brückenbau in Angriff genommen werden. Dann folgen auch die Gehwege, die beidseitig einheitlich gepflastert werden, und, betont Wohlpart, dank der abgeschafften Straßenausbaubeiträge "die Anwohner nichts kosten". Verschönerungsarbeiten gibt es am Platz vor der Kapelle. Der soll mit Sitzgelegenheiten und einem Baum attraktiver gestaltet werden.

"Wir hoffen, dass wir bis Ende November fertig sind", sagt die Bürgermeisterin. Man könne aber nie wissen, was sich etwa im Boden an Leitungen alles befindet, schränkt sie ein. Eine Garantie kann sie also nicht geben für den Umbau der Ortsdurchfahrt, für den die Gemeinde Viereth-Trunstadt mit Ingenieur Peter Bittel vom Bamberger Büro Wolf Ingenieurgesellschaft selbst die Planungshoheit hat. Ohne den Brückenbau, der alleine vom Staatlichen Bauamt getragen wird, rechnet man mit Gesamtkosten von etwa 2,2 Millionen Euro. Rund eine Million Euro davon wird die Gemeinde aus eigener Tasche bezahlen müssen.

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