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Außen rum um Walkersbrunn

Eine Dorferneuerung hat in Walkersbrunn nur Sinn, wenn der Durchgangs- verkehr dem Ort fernbleibt. Der Staat wird die Umgehungsstraße nicht bezahlen.
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Der Stadtteil Walkersbrunn soll der nächste Ort sein, der eine Dorferneuerung erhält. Darüber waren sich die Stadträte längst einig. Die Vorteile einer Dorferneuerung wurden den Walkersbrunnern schon erläutert, selbst das Amt für ländliche Entwicklung referierte darüber.
Das Amt bezuschusst eine Dorferneuerung und der Ort würde durch die Maßnahmen aufgewertet werden. Zugleich war man sich bei den Treffen einig, dass in Walkersbrunn eine Dorferneuerung nur zielführend sei, wenn man den Durchgangsverkehr aus Walkersbrunn raushalte. Seit Jahren ist für Walkersbrunn schon eine Ortsumgehung angedacht. "Der Freistaat hat die nötigen Flächen bereits erworben. Die Straße ist als Dringlichkeit 1R eingestuft", sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).
Auch mit dem staatlichen Straßenbauamt fanden bereits Gespräche statt, die allerdings anderes signalisieren. Aufgrund der Verkehrshäufigkeit sei nicht damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren ausgebaut werde. Die Dringlichkeit einer Umgehungsstraße Walkersbrunn falle eher nach hinten oder ganz weg.
"Nun gibt es die Möglichkeit, dass die Stadt als Bauträger auftritt und es selbst durchführt", sagte Nekolla. 80 Prozent Zuschuss würde die Stadt erhalten. Die Maßnahme selbst kostet 2,3 Millionen Euro laut der Planung von 2011. Die Straße ist 1,4 Kilometer lang. Was sich der Staat für die Sanierung spare, könne gegengerechnet werden. Mit 100 000 Euro pro Kilometer rechnet der Bürgermeister. Sinnvoll sei es nun, eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen, findet Nekolla.


Erneutes Treffen

Um die Walkersbrunner aus erster Hand darüber und über die Dorferneuerung zu informieren, will sich der Bürgermeister mit den Bürgern und Vertretern des Amt für ländliche Entwicklung nochmals treffen. Die Umgehungsstraße müsste vor der Dorferneuerung in Angriff genommen werden. Matthias Striebich (Grüne), der kein Freund von Umgehungsstraßen ist, findet sie in Walkersbrunn sinnvoll, da sie auch kürzer als die normale Ortsstraße ist.
Was den Stadträten sauer aufstieß, war der Antrag der Freien Wähler, der Dorferneuerung zuzustimmen. Auch Matthias Ebenhack (CSU), selbst Walkersbrunner, wunderte sich über den Antrag. "Diesen Antrag hätte die Dorfgemeinschaft stellen sollen", findet Ebenhack. Dass es ein klares Signal an die Walkersbrunner sein sollte, rechtfertigte Werner Wolf den Antrag.
Doch darüber wunderten sich die anderen Fraktionen, da einer Dorferneuerung von allen Stadträten bereits zugestimmt wurde. Als heftiges Flügelschlagen bezeichnete Heiko Kracker (GBL) die Freie Wähler Aktion und wollte keinen Beschluss fassen, falls nicht die Dorfgemeinschaft dahinter stehe.
Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla entschied sich für eine salomonische Lösung, dass der Stadtrat einer Dorferneuerung wohlwollend gegenüberstehe, aber damit der Entscheidung der Walkersbrunner nicht vorgegriffen werden solle. Außer der FW-Fraktion stimmten dieser Lösung alle Räte zu.

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