Herzogenaurach

Ausbildung soll Zukunft sichern

Schaeffler hat in Schweinfurt fast sechs Millionen Euro investiert, um den Nachwuchs des Konzerns für die anstehenden Herausforderungen fit zu machen.
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Die Auszubildenden zum Industriemechaniker Benjamin Marek (links) und Jonas Bocklet an einer CNC-Fräsmaschine in Schweinfurt.
Die Auszubildenden zum Industriemechaniker Benjamin Marek (links) und Jonas Bocklet an einer CNC-Fräsmaschine in Schweinfurt.
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Schaeffler hat am Standort Schweinfurt sein neues Ausbildungszentrum eröffnet. In rund einjähriger Bauzeit entstand eine Bildungswelt, die Nachwuchskräfte neben den klassischen Ausbildungsinhalten auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Industrie 4.0 vorbereiten soll.

Wie der Konzern mitteilt, wurde mit einer Investition von knapp sechs Millionen Euro und einem grundlegend neuen Konzept eine Ausbildungswelt realisiert, die bisher einzigartig beim Automobil- und Industriezulieferer ist. In hellen und lichtdurchfluteten Räumen wurde demnach eine Umgebung geschaffen, die die projektorientierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Auszubildenden untereinander fördert.

Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender, nannte das neue Ausbildungszentrum am Donnerstag ein Leuchtturm-Projekt und betonte, dass das Unternehmen bereits seit mehr als 70 Jahren ausbildet: "Wenn man auf die Geschichte hier am Standort Schweinfurt blickt, dann reicht die Praxis des Ausbildens ja sogar über einhundert Jahre zurück. Das Thema Ausbildung ist von jeher eine wichtige Selbstverpflichtung, aber auch eine Herzensangelegenheit der Familiengesellschafter von Schaeffler. Für meine Mutter und mich hat Aus- und Weiterbildung in unserem Unternehmen weiterhin einen sehr hohen Stellenwert. Bildung und Ausbildung sind für ein internationales Großunternehmen, das im globalen Wettbewerb steht und sich einem intensiven technischen Wandel gegenübersieht, von besonderem Wert." Nur wenn der bestmögliche Ausbildungsstand, umfassendes Know-how und Technikkompetenz gegeben sind, könne man in diesem herausfordernden Umfeld erfolgreich wirtschaften und bestehen, so Schaeffler.

Zur Neugestaltung des Ausbildungszentrums wurden auch moderne Arbeitsplatzkonzepte umgesetzt. So hat nun nicht mehr jeder der Auszubildenden einen eigenen festen Arbeitsplatz, sondern nutzt nur die Maschinen und Werkzeuge, die für die gerade anstehenden Lern-Inhalte und -Phasen gebraucht werden. Die Maschinenkapazitäten und Betriebsmittel werden über elektronische Systeme reserviert und gebucht.

Denkwelt und Roboter

Zentraler Punkt des Ausbildungskonzepts ist die so genannte "Denkwelt" als Kommunikationszentrale und Ort für die geistige Arbeit. Dieser Bereich ist umgeben von elf Technologie-Cubes, in denen die praktische Ausbildung stattfindet. Dazu gehören auch Robotik, CNC-Technik, additive Fertigungsverfahren mit 3D-Druckern und Augmented-Reality-Anwendungen. Durch die neue Konzeption gehen so auf den rund 4000 Quadratmetern des Ausbildungszentrums Theorie und Praxis fließend ineinander über.

Corinna Schittenhelm, Arbeitsdirektorin und Vorstand Personal, zeigte sich der Mitteilung zufolge begeistert von den Voraussetzungen, die mit dem Ausbildungszentrum Schweinfurt geschaffen wurden, um die Auswirkungen der Transformation zu bewältigen: "Wir müssen die richtigen Aus- und Weiterbildungsangebote haben und unsere Mitarbeiter ermutigen, diese Angebote zu nutzen. Es ist unsere Aufgabe, die Mitarbeiter bestens auf die Zukunftschancen vorzubereiten, die der Veränderungsprozess mit sich bringt. Dieser Bildungscampus ist dafür ein herausragendes Beispiel." Künftig sollen die Einrichtungen des Ausbildungszentrums nicht nur für die Ausbildung, sondern auch zur Weiterbildung von Mitarbeitern genutzt werden.

In diesem Zusammenhang erläuterte Schittenhelm, dass die Schaeffler Academy nun auch als Bildungsträger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung vom Tüv Süd zertifiziert wurde. Schaeffler habe so auch die Möglichkeit, dass die Fort- und Weiterbildung sowie Qualifizierung von Mitarbeitern mit Fördermitteln unterstützt werden kann. Dazu habe die Schaeffler Academy ihren Schulungskatalog bereits erweitert, um Mitarbeiter in den Zukunftsthemen

E-Mobilität, Digitalisierung und Industrie 4.0 fit zu machen.

Ausbildung für eigenen Bedarf

Stefan Spindler, Vorstand Industrie, betonte, dass Schaeffler schon immer für den Eigenbedarf ausbildet und bei entsprechend guten Leistungen die Auszubildenden regelmäßig übernimmt: "Derzeit bildet der Standort Schweinfurt insgesamt rund 300 junge Leute aus. Deutschlandweit ermöglicht Schaeffler an mehr als 20 Standorten etwa 1400 Jugendlichen eine Ausbildung auf höchstem Niveau." Das Technologieunternehmen bietet die Ausbildung zu 23 gewerblich-technischen oder kaufmännischen Berufen sowie die Möglichkeit zu 12 unterschiedlichen dualen Studiengängen an.

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