Pettstadt

Aus Lebensmittelladen wird Bürgertreff

In Pettstadts Mitte tut sich was. Und auch in Sachen Nachbarschaftshilfe will die Gemeinde einiges auf die Beine stellen.
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In Reinwalds ehemaligen Lebensmittelladen wird bald wieder Leben einkehren: Das gegenüber der Pfarrkirche und somit zentral gelegene Ladenlokal hat offenbar eine Zukunft als Bürgertreff. Nach Informationen unserer Zeitung sind sich die Gemeinde und der Eigentümer über das Pachtverhältnis einig. Weiteres zur Möblierung und Nutzung wird demnächst geregelt.
Einen Überblick über den Stand der Maßnahmen zur Stadtentwicklung gaben die Projektmanagerin Annika Eckert und der Chef des Forchheimer Beratungsunternehmens Cima, Roland Wölfel, dieser Tage vor dem Gemeinderat. Demnach geht's schon bald richtig los: Für den 12. April ist eine Informationsveranstaltung vorgesehen, um das Projekt "Pettstadter für Pettstadter" aus der Taufe zu heben. Man will die Nachbarschaftshilfe vor allem mit Blick auf die vielen älteren Mitbewohner oder sozial Schwache organisieren und voranbringen. Mit Hilfe einer Befragung über das Mitteilungsblatt sollen alle Bürger für diese Idee interessiert werden.


Chance für Tourismus

Ende April startet ein studentisches Handlungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen, um ein Konzept zur Nutzung der Alleinstellungsmerkmale Fähre und Pettstadter Schmied zu erarbeiten. Zwölf Studenten werden sich die Köpfe zerbrechen, wie diese Besonderheiten zum Beispiel touristisch zu verwerten sind.
Währenddessen klärt die Cima bei der Regierung, welche Fördermöglichkeiten bestehen, um die Nahversorgung der Pettstadter wieder zu verbessern, nachdem der frühere Einzelhändler aus Altersgründen und wegen geänderter Einkaufsgewohnheiten der Kunden sein Geschäft geschlossen hat. Bürgermeister Jochen Hack (FWG) legt allerdings Wert darauf, dass nun nicht die Bemühungen eines örtlichen Pizzabäckers durchkreuzt werden, in seinem künftigen Laden auf dem Anwesen Krapp auch Brot und andere Backwaren, Wurst und Imbiss anzubieten.
Wichtig ist die baldige Einrichtung einer Lenkungsgruppe aus Gemeinderäten und Vertretern gesellschaftlicher Gruppierungen im Verhältnis 50:50. Hier werden die Weichen der Stadtentwicklung gestellt und vor allem der Verfügungsfonds verwaltet, der zunächst auf 15 000 Euro begrenzt ist. Bei richtiger Anwendung entsteht daraus ein Investitionsvolumen von jährlich 30 000 Euro. Bei privaten Sanierungsmaßnahmen würde ein Investor zum Beispiel zum eigenen Einsatz von 4000 Euro vom Staat 2400 Euro (= 60 Prozent) und von der Gemeinde
1600 Euro (= 40 Prozent) als Zuschuss erhalten. Zu dem Fördervorhaben wird noch ein informatives Faltblatt erstellt, um möglichst viele Grundbesitzer im Sanierungsgebiet zu ermuntern, für sich und für Pettstadt etwas Nützliches zu tun.
Für den 5. Mai kündigte die Projektmanagerin Eckert ein Rathausfest aus Anlass des bundesweiten "Tages der Stadtentwicklung" an. Im Rathaus, auf dem Vorplatz und eventuell schon im künftigen Bürgertreff bei Reinwald sollen die Pettstadter Gelegenheit bekommen, sich mit der Stadtentwicklung anzufreunden. Die Vorbereitungen laufen.
Mit dem Dank für die gute Zusammenarbeit brachte Bürgermeister Hack seine Freude über die bereits erzielten Fortschritte zum Ausdruck.


Kein Schampus mehr?

Pettstadt Schampus, Lachsschnittchen und eloquentes Entertainment? Nichts dergleichen gibt es bei künftigen Neubürger-Empfängen durch die Gemeinde Pettstadt. Zuzügler der letzten zwölf Monate sollen aber künftig bei der Anmeldung im Rathaus nicht mehr nur mit der obligatorischen Informationsmappe ausgestattet werden, sondern auch eine Einladung zu einem Treffen mit Bürgermeister und Gemeinderäten erhalten. Wer dem folgt, erhält - wahrscheinlich beim Rosenfest oder auch beim Straßenfest - neben der freundlichen Begrüßung noch einen Verzehrgutschein für Speis und Trank.


Schöner Nebeneffekt

Einstimmig folgte der Gemeinderat damit einem Antrag der zweiköpfigen SPD-Fraktion. Ursprüngliche Skepsis wegen der zusätzlichen Belastung der Gemeindeverwaltung und neuer Kosten wichen der Erkenntnis, dass sich die Gemeinde anlässlich eines solchen offiziellen Termins bei einem der großen Feste gegenüber den zahlreichen Gästen aus nah und fern präsentieren kann. Das wäre denn doch ein schöner Nebeneffekt, wenn sich auf diese Weise neue Siedler oder Gewerbetreibende für den Standort Pettstadt erwärmen würden.
Nun muss nur noch mit der Gärtnerei Reichert beziehungsweise den Pettstadter Ortsvereinen gesprochen werden, wo und zu welchen Konditionen sich die Gemeinde mit dem Neubürgerempfang anschließen kann. Bürgermeister Jochen Hack bevorzugt das Rosenfest, weil dabei seitens der Gemeinderäte nicht so viele Kräfte als Helfer gebunden sind. Und schöner als durch die Blume kann man einen Willkommensgruß ja auch nicht entbieten.
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