Forchheim

Aus Forchheimer Briefen

Forchheim — In den ersten Wochen des Weltkrieges war es üblich, dass auch Briefe von Soldaten aus den Schlachtfeldern in ihren Heimatzeitungen veröffentlicht wurden. Zwei Beispiele...
Artikel drucken Artikel einbetten
Forchheim — In den ersten Wochen des Weltkrieges war es üblich, dass auch Briefe von Soldaten aus den Schlachtfeldern in ihren Heimatzeitungen veröffentlicht wurden. Zwei Beispiele hat der Forchheimer Stadtarchivar Rainer Kestler im Forchheimer Tagblatt vor 100 Jahren gefunden. Die teilweise drastischen Schilderungen des Kriegsgeschehens waren den Verantwortlichen des Generalstabes in Berlin schnell ein Dorn im Auge, sodass sie am Ende des Monats August die Veröffentlichung von Feldpostbriefen untersagten.

29. August

Liebe Eltern!
Es ist eine andere Zeit als in Friedenszeiten und es ist kein Manöver. Wir waren am 11. August bei Lagarde in Frankreich im 1. Gefecht und ritten auch gleich Attacke auf Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre, wo wir Sieger blieben, aber schwere Verluste davontrugen. Bei meiner Schwadron blieben 79 Mann, auch ein Forchheimer war dabei, er wurde neben mir erschossen und lag ohne Kopf da. Wir machten 1200 Gefangene. Meine Schwadron ist aufgelöst.
Es grüßt Euch alle
Euer Hans. (Forchheim)

Liebe Eltern!
Bin vor ein paar Tagen in einer furchtbaren Schlacht gewesen. Wir hatten ein 7 Stunden langes Granatfeuer zu überstehen. Unsere Kompanie besteht nur noch zu einem kleinen Teil. Es lagen überall zerfetzte Kameraden herum, ein furchtbarer Anblick. Hoffentlich komme ich gesund und lebend aus diesem Krieg heraus.
Es grüßt Euch herzlich,
Euer Franz (Forchheim)

31. August

Der große Generalstab in Berlin hat die Weisung ergehen lassen, dass keine Feldpostbriefe mehr veröffentlicht werden dürfen. (Generalstab in Berlin, Forchheim)


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren