Coburg
historisches cafe

Aus der Geschichte lernen?

Das aktuelle Historische Café am Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr, in der Stadtbücherei Coburg steht unter dem Thema "Erinnern und Vergessen" und stellt sich der Frage: Kann man aus der Geschichte lernen? We...
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Das aktuelle Historische Café am Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr, in der Stadtbücherei Coburg steht unter dem Thema "Erinnern und Vergessen" und stellt sich der Frage: Kann man aus der Geschichte lernen? Welche Rolle kommt hier den Kategorien Erinnern, Vergessen, Gedenken und dem kollektiven Gedächtnis zu? Trifft die Aussage des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 zu, wonach, wer sich "nicht der Unmenschlichkeit erinnern will", wieder "anfällig für neue Ansteckungsgefahren" werde? Wird Erinnern damit zu einem ethischen Imperativ, dem man sich niemals entziehen darf?

Jan Philipp Reemtsma, Leiter des Hamburger Instituts für Sozialgeschichte, stellt nüchtern fest: "Erinnern und Vergessen sind menschliche Eigenschaften, die weder gut noch schlecht sind, sondern beide dazu gehören, das Leben zu bewältigen." Kann dies auch für die Erinnerung an die Verbrechen während des Nationalsozialismus gelten? Oder muss hier, wie der Altphilologe Christian Meier meint, die "Unabweisbarkeit des Erinnerns" gelten?

Und wie könnte man erreichen, dass dies in den nächsten Generationen nicht der allgemeinen Historisierung unterworfen ist? Was bedeutet es für das Erinnern, dass es immer weniger unmittelbare Zeitzeugen gibt, die Nationalsozialismus und Holocaust erlebt haben? Welche Rolle wird dabei die Tatsache spielen, dass wir in einer Migrationsgesellschaft leben? Kann es Erinnern ohne Vergessen geben? Ist vielleicht Erinnern nur möglich, weil es auch Vergessen gibt?

Referate und Diskussion

Auf der Basis der Forschungen von Aleida Assmann, Christian Meier und anderen wird diesen Fragen um die unterschiedlichen Formen des Erinnerns und Vergessens in drei Impulsreferaten von René Del Fabbro, Edmund Frey und Alexander Wolz nachgegangen, an die sich eine hoffentlich sehr lebhafte Diskussion unter der Moderation von Brigitte Maisch anschließt. Harald Demetz beteiligt sich mit Musik und Texten. Der Eintritt ist frei. red

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