Aisch

Aus Dank Grotte für die Jungfrau

Auf dem Aischer Friedhof entsteht eine kleine Mariengrotte.
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Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler, Bürgermeister Karsten Fischkal und Theo Galster (Mitte). Er erklärt ihnen gerade, wie es weitergeht mit der Mariengrotte. Foto: Johanna Blum
Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler, Bürgermeister Karsten Fischkal und Theo Galster (Mitte). Er erklärt ihnen gerade, wie es weitergeht mit der Mariengrotte. Foto: Johanna Blum

Seit Juli arbeitet der 79-jährige Theo Galster fast täglich sieben Stunden an einer neuen Mariengrotte im Aischer Friedhof. "Das macht schon ganz schön viel Arbeit", erklärt der rüstige Baumeister, lässt sich beim Arbeiten aber kaum stören. Es ist die dritte Grotte, die Theo Galster nun schon baut.

Nach der Mariengrotte im Friedhof 2005 hatte er im letzten Jahr für den "Drei Kronen"-Wirt Waldemar Schmitt eine Grotte im Hotelgarten errichtet.

Diesmal ist es eine Fátima-Grotte, die ein Aischer aus Dankbarkeit im Friedhof errichten lässt. Der Spender, der nicht genannt werden möchte, sei einst sehr krank gewesen und die Ärzte hätten ihn schon aufgegeben. Aber seine Mutter habe immer an Heilung geglaubt und ihm in dieser schweren Zeit stets zur Seite gestanden.

"Die Grotte ist auch ein Zeichen des Dankes an seine Mutter", erklärt Galster. Die Grotte hat er wieder selbst geplant. Die Steine kommen wie immer aus der Fränkischen Schweiz.

"Die Bauern sind froh, wenn sie die Jurafelsen loshaben, die sie aus den Äckern sammeln", verrät der Grottenbauer und schmunzelt. Es sind ungefähr acht, neun Tonnen und die Gemeinde hat sich um den Transport gekümmert.

Sieben Stunden maximal arbeitet er am Tag und in dieser Zeit bewegt er etwa 20 Steine. Ab und zu helfen ihm einige Aischer Rentner, "aber Leute, die nur im Weg stehen, kann ich nicht gebrauchen. Das Meiste muss ich allein machen", antwortet er auf die Frage von Bürgermeister Fischkal (FW), ob er Hilfe brauche.

Für die letzte Grotte im Garten von Waldemar Schmitt brauchte er ungefähr 400 Stunden. Diesmal ist noch nicht abzusehen, wie lang er brauchen wird. Das hänge auch vom Wetter ab. Für die Hitze haben ihm die Aischer schon einen Sonnenschirm aufgestellt.

Drei mal drei Meter

Die Grotte steht auf einem Betonfundament und misst drei mal drei Meter. Die Steine lehnen an zehn Zentimeter dicken Betonwänden. Maria, die etwa 130 Zentimeter hoch ist, und die drei Hirtenkinder - auf Wunsch des Spenders alle in Carrara- Marmor von Steinmetz Stefan Zenk aus Hausen gefertigt - werden in die Grotte einziehen. Nach Fertigstellung wird Pfarrer Thomas Ringer die Grotte weihen.

Da die Gemeinde Adelsdorf Träger des Friedhofes ist, wurde alles im Vorfeld mit ihr und auch mit Pfarrer Thomas Ringer abgeklärt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 30 000 Euro. Ein Konto für weitere Spenden werde noch eingerichtet, lässt der Aischer Gönner wissen.

Wallfahrtsort

1992 war der anonyme Geldgeber selbst nach Fátima gepilgert. Dort soll am 13. Mai 1917 dem Mädchen Lúcia und ihren Geschwistern Jacinta und Francisco auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sein. Seitdem ist Fátima ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf Heilung hoffen.

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