Herzogenaurach

Auftrag für Archäologen erweitert

Der Umfang der Grabungen rund ums Schloss ist größer geworden als erwartet. Für ein paar Vergaben im Vorfeld des Projekts Rathausneubau wird nun der Ferienausschuss einberufen.
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Die archäologischen Untersuchungen sind umfassender geworden als erwartet. Der Auftrag wird erweitert.  Foto: Bernhard Panzer
Die archäologischen Untersuchungen sind umfassender geworden als erwartet. Der Auftrag wird erweitert. Foto: Bernhard Panzer
Bernhard Panzer

Der Umfang der archäologischen Grabungen rund ums Schloss vergrößert sich. Am kommenden Montag liegt dem Haupt- und Finanzausschuss als Ferienausschuss der Vorschlag vor, die entsprechenden Aufträge zu erweitern.
Das hat verschiedene Gründe, wie Silke Stadter vom Bauamt der Stadt auf Anfrage des FT erklärte. Vor allem ist der Aufwand der Grabungen größer geworden, nachdem in den jeweiligen Schürfen mehr Funde aufgetaucht sind als man zunächst erwartet hatte. So gestaltete sich die Suche nach dem Bergfried zunächst erfolglos, bis dann das Fundament des Turmes der alten Burg an unvermuteter Stelle doch aufgetaucht ist. Auch hat man am Südflügel des Schlosses einen Torbogen entdeckt, der wohl ein Zugang zu einem Vorgänger des Gewölbekellers des Ratskellers gewesen sein musste. "Es war doch mehr als gedacht", sagte Stadter. So hat sich der Gesamtaufwand aufgrund der Gegebenheiten erweitert.
Ein zweiter Grund sind Kanalarbeiten, die sich im Herbst anschließen und sich auf den Bereich des Schlossgrabens beziehen. Auch diese müssen archäologisch begleitet werden.


20 Tage erwartet

Wie Silke Stadter weiter mitteilt, hatte man anfangs mit 20 Arbeitstagen gerechnet. Der Umfang verdoppelt sich nun aber und gelangt finanziell in einen Größenbereich, der die Behandlung im Ausschuss erfordert. Das betrifft dann freilich auch die Tiefbauarbeiten der Firma Zollhöfer, die für die Archäologen die Schürfgruben aushebt. Insgesamt liegt die Summe beider Aufträge jetzt bei etwa 120 000 Euro.
Nicht nur die archäologische Suche war ein Anlass für die Schürfen. Auch ging es darum. die Lage von verschiedenen Leitungen im Schlossgraben zu bestimmen. Denn es müssen neue Leitungen für Gas, Wasser und Strom verlegt und der Kanal überarbeitet werden. Die Suchschürfen dienten nun der Lokalisierung des Leitungsverlaufs.


Statische Untersuchungen

Außerdem waren an den Fundamenten des Schlosses statische Untersuchungen erforderlich. Die Informationen zur Gründungssituation des Schlossgebäudes werden dann in die Verbauplanung einfließen.
Die archäologischen Grabungen dienten jetzt lediglich den Voruntersuchungen. Die Funde wurden gesichtet und dokumentiert und soweit möglich, bei Keramik und Gegenständen, gesichert. Die Gruben wurden daraufhin zugeschüttet. Es folgen allerdings noch flächendeckende archäologische Untersuchungen. Das wird im Zusammenhang mit dem Abbruch des Rathauses und dem Ausheben der Baugrube geschehen, also vermutlich im kommenden Frühjahr. Diese Arbeiten werden dann neu ausgeschrieben.
Die ältesten Funde, die im Zuge der Voruntersuchungen ans Tageslicht gebracht worden sind, stammen aus dem zwölften Jahrhundert. Aus dieser Stauferzeit dürfte also auch der Vorgängerbau des Schlosses, eine Burg, gestammt haben.


Mauer-Fundament

Im Schlossgraben sind Fundamente der Ringmauer aufgetaucht, die jedoch wesentlich jünger ist und im 15. Jahrhundert errichtet worden sein dürfte. Ein Teil dieser Mauer steht ja noch und wird in den Rathausneubau integriert. Und die letzten Schürfen im Schlossgraben haben erneut Fundamente zutage gebracht. Da handelt es sich möglicherweise um eine weitere Mauer.
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