Stettfeld

Aufregung um ein paar Meter

Der Gemeinderat Stettfeld befasste sich mit zwei Anträgen zur Parksituation im Ort - und lehnte beide ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Rudendorfer Weg: Das Pflanzbeet und die nicht eingezeichneten Parkplätze sind den Anwohnern zweier Anwesen am Rudendorfer Weg ein Dorn im Auge. Die derzeit provisorische Querungshilfe durch das Beet soll aber nicht zur Dauerlösung werden.  Foto: Christian Ziegler
Im Rudendorfer Weg: Das Pflanzbeet und die nicht eingezeichneten Parkplätze sind den Anwohnern zweier Anwesen am Rudendorfer Weg ein Dorn im Auge. Die derzeit provisorische Querungshilfe durch das Beet soll aber nicht zur Dauerlösung werden. Foto: Christian Ziegler

Die Parksituation innerhalb der Ortschaft war einmal mehr Thema im Stettfelder Gemeinderat. In seiner Sitzung am Mittwochabend befasste sich das Gremium gleich mit zwei Anträgen aus der Bevölkerung.

Der erste war ein Antrag ans Landratsamt von Andrea Rein-Müller und Johann Müller über die Aufhebung der Parkverbotsbeschilderung vor ihren Anwesen in der Siedlungsstraße. Hier hatte der Gemeinderat ein zeitlich beschränktes Verbot erlassen, um den Schulbusverkehr und die aussteigenden Kinder nicht zu gefährden. Da die Haltestelle nun seit Ende der Weihnachtsferien in die Ortsmitte verlegt wurde, sahen die Müllers die Grundlage nicht mehr gegeben und sich in ihrem Recht auf den Anliegergebrauch eingeschränkt. Da es sich um eine Ortsstraße handelt, wurde die Entscheidung nun an die Gemeinde verwiesen.

Die Räte waren sich überwiegend einig, dass eine Aufhebung nicht sinnvoll sei, da in drei Monaten der Schulbetrieb der Lebenshilfe in der Stettfelder Grundschule beginnt. "Ich denke, es wäre Schmarrn, die Schilder für drei Monate abzubauen und sie dann wieder hinzumachen", stellte Zweite Bürgermeisterin Doris Simon fest.

Eine Auffassung, die ihre Kollegen offenbar teilten. Eher sollte man über eine Ausweitung nachdenken, hieß es, da der Schulbetrieb bis 15 Uhr dauert.

Mit Erstaunen nahm der Antragsteller und Gemeinderat Johann Müller bei der Abstimmung zur Kenntnis, dass er nicht persönlich beteiligt war und an der Diskussion hätte teilnehmen dürfen. "Das wäre vorher interessant gewesen zu wissen. Ich habe mich deshalb zurückgenommen", sagte er und monierte diese fehlende Aufklärung durch den Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebelsbach, Matthias Klauda. "Man hätte einfach fragen können", wollte dieser das nicht auf sich sitzen lassen. Müller entschied sich schließlich dagegen, seinen Standpunkt darzulegen. "Ich bin dagegen und mehr diskutiere ich mit euch nicht", ließ er seine Kollegen wissen. Der Gemeinderat lehnte die Aufhebung der Beschilderung mit zehn zu einer Stimme ab.

Auch die neu gestaltete Fläche vor zwei Anwesen am Rudendorfer Weg war zur Streitfrage geworden. Hier hatte der Rat beschlossen, auf dem Gemeindegrund davor ein Pflanzbeet anzulegen und die ehemals eingezeichneten Parkplätze nicht mehr zu markieren. Hierdurch waren zwei Parkplätze weggefallen. Die Anwohner beanstandeten vor allem den wenigen Platz und die weiteren Wege, die für ältere Anwohner und Familien mit Kinderwagen zum Problem würden. Der Besitzer ließ den Bürgermeister wissen, dass eine Vermietung schwieriger würde, wenn er keinen Stellplatz anbieten könne. "Aber das ist ja wohl wirklich nicht Sache der Gemeinde", stellte Bürgermeister Alfons Hartlieb fest.

Matthias Kuhn verstand die Aufregung nicht. "Es hat sich kaum was geändert; vorher waren da Poller drin, jetzt ist das Beet da." Nicole Meyer betonte: "Es wird sich niemand einen Zacken aus der Krone brechen, wenn er zwei Meter zum Auto laufen muss. Wir haben uns bewusst für die Begrünung entschieden, um eine Betonwüste zu verhindern."

Johann Müller warf ihr deshalb Scheinheiligkeit vor, da sie selbst einen öffentlichen Parkplatz im Rudendorfer Weg zum Abstellen ihres Fahrzeugs nutzt. Ihre wütende Reaktion beschwichtigte Alfons Hartlieb: "Das sind ausgewiesene Parkplätze und dafür musst du dich nicht rechtfertigen."

Zur Verschärfung der Parksituation würde auch beitragen, dass eine der Garagen als Lagerraum genutzt würde, hieß es. Hierzu habe sich der Besitzer bei der Polizei informiert. Die Aussage sei gewesen, da es sich nicht um gemeinnützige Garagen handle, könne jeder Mieter sie "wie und für was er will" nutzen. Dem widersprach Hartlieb deutlich und verwies auf einen entsprechenden Presseartikel, in dem die Ahndung von Zweckentfremdungen ausführlich dargelegt wurde. Auf die Frage, wie dies nun gehandhabt würde, machte er deutlich: "Ich werde sicherlich nicht rumlaufen und sagen: ,Lass mich mal in deine Garage schauen', aber wenn die Gemeinde davon erfährt, müssen wir tätig werden." Informationen zum Thema werden im Informationskasten ausgehängt und sollen auch im VG-Blatt veröffentlicht werden.

Peter Frankenstein machte einen Vorschlag zur Güte. "Warum pflastern wir nicht einfach einen 60 Zentimeter breiten Streifen durch das Beet, dann ist der Durchgang wieder möglich. Derzeit liegt ja eh schon ein Brett drin."

Ein Vorschlag, dem sich die Mehrheit nicht anschließen wollte. Der Antrag wurde mit sechs zu fünf Stimmen abgelehnt und die Gestaltung wird somit bleiben, wie sie ist.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren