Ebern

Auflieger macht sich selbstständig

Einen Albtraum mit gutem Ausgang erlebte am Donnerstag in den Morgenstunden ein Lkw-Fahrer in der kurvenreichen Strecke am Hambach bei Ebern. Mit Glück und Geschick brachte er seinen Lastzug zum Stehen.
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Der schwer beladene Auflieger eines Lastzuges machte sich am Hambach zwischen Ebern und Untermerzbach selbstständig. Foto: Eckehard Kiesewetter
Der schwer beladene Auflieger eines Lastzuges machte sich am Hambach zwischen Ebern und Untermerzbach selbstständig. Foto: Eckehard Kiesewetter

Eckehard Kiesewetter Das Lachen ist ihm nicht vergangen. Vielleicht auch, weil er weiß, wie viel Glück er da letztlich noch hatte. Auf dem Weg von Ebern Richtung Untermerzbach ist es am Donnerstag kurz nach 10 Uhr auf der kurvenreichen und abschüssigen Strecke am Hambach passiert: Der 38-jährige Truckerfahrer bemerkte das Schwanken der Ladung fast gleichzeitig mit dem Rumpeln hinter sich. "Da bin ich sofort in die Eisen gestiegen", berichtete der Thüringer. Er brachte seinen Lastzug mit dem Coburger Kennzeichen nach einem kurzen Ausflug auf den Seitenstreifen am Auslauf der mittleren Serpentine des Hambach zum Stehen, gerade so, dass die Leitplanke im Kurvenbereich unberührt blieb. So entstand, abgesehen von der aufgewühlten Grasnarbe, kein Fremdschaden. Der Auflieger des Hängers hatte sich von der Stahlplatte am Sattelzug gelöst. Durch das Bremsmanöver rutschte er laut Bericht der Eberner Polizei wieder nach vorne und drückte gegen das Führerhaus des Lkw. Die Ladung - 24 Tonnen Anzeigenblätter, die gestern noch verteilt werden sollten - hatte den Hänger zur Seite gedrückt. Viel hätte nicht gefehlt, und der Aufleger wäre komplett nach rechts zur Böschung hin weggekippt, hätte die Führerkabine womöglich mit sich reißen können.

Bedienfehler oder technischer Defekt? Diese Frage stellte sich den Beamten der Polizeiinspektion Ebern, denen solch ein Vorfall nach eigenem Bekunden noch nicht vorgekommen war. "Wir können nicht sagen, ob der Verschluss richtig eingerastet war oder woran es lag", erklärte einer der Beamten vor Ort. Zu hohe Geschwindigkeit jedenfalls schloss er als Unfallursache aus. Auch später noch war von "bisher unbekannten Gründen" die Rede. Für die Bergung des Lastzugs musste eine Spezialfirma aus Bamberg angefordert werden. Während der Verkehr zunächst an dem Havaristen vorbeigelotst wurde, musste die Staatsstraße in diesem Bereich während der Bergung für etwa eineinhalb Stunden komplett gesperrt werden. Der Fahrzeugverkehr wurde durch Kräfte der Eberner Polizei und und der Straßenmeisterei Zeil weiträumig umgeleitet.

Am Lastzug entstand laut Polizeiangaben ein Sachschaden von etwa 30 000 Euro. Glücklicherweise wurde bei dem Unfall niemand verletzt. Die Beamten sprechen von "Riesenglück für den Lkw-Fahrer".

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