In früheren Jahrhunderten wurde in Europa erbittert Jagd auf die "Wilde Katze" gemacht, weil sie den Jägern angeblich Hasen oder sogar Rehkitze abspenstig machte! Das traurige Ergebnis: Anfang des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze in weiten Teilen Deutschlands ausgerottet.
Aber es war erfreulicherweise kein Abschied für immer. Anfang der 1980er Jahre beschlossen Naturschützer unter der Führung von Hubert Weinzierl - damals Vorsitzender des Bund Naturschutz -, die Wildkatze wieder in ihre bayerische Heimat zurückzuholen. Im Rahmen eines Zucht- und Auswilderungsprogramms wurden mehr als 600 Tiere angesiedelt. Die Wildkatzenpopulation im Freistaat schätzen Experten derzeit auf 150 bis 200 Tiere - ein großer Erfolg!
Das Naturkunde-Museum Coburg zeigt von Sonntag, 15. Oktober, bis 5. November in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz, Kreisgruppe Coburg, die Ausstellung "Wildkatzen - Jäger auf leisen Pfoten". Die Schau bilanziert 20 Jahre Schutz und Auswilderung und weist gleichzeitig darauf hin, dass noch viel zu tun ist. Ein großes Problem sind nämlich nach wie vor die zerschnittenen Lebensräume. Wildkatzen müssen weite Wege um ausgeräumte Ackersteppen wandern. Und der Straßenverkehr ist die häufigste bekannte Todesursache bei Wildkatzen.
Die Ausstellung wird am morgigen Sonntag um 10.30 Uhr mit einem Vortrag der Biologin und Naturpädagogin Sabine Jantschke eröffnet. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist nach Mitteilung des Museumsleiters Carsten Ritzau frei. red