Bad Königshofen im Grabfeld

Auf Flügelhaltung kommt es an

Der Milzer Bildhauer Dieter Frank hat eine neue Heilig-Geist-Taube für die Bad Königshofener Klosterkirche geschnitzt. Die alte war nicht mehr zu retten.
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Der Milzer Bildhauer Dieter Frank hat in den vergangenen Wochen eine neue Heilig-Geist-Taube nach dem historischen Vorbild geschnitzt. Neu gestaltet, entwurmt, gefestigt und vergoldet hat er den Strahlenkranz.  Foto: Hanns Friedrich
Der Milzer Bildhauer Dieter Frank hat in den vergangenen Wochen eine neue Heilig-Geist-Taube nach dem historischen Vorbild geschnitzt. Neu gestaltet, entwurmt, gefestigt und vergoldet hat er den Strahlenkranz. Foto: Hanns Friedrich
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"Der Holzwurm hat hier ganze Arbeit geleistet", sagt Dieter Frank aus dem thüringischen Milz. Der auch in Rhön-Grabfeld bekannte Bildhauer zeigt dies, indem er die alte Heilig-Geist-Taube in die Hand nimmt. Schon rieselt das Holz heraus. "Da ist nichts mehr zu machen," fügt der Bildhauer an. Deshalb hat er im Auftrag der Klosterkirchenverwaltung in der Originalgröße eine neue Heilig-Geist-Taube für die Bad Königshofener Klosterkirche geschnitzt. Dieter Frank legte besonderen Wert auf die Flügelhaltung, die "das Göttliche zum Ausdruck bringt." Die Taube ist aus Lindenholz, der Strahlenkranz stammt von der historischen Darstellung, wurde gefestigt und entwurmt. Die neue Heilig-Geist-Taube ist nun wieder am Ambo der Kirche.

Anlage abgerissen

Die alte Heilig-Geist-Taube dürfte mindestens 200 Jahre alt gewesen sein, war aber nicht mehr zu restaurieren. Historische Bilder der Klosterkirche lassen vermuten, dass die Taube wohl einst, wie es in den katholischen Kirchen üblich ist, am Kanzeldeckel angebracht war. Diese Kanzel befand sich einst auf der linken Seite des Gotteshauses und zeigte an der Kanzel selbst die vier Evangelisten. Auf einer historischen Fotografie aus dem Jahre 1948 ist die Kanzel an der linken Bildseite zu erkennen. 300 Jahre wirkten die Kapuziner in Königshofen, bevor im Jahr 1965 die Klosteranlage abgerissen wurde. Lediglich die Klosterkirche blieb bis heute stehen. Zu verdanken ist dies dem damaligen Kreisheimatpfleger Otto Schulz, der eine Unterschriftenaktion startete. Die kleine Kirche ist bis heute ein Kleinod in der Stadt und auch ein beliebter Ort der Stille.

1647 kamen die Kapuziner nach Königshofen und waren zunächst im Juliusspital untergebracht, bevor 1665 das Kloster gebaut wurde. Geweiht wurde die Kirche am 30. August des gleichen Jahres vom Würzburger Weihbischof Johann Michael Söllner. Patron des Gotteshauses ist der Evangelist Johannes. Der Dachreiter des kleinen Kirchturms zeigt einen Kapuziner. An der Nordwand des Chores ist ein spätgotisches Sakramentshäuschen in die Mauer mit dem Bild der Maria vom Karmel eingelassen. Dieses stammt vom aufgelassenen Zisterzienserkloster St. Johannis bei Sulzfeld. Von dort stammt auch der Taufstein im Eingangsbereich. Ins Auge fällt heute noch der Hochaltar mit den vier Reliquientafeln. Diese waren einst, wie historische Bilder zeigen, an den einstigen Seitenaltären. Die heute in der Kirche stehenden Figuren des Heiligen Josef und Sebastian schmückten früher den Hochaltar. Der linke Seitenaltar zeigte eine Marienfigur, eingerahmt von zwei Engeln, rechts waren Darstellungen des Heiligen Franziskus, der Heiligen Klara und des Heiligen Fidelis. Sie sind heute als Wandfiguren in der Kirche. Geschnitzte Kreuzwegstationen schmückten das Gotteshaus.

Immer wieder umgebaut

In den vergangenen Jahrhunderten wurde das Gotteshaus immer wieder umgestaltet, letztmals in den Jahren 1996/97. Über dem Hochaltar ist heute die geschnitzte reliefartige Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit, von Engeln umgeben, zu sehen. Das Kunstwerk von 1742 ist das Stiftungsbild der Dreifaltigkeitsbruderschaft. Der Volksaltar in der Mitte des Chorraums stammt aus der Kirche Kleinbardorf. Im Langhaus sieht man ein Bild von "Johannes Evangelist", rechts das Bildnis des Heiligen Taddäus, sowie des Heiligen Aloysius. Alle drei Gemälde sind von dem Grabfeldmaler Johann Peter Herrlein. An der linken Seitenwand steht auf einem Sockel eine Pieta. Beeindruckend ist das Deckengemälde im Langhaus. Es zeigt eine Darstellung Maria mit Kind, umgeben von franziskanischen Heiligen.

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