Kulmbach

Auf einer Bierbank ans rettende Ufer

Die Kulmbacher Wasserwacht führte an der Kieswäsch' eine Eisrettungsübung durch.
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Mit dem Rautekgriff zog der Retter den Eingebrochenen aus dem Eisloch. Foto: privat
Mit dem Rautekgriff zog der Retter den Eingebrochenen aus dem Eisloch. Foto: privat

Dank der winterlichen Temperaturen der letzten Wochen konnte die Wasserwacht-Ortsgruppe Kulmbach eine Eisrettungsübung auf dem Badesee im Naherholungsgebiet Mainaue durchführen. Probebohrungen hatten zuvor eine Eisdicke von neun bis zehn Zentimetern ergeben. Für eine Übung ist das dick genug, zumal die Eisfläche nur mit Rettungsgeräten und Leine betreten wird. Damit die Öffentlichkeit die Schlittschuhe unterschnallen kann, sind mindestens 15 Zentimeter notig.

Für die Übung wurde etwa 18 Meter vom Rand entfernt ein Loch in die Eisdecke gesägt.Die zu rettende Person war mit einem Überlebensanzug bekleidet, der eigens für längere Einsätze im kalten Wasser konzipiert wurde und neben einem hohen Auftrieb auch die Möglichkeit zum Anleinen bietet.

Die Übungseinheiten führten technischer Leiter Fabio Hühnlein und die Rettungsschwimm-Ausbilder durch. Die Junior-Wasserretter erhielten als Zuschauer erste Einblicke in diesen Teilbereich des Dienstes.

Nachdem ein erster Rettungsversuch von Land aus mithilfe eines Wurfsackes nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatte, wurde zunächst die Rettung der eingebrochenen Person mit einer Schleifkorbtrage und einem Rettungsbrett vorgeführt. Hierzu nutzte der mit einem Spezialanzug bekleidete Retter die große Tragflächen der zwei Rettungsgeräte, um durch gegenseitiges Verschieben zur Einbruchstelle gelangen.

Mit dem Rautekgriff

Anschließend konnte die eingebrochene Person durch den Rautekgriff in die Schleifkorbtrage gezogen werden, die dann von den Rettungskräften an Land ans Ufer gezogen wurde.

Neben dieser Technik wurden noch weitere Alternativen gezeigt - wie beispielsweise die Verwendung von zwei mit Leinen gesicherten Spineboards.

Die Aktiven führten den Zuschauern zu dem einen mehr oder weniger praxistauglichen Rettungsversuch vor. Hierbei wurde das Gewicht des Helfers auf zwei Bierbänke verteilt. Der Helfer selbst wurde durch eine Leine gesichert, die in einer Notsituation an einem Fahnenmast zu finden ist.

Die glatte Sitzfläche der Biergarnitur legten die Aktiven auf die Eisfläche, um die Reibung zu minimieren. Damit war ein kriechendes Fortbewegen auf dem Eis mühelos möglich. An der Einbruchstelle angekommen zog ein Helfer die eingebrochene Person mit dem Rautekgriff auf die Bierbank.

Die Ausbilder betonten nach dieser Übung, dass diesem riskanten Schritt eine Rettung vom Land aus, zum Beispiel mit Stange, Seil oder ähnlichem Material, vorzuziehen sei. Eine Rettung auf dem Eis in Eigenregie sollte gut überlegt sein. Sie rieten davon ab, sofort aufs Eis zu rennen, um einem Eingebrochenen zur Hilfe zu eilen. Erscheine ein eigener Rettungsversuch aufgrund der geringen Eisdicke oder anderer Umstände zu gefährlich, sollte nicht gezögert und der Notruf gewählt werden.

Die Übung war für alle Teilnehmer eine lehrreiche Veranstaltung, da bewährte Eisrettungstechniken vertieft und weitergehende Erfahrungen gesammelt werden konnten. red

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