Eltmann

Auf der Suche nach der Königin

Bienen eignen sich gut dafür, Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern. Das war der Anstoß für Imker Karl Stapf, mit den ersten und zweiten Klassen der Johann-Baptist-Graser-Grundschule Eltmann ein Projekt zu gestalten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Eltmanner Grundschüler auf der Suche nach der Bienenkönigin im Demonstrationskasten Foto: Günther Geiling
Die Eltmanner Grundschüler auf der Suche nach der Bienenkönigin im Demonstrationskasten Foto: Günther Geiling
Imker Karl Stapf aus Fatschenbrunn stellte sich zuerst den Buben und Mädchen der Grundschule vor und erzählte ihnen, wie er zur Imkerei gekommen ist und wie sehr er seine "fleißigen" Bienen liebt. Die Kinder überschütteten ihn dabei mit ihren vielen Fragen, die sie zu diesem Thema hatten. Im Heimat- und Sachkundeunterricht hatten sie sich im Vorfeld in der ersten Klasse schon mit der Wiese auseinandergesetzt, während die zweite Klasse sich mit dem Themenkreis "Nutz- und Haustiere" befasst hatte. Dazu zählt auch das Bienenvolk, und Karl Stapf hatte sogar einen Strauß frischer Wiesenblumen mitgebracht, um zu verdeutlichen, wie wichtig diese als Nahrungsquelle der Bienen sind.
"Kann man Bienen zähmen? Essen Bienen ihren eigenen Honig? Warum stechen Bienen überhaupt? Wie machen Bienen Babys? Können sich die Bienen auch einmal ausruhen?", waren einige der Fragen an den Imker. Auch ob alle Bienen Honig produzieren, wie man eine Bienenkönigin erkennt, was geschieht, wenn eine Königin stirbt, oder wie viel Honig eine Biene in ihrem ganzen Leben macht, wollten die Kinder wissen.
In mehreren Unterrichtsstunden versuchte Karl Stapf, diese Fragen zu beantworten und nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch viele Informationen zu vermitteln. Dazu hatte er einen Bienenstock mit Waben und viel Zubehör mitgebracht, das der Imker für sein Hobby braucht.
Höhepunkt des Unterrichts war es, als der Imker mit seinem "Demo-Kasten" mit zwei besetzten Bienenwaben, inklusive Königin, im Klassenzimmer auftauchte. Hier konnten die Schüler genau beobachten, wie die Honigbiene lebt, die bis zu eineinhalb Zentimeter groß werden kann und mit 25 Stundenkilometern sehr schnell fliegt.


Königin, Arbeiterinnen, Drohnen

Plötzlich entdeckten sie im Kasten auch eine Biene, die mit einem gelben Punkt gekennzeichnet war. Karl Stapf konnte ihnen damit klarmachen, dass zu einem Bienenvolk auch eine Königin gehört, die als einzige Eier legen kann, und zwar bis zu 2000 Stück am Tag. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich dann Larven, und aus diesen entstehen die Arbeiterinnen, und zwar ungefähr 40 000 bis 60 000 in einem Stock.
Aber auch die "faulen" Drohnen wurden ins Gespräch gebracht. Ella hatte sich das genau gemerkt und meinte: "Die machen fast gar nichts und verlassen nur einmal den Stock zusammen mit der Königin zum Hochzeitsflug."
Wie die Königin zu ihrer gelben Krone kommt, interessierte die Buben und Mädchen sehr. Imker Stapf erklärte ihnen, wie schwierig es ist, die Königin unter dieser großen Menge von Bienen herauszufinden. Auch er braucht dazu eine lange Zeit, und es sei eine Tradition, alle Jahre eine neue Farbe für die Königin auszuwählen. Im vergangenen Jahr sei es die Farbe Gelb gewesen. In diesem Jahr werde sie aber rot gekennzeichnet. Etwas traurig waren die Kinder, als sie erfuhren, dass die Königin drei bis fünf Jahre und die Arbeiterinnen weniger als ein Jahr alt werden. Und die Drohnen werden teilweise sogar nur 30 bis 40 Tage alt.


"Hungernde Bienen"

So lange es irgendwelche Blüten gibt, schwärmen die Bienen aus und sammeln Nektar, Pollen und Honigtau, erläuterte Imker Stapf. Er wies aber darauf hin, dass nun im Maintal der Raps bald abgeblüht sei und die Wiesen für das Silo gemäht würden. Dann gebe es nur noch "hungernde Bienen". Dies sei ein großes Problem, und deswegen gehe es den Honigbienen nicht so gut.
Dazu kämen auch noch andere Ursachen wie die Varroa-Milbe oder das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln. Es sei deswegen wichtig, dass alle mit dazu beitragen, dass die Natur intakt bleibt und damit auch die für die Bestäubung nützlichen Bienen leben können.
Stapf schwärmte von seiner Heimat Fatschenbrunn, wo es noch eine sehr extensive Bewirtschaftung mit Hunderten von Obstbäumen, Wiesen und auch vielen blühenden Laubbäumen gebe. Mit dieser Vielfalt an Blüten sei diese Landschaft noch ein "Bienenparadies".
Die Kinder brachten dann selbst Vorschläge, dass man im eigenen Garten Blumen säen könnte. Und blühende Pflanzen und Blumen sollte man auch längere Zeit den Insekten und Bienen überlassen.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren