Bamberg

Auf der Spur der gelben Zelle

Ein altes Telefonhäuschen aus Bamberg wird am Tag des offenen Denkmals wiedereröffnet - im Freilandmuseum Fladungen.
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Die original Markusplatz-Telefonzelle vor dem Transport nach Fladungen. Foto: Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Oerlenbach
Die original Markusplatz-Telefonzelle vor dem Transport nach Fladungen. Foto: Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Oerlenbach

Das gab's tatsächlich mal: Telefonzellen. Die postgelben Fernsprechhäuschen - so die offizielle Bezeichnung - waren in der Vor-Telekom- und vor allem Vor-Handy-Zeit alltäglich im Straßenbild. Eine davon stand bis zum Jahr 2000 am Markusplatz in Bamberg. Jetzt taucht genau diese Telefonzelle im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wieder auf. Am Tag des offenen Denkmals, dem 8. September wird sie eröffnet.

Die Bamberger Autorin Gudrun Schury, die für das Freilandmuseum als Texterin, unter anderem Produzentin von Informationshörbildern für die Telefonzelle, tätig ist, hat sich auf die Spur der gelben Zelle gemacht. Nachdem sie am Markusplatz abgebaut wurde, gelangte sie ins Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Oerlenbach bei Bad Kissingen. Dort gehörte sie auf einen nachgebauten Bahnsteig, neben Fahrkartenautomaten und Schließfächern zum Trainingsinventar.

Im April 2019 wurde nun im Wallfahrtsort St. Bartholomä am Königssee das letzte verbliebene öffentliche Telefonhäuschen Deutschlands abgebaut. Für die Bundespolizei macht es also nun wirklich keinen Sinn mehr, Personenkontrollen oder Festnahmen in Telefonhäuschen zu üben. Also überließen die Oelenbacher es dem nahe gelegenen Freilandmuseum in Fladungen.

So weit ist Gudrun Schury nun der Weg des Bamberger Telefonhäuschens bekannt. Jetzt hat sie noch eine grundlegende Frage. Wo am Markusplatz stand die gelbe Zelle? Ihre naheliegende Vermutung, dort, wo hinter dem Kiosk jetzt noch eine - auch schon selten gewordene - Telefonstele der Telekom steht. Doch stimmt das wirklich? Schury lebt zwar schon seit 1980 in Bamberg, auch schon mal in der Nähe des Markusplatzes. Doch da hatte sie schon einen eigenen Festnetzanschluss und musste zum Telefonieren nicht in die Zelle. Und die war, wie schon erwähnt, so alltäglich, dass man sie gar nicht wahrgenommen, oder zumindest nicht dauerhaft in der Erinnerung gespeichert hat.

Telefonzellengeschichten gesucht

Eine Foto vom Markusplatz aus dem späten 20. Jahrhundert, auf dem die Telefonzelle zu sehen ist, wäre also sehr hilfreich. Auch für die Dokumentation des Museums. Und noch viel interessanter wäre natürlich, ob jemand mit dieser Telefonzelle eine Geschichte oder persönliche Erinnerungen verbindet. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, ein altes Foto besitzt, oder gar eine Geschichte zum Telefonhäuschen am Markusplatz erzählen will, kann über die Lokalredaktion des Fränkischen Tags (Telefon 0951/132996-100, E-Mail redaktion.bamberg @infranken.de) Kontakt zu Gudrun Schury aufnehmen.

Und für alle, die gute Telefongeschichten kennen, aber eben nicht speziell über das Häuschen am Markusplatz , hat das Museum in Fladungen einen Aufruf gestartet. Diese sammelt das Freilandmuseum Museum unter E-Mail info@freilandmuseum-fladungen.de. Die besten Geschichten sollen dem Publikum bei der Eröffnung der Telefonzelle am 8. September präsentiert werden.

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