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mainroth.inFranken.de  Mainrother Gläubige unternahmen Pfarrwallfahrt nach Lourdes.

Auf den Spuren der Seherin

Auf die Spuren der heiligen Bernadette von Lourdes begaben sich Mainrother Gläubige bei ihrer Pfarrwallfahrt. Vor 18 Jahre hatte der Pfarrausflug schon einmal nach Lourdes geführt. Nach einer Nachtfah...
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Auf die Spuren der heiligen Bernadette von Lourdes begaben sich Mainrother Gläubige bei ihrer Pfarrwallfahrt. Vor 18 Jahre hatte der Pfarrausflug schon einmal nach Lourdes geführt.

Nach einer Nachtfahrt legte die Gruppe einen ersten Stopp am Hôtel Dieu, dem Armenkrankenhaus in Beaune in Burgund, ein. Dieses herrliche Ensemble mit den Dächern aus glasierten Ziegeln wurde im 15. Jahrhundert errichtet, um den bedürftigsten Kranken zu helfen. Das Museum für Medizingeschichte, das sich heute in den Räumen befindet, ist ein einzigartiger Ort.

Das Leben und Wirken des Pfarrers Jean-Marie Vianney offenbarte sich beim Besuch in der Basilika von Ars-sur-Formans. Ab 1830 standen Bauern, Intellektuelle, Arbeiter, Eifrige und Neugierige aus ganz Frankreich stunden- und tagelang vor dem Beichtstuhl an, jährlich waren es

20 000 Menschen.

Nach einem Gottesdienst in der Basilika, den Pfarrer Kosma Rejmer vor dem Glasschrein mit dem unversehrten Leichnam des Heiligen zelebrierte, endete dieser unvergessliche Tag.

Am nächsten Tag erreichte die Reisegruppe den Marienwallfahrtsort Lourdes am Fuße der Pyrenäen. Die Bigorre gehörte zu Lebzeiten Bernadettes zu den ärmsten Gegenden Frankreichs. Auch heute noch ist Lourdes mit etwa 15 000 Einwohnern eine Kleinstadt, aber sie wurde zu einem der großen spirituellen Zentren des Christentums.

Endloser Pilgerstrom

Unaufhörlich kommen Pilger an diesen Ort, der untrennbar mit dem Mädchen Bernadette Soubirous verbunden ist, der 18 Mal die Gottesmutter erschien. Bernadette verließ 1866 ihre Heimat und siedelte ins 800 Kilometer entfernte Nevers um, wo sie fortan als Ordensfrau lebte.

Obwohl sie Heimweh nach ihrer Familie und nach der Grotte hatte, kehrte sie nie mehr nach Lourdes zurück. Sie starb, erst 35-jährig, nach langer Leidenszeit am 16. April 1879. Ihr unversehrter Körper ruht heute in einem Glasschrein im Kloster St. Gildard in Nevers.

Während des viertägigen Aufenthalts in Lourdes hatten die Pilger Gelegenheit zur Teilnahme an der internationalen Messe in der größten unterirdischen Basilika der Welt, die 25 000 Gläubigen Platz bietet.

Täglich nahmen alle an der feierlichen Lichterprozession teil. Viele nutzten die Gelegenheit zu einem Bad im Wasser der Quelle und trugen ihre persönlichen Gebetsanliegen vor.

Beim Stadtrundgang wurden die wichtigen Stationen aus dem Leben der heiligen Bernadette besucht. Unvergessen wird die deutschsprachige Eucharistiefeier an der Grotte bleiben, bei der Pater Kosma als Hauptzelebrant wirkte.

Am fünften Reisetag nahm man nach einem Besuch in Bartrès, wo Bernadette einen Teil ihrer Kindheit verbracht hatte, Abschied von Lourdes. Die Reise ging weiter nach Agen. Seit dem Weltjugendtag in Köln, als eine Gruppe aus Agen in Mainroth zu Gast war, pflegt die Pfarrei freundschaftliche Verbindungen zur dortigen Diözese. Diese Freundschaft wurde bei einer Zwischenübernachtung der Jugendlichen aus Agen auf der Hinreise zum Weltjugendtag in Krakau vertieft. Deshalb war die Freude auf beiden Seiten groß, als die Reisegruppe in der Stadt an der Garonne eintraf.

Besondere Freundschaft

Nach einer Führung durch die Kathedrale in der Innenstadt von Agen folgte ein deutsch-französischer Gottesdienst in einem Vorort mit dem Hauptzelebranten Bischof Hubert Herbreteau, der die Reisenden sehr herzlich begrüßte.

Im Anschluss wurde im Innenhof des dortigen Pfarrzentrums diese besondere Freundschaft bei einem gemeinsamen Abendessen gefeiert.

Am Samstag stand Nevers, eine der ältesten Städte Burgunds, auf dem Reiseprogramm. In der Kapelle des Klosters Saint Gildard wurde die letzte Ruhestätte der heiligen Bernadette besucht. Am deutschsprachigen Gottesdienst, den P. Kosma zelebrierte, nahmen noch zwei Pilgergruppen aus Deutschland teil.

An Besançon vorbei führte die Weiterreise am nächsten Tag nach Colmar im Elsass. Die Stadt ist berühmt für ihr gut erhaltenes architektonisches Erbe aus sechs Jahrhunderten und für ihre Museen. Im Unterlindenmuseum sahen die Reisenden den weltberühmten Isenheimer Altar. Die Gemälde auf zwei feststehenden und vier drehbaren Altar-Flügeln sind das in den Jahren 1512 bis 1516 geschaffene Hauptwerk von Matthias Grünewald.

Nach einem Rundgang durch Colmar hieß es Abschied nehmen. Die Reisegruppe begab sich nach acht Tagen voller unvergesslicher Eindrücke auf die Heimreise. Ingrid Kohles



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