Forchheim

Auf den Punkt fertig geworden

Nicht nur die Finanzierung des neuen Katharinenspitals ist eine "Punktlandung" geworden, wie die städtische Architektin Sigrun Wagner sagt. Auch die Nachfrage ist so gut, dass die Etatplaner schon jetzt mit schwarzen Zahlen rechnen.
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Letzte Handgriffe sind in der Bamberger Straße 3 noch zu erledigen: In einer Woche ziehen im neuen Katharinenspital die ersten Bewohner ein. Foto: Ekkehard Roepert
Letzte Handgriffe sind in der Bamberger Straße 3 noch zu erledigen: In einer Woche ziehen im neuen Katharinenspital die ersten Bewohner ein. Foto: Ekkehard Roepert

Ekkehard Roepert Forchheim — Noch 1,9 Millionen Euro müssen in diesem Jahr abbezahlt werden - aber die Verantwortlichen in Politik und Stadtverwaltung können schon jetzt aufatmen: Der zeitweise als riskant eingeschätzte Neubau des Katharinenspitals ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Am 1. März werden die ersten Bewohner in der Bamberger Straße einziehen.

Trotz Mieteinnahmen werde sich der Haushalt der Vereinigten Pfründnerstiftung 2019 noch negativ gestalten, sagt Christoph Schulz (Mitarbeiter in der Finanzverwaltung). Natürlich gebe es nicht auf Anhieb eine "Vollvermietung" im neuen Katharinenspital. "Aber die Stiftung kann in den Folgejahren erfolgreich wirtschaften", beruhigte Christoph Schulz die Stadträte im Stiftungsausschuss am Donnerstag. 540 000 Euro Mieteinnahmen durch das Spital ab 2020 sagte Schulz voraus.

Wie sich die Finanzierung des Hauses in der Bamberger Straße im Detail gestaltet, das muss mindestens ein Jahr offen bleiben. "Da steht noch eine Unschärfe im Raum", sagt Schulz. Das sei ein ganz normaler Vorgang: Das erste Jahr nach Bezug einer solchen Immobilie sei immer "das unsicherste Planungs-Jahr", weil Erfahrungsberichte über die Kosten der Heizung, des Wasserverbrauchs und dergleichen fehlten.

Hans Werner Eisen (CSU) hatte richtigen Spaß daran, den Ergebnishaushalt und den Investitionsplan von Christoph Schulz "durchzuarbeiten": Hier würden die "Prinzipien eines ordentlichen Kaufmanns" nachvollziehbar gemacht. Eisen lobte beispielsweise, dass die Erträge in dieser Etatberechnung bewusst niedrig angesetzt worden sind. Und dass keine zusätzlichen Kredite eingeplant worden seien. Trotz der Verzögerungen beim Bau des Katharinenspitals sei er "sehr zufrieden", sagte der CSU-Stadtrat. Vor allem über die Zusage, dass sich die Vereinigten Pfründnerstiftungen künftig "selbst tragen werden".

Hochpreisige Wohnungen gefragt

Sehr zufrieden waren die Räte im Stiftungsausschuss auch über die Kostenentwicklung des Neubaus; als er 2016 nach dem Abriss des Altenheimes begonnen worden war, gab es immer wieder die Befürchtung, die Kosten könnten aus dem Ruder laufen. Nichts dergleichen geschah: Ein Prozent Mehrkosten seien es letztlich geworden, sagte die städtische Architektin Sigrun Wagner: "Bei einem 11,5 Millionen-Euro-Projekt ist das so gut wie nix." Was die Investitionsplanung betreffe, könne man "von einer Punktlandung" sprechen, meinte Wagner.

Auch etwaige Befürchtungen, die Vermietung könnte schleppend verlaufen, räumte Sigrun Wagner aus: Mietverträge für 17 Wohnungen seien unterschrieben; weitere zehn Wohnungen seien reserviert und für zwei weitere gebe es Interessenten. Damit seien also von 55 Wohnungen bereits 29 vergeben, rechnete Wagner vor. Interessanterweise seien es die hochpreisigen Wohnungen, "die bereits weg sind".

Die schwarz Null im Blick

Thomas Jungbauer (für das Grundstücks- und Gebäudemanagement zuständig) geht davon aus, dass bis Ende des laufenden Jahres 40 Mietverträge unterschrieben, und dass 2020 alle Wohnungen vermietet sein werden. Kämmerer Detlef Winkler kann dem Belegungsprozess gelassen entgegensehen: Bereits wenn ein Drittel der Fläche vermietet sei, bedeute dies "kameral eine schwarze Null".

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) zeigte sich "fasziniert" vom Verhalten jener 17 Mieter, die ihre Verträge "schon jetzt" unterschrieben hätten; sie hätten "ein Lob verdient", meinte der OB. Es sei alles andere als selbstverständlich, einen Mietvertrag für eine noch nicht ganz fertige Wohnung zu unterzeichnen. Was die Auslastung betrifft, ist Uwe Kirschstein guter Dinge. Wenn nächste Woche 17 Bewohner in der Bamberger Straße einziehen, dann sei das mehr als genug: "Wenn alle auf einmal kämen, wäre das logistisch gar nicht zu bewältigen."

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