Buchau
Kirche

Auf dem Weg zum "Grünen Gockel"

Die Debatte um die Klimaerwärmung ist in aller Munde und macht auch vor den kirchlichen Einrichtungen nicht Halt. Fand erst im September in der Kulmbacher Nikolaikirche ein Schöpfungsgottesdienst stat...
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Für Pfarrer Ulrich Jobst ist die Bewahrung der Schöpfung eine Herzensangelegenheit. Foto: privat
Für Pfarrer Ulrich Jobst ist die Bewahrung der Schöpfung eine Herzensangelegenheit. Foto: privat

Die Debatte um die Klimaerwärmung ist in aller Munde und macht auch vor den kirchlichen Einrichtungen nicht Halt. Fand erst im September in der Kulmbacher Nikolaikirche ein Schöpfungsgottesdienst statt, so legte die Kirchengemeinde Buchau zum Erntedankfest jetzt nach. In einem Umweltgottesdienst stellte Pfarrer Ulrich Jobst seiner Gemeinde die Pläne für den Erwerb des "Grünen Gockels" vor. Nach der Auszeichnung von Wonsees ist Buchau damit die zweite Kirchengemeinde im Landkreis, die diese Zertifizierung anstrebt.

"Umweltschutz ist kein Selbstläufer", sagt Pfarrer Ulrich Jobst im Gespräch. "Ich möchte dazu ermutigen, die große Herausforderung, wie wir mit unserer Schöpfung umgehen, anzupacken." Als Kirchengemeinde wolle man mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu habe man im Kirchenvorstand zunächst einen Umweltausschuss gegründet, der Schöpfungsleitlinien erarbeitete, die Grundlage für die Zertifizierung sein sollen. "Dabei ist die Zertifizierung an sich gar nicht das Wichtigste", verriet der Pfarrer, "sondern es geht darum, etwas zu tun und das möglichst systematisch."

So will die Kirchengemeinde zunächst eine Bestandsaufnahme durchführen, was sie in Sachen Umweltschutz tun kann. "Wir als Kirchengemeinde verpflichten uns, mit der Schöpfung nachhaltig umzugehen", sagt Jobst. Es gelte, die Gebäude und Grundstücke auf Energieverbrauch und Nachhaltigkeit zu überprüfen, sozialverträglich und fair einzukaufen. "Weiterhin wollen wir die Bewahrung der Schöpfung in allen Gruppen und Kreisen zum Thema machen."

Einige Dinge wurden schon gemacht: Es wurde eine Blühwiese angelegt, es gab einen informativen Abend mit Energieberater Jürgen Ramming, ein Kinofilm zum Thema Plastikmüll wurde gezeigt und die Kindergruppe führte eine Müllsammelaktion durch. "Wir wollen den Menschen zeigen, dass es etwas Schönes ist, sich um seine Umwelt zu kümmern, wir müssen alle umdenken und kürzer treten."

Jobst praktiziert auch selbst Verzicht. Vor zwei Jahren hielt er sich beispielsweise in der Fastenzeit ans Plastikfasten, das sei gar nicht so einfach gewesen. Seitdem stellt er Putzmittel und Schmierseife selbst her, hat sich in die solidarische Landwirtschaft (Solawi) in Veitlahm eingebracht, kauft bewusst ein.

Um möglichst viele Gemeindemitglieder in die Umweltaktionen einzubinden, wurde ein Ideenkasten angebracht, in die Zettel mit Ideen eingeworfen werden können. "Erste Vorschläge kamen bereits nach dem Umweltgottesdienst zum Erntedankfest letzten Sonntag", erzählt der Pfarrer. So habe sich jemand die Fortsetzung eines "Umweltkinos" gewünscht, eine weitere Idee war eine Gruppenaktion zur Fastenzeit in der Gemeinde.

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