Niederfüllbach
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Auf dem Weg nach Berlin machen Schüler Station in Niederfüllbach

Niederfüllbach hatte Besuch von einer großen Schülergruppe aus Heilbronn und Umgebung. Die Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren, die von sieben Erwachsenen begleitet werden, bilden ein "rollendes Kla...
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37 Schüler und sieben Betreuer aus Heilbronn und Umgebung machten sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Berlin, um deutsch-deutsche Geschichte zu erfahren. In Niederfüllbach machten die Radfahrer in diesen Tagen Halt.  Foto: Michael Stelzner
37 Schüler und sieben Betreuer aus Heilbronn und Umgebung machten sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Berlin, um deutsch-deutsche Geschichte zu erfahren. In Niederfüllbach machten die Radfahrer in diesen Tagen Halt. Foto: Michael Stelzner

Niederfüllbach hatte Besuch von einer großen Schülergruppe aus Heilbronn und Umgebung. Die Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren, die von sieben Erwachsenen begleitet werden, bilden ein "rollendes Klassenzimmer", denn die Ferien beginnen erst am Wochenende und die Fahrradtour ist eine Art Schulunterricht in Geschichte.

"Wir wollen Geschichte dort erleben, wo Geschichte entstanden ist", betont Otwin Czarnowski, der in diesem Jahr diese Radtour organisiert hat. Außer neun Schulen ist auch die Deutsche Olympische Gesellschaft involviert. Das große Ziel der jungen Radler ist es, durch das Brandenburger Tor zu fahren. Der Grund liegt nahe: Der Fall der Mauer vor 30 Jahren. Durch den Verzicht auf Motorkraft wollen die insgesamt 44 Teilnehmer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit, dass sie sich auf diese 710 Kilometer lange Tour gemacht haben, wollen sie auch beweisen, dass es zum Glück problemlos möglich ist, grenzenlos von Heilbronn mit dem Fahrrad durch das wiedervereinigte Deutschland zu fahren.

Ohne große Werbung, nur durch Mundpropaganda, hatten sich die 37 Schüler für die lange und sehr anstrengende Tour zusammengefunden. Das habe ihn schon sehr beeindruckt, sagt Organisator Otwin Czarnowski erfreut. "Wir schaffen es", steht auf dem Plan, auf dem die täglichen Etappen aufgezeichnet sind. Es zählt der olympische Gedanke "Dabei sein ist alles, jeder ist ein Gewinner". Sogar ein Tandem fährt im Fahrradkonvoi mit.

Otwin Czarnowski schafft es, seine Mitfahrer zu motivieren. "Wir finden die Aktion total cool, sehen viel von Deutschland und lernen auch viel über die deutsch-deutsche Geschichte", sind sich alle bei ihrem Übernachtungsstopp in Niederfüllbach einig. Dort begrüßte Bürgermeister Martin Rauscher die Schüler und erzählte ein wenig von der interessanten Geschichte von Niederfüllbach.

Zusammen mit Nils Steinfeld, der die Schüler vertrat, überreicht Bürgermeister Ralf Steinbrenner aus Leingarten in der Nähe von Heilbronn ein flüssiges Präsent an das Niederfüllbacher Gemeindeoberhaupt, der sich mit einem kühlenden Eis revanchiert.

Am vergangenen Samstag ist die 44-köpfige Fahrradtruppe in Heilbronn auf der Bundesgartenschau gestartet und hat mit Muskelkraft die 91 Kilometer bis nach Niederstetten bewältigt. Fast jeden Tag sind es rund 90 Kilometer, die zu radeln sind. Nur den letzten Tag will die Gruppe etwas ruhiger angehen und genießen, wenn sie durch das Brandenburger Tor in Berlin fährt. Von Niederstetten ging es dann weiter nach Ebrach und von dort aus nach Niederfüllbach.

Nach der Übernachtung im Gasthof "Beckenhaus" in Niederfüllbach steht den Radfahrern wohl die schwierigste Etappe mit vielen Steigungen bevor, denn es geht über in den Thüringer Wald bis nach Saalfeld. Dabei wird das ehemalige Grenzgebiet besucht. Außerdem hat sich die Truppe zum Gespräch mit Zeitzeugen verabredet. Weitere Stationen der Tour sind Naumburg, Leipzig, die Lutherstadt Wittenberg. Danach soll weiter nach Potsdam gefahren werden. Am letzten Tag wird dann das Ziel Berlin nicht mehr weit sein.

Fast jeden Tag haben die Schüler auch eine Kirche oder Kapelle oder einen Dom besucht und eine kleine Andacht gehalten. In Berlin ist ein Empfang im Roten Rathaus geplant, wo die Schülerinnen und Schüler und ihre Begleiter eine Urkunde erhalten sollen, die unter anderem der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, unterschrieben hat. Außerdem wollen sich die Schüler das Reichstagsgebäude anschauen und eine Lasershow, die hinter dem Reichstag stattfinden wird.

Natürlich darf auch eine Schifffahrt auf der Spree nicht fehlen. Da ein Bankinstitut aus Heilbronn das "rollende Klassenzimmer" finanziell unterstützt, können die Schüler zwei Tage länger in Berlin bleiben. Die Rückfahrt nach Heilbronn erfolgt mit dem Bus, da ist dann ein Stopp im geteilten Grenzdorf Mödlareuth geplant.

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