Forchheim

Auf dem Weg an die Spitze

Annette Prechtel, bisher Fraktionsvorsitzende der Forchheimer Grünen im Stadtrat, will Oberbürgermeisterin werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Johannes Hööllein
Foto: Johannes Hööllein
+1 Bild

Johannes Höllein Der Kampf um den Oberbürgermeisterposten in Forchheim, der bei der Kommunalwahl 2020 vergeben wird, nimmt Fahrt auf. Nach Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD) und CSU-Mann Udo Schönfelder wirft auch die Forchheimer Grüne Liste (FGL) ihren Hut in den Ring. "Wir wollen Annette Prechtel als Oberbürgermeisterin, weil sie fachlich und als Persönlichkeit die allerbesten Voraussetzungen für das Amt mitbringt", erklärt FGL-Ortsverbandssprecher Emmerich Huber.

"Yes she can", "Jaaa!!!" oder aber auch "Endlich" lauten die ersten Kommentare aus Unterstützerkreisen, als die Kandidatur der 44-jährigen, promovierten Geo-Ökologin bekannt wird. Sie selbst will mehr Weitblick, mehr Verantwortung fürs Ganze, den Menschen offen und ehrlich zugewandt sein. "Das ist unser Anspruch und so würde ich das Amt als OB verstehen. Dafür bewerbe ich mich", sagt die dreifache Mutter, die seit 1996 im Stadtrat sitzt und die grüne Fraktion führt.

Das wär' doch was

Die Entscheidung, sich um das höchste Amt der Stadt zu bemühen, sei langsam gereift. Prechtel habe lange überlegt, ob es für ihre Art von Politik und Politverständnis in Forchheim eine Mehrheit geben kann. Zahlreiche Gespräche seit Beginn des Jahres, aber auch die vielen positiven Rückmeldungen von Bürgern, die die Forchheimer Grünen etwa an den Infoständen zur Landtags- und Europawahl für ihr kommunales Wirken bekommen hätten, seien ausschlaggebend gewesen.

"Ich habe den Eindruck gewonnen, dass viele eine wirklich neue, ökologische, soziale, demokratische und bürgernahe Politik wollen", betont Prechtel, der Parteifreunde Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Konflikt- und Kompromissfähigkeit zuschreiben. "Dazu ist sie sehr gescheit, kennt sich nicht nur in Fragen des Natur- und Umweltschutzes aus und hat die nötige Erfahrung, um kommunalpolitisch etwas bewegen zu können", schwärmt Huber. "Annette Prechtel als OB? Das wär' doch was."

Kein "weiter so"

Die 44-Jährige will gestalten, ihren Beitrag leisten. Das sei schon in der Schule so gewesen, als sie 1990 am Ehrenbürg-Gymnasium die Umwelt AG mit aus der Taufe hob, und habe sich bis heute nicht geändert. Obwohl sie aus dem Stadtrat weiß, wie schwierig es sein kann, mehrheitsfähige Lösungen zu finden.

"Es ist Zeit für einen Richtungswechsel. Ein ,weiter so' kann es in Forchheim nicht geben", fordert die OB-Kandidatin, die jedoch auch weiß, dass bereits gefaste Beschlüsse nicht mehr zu revidieren sind und es Sachzwänge gibt.

Anders als 2016, als der höchste Posten der Stadt zwar ebenfalls neu zu besetzen war, die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat aber Bestand hatten, werden nun auch im Gremium die Karten neu gemischt. Das sieht die FGL als Chance, deutlich mehr als die bisher fünf Mandate im Stadtrat zu gewinnen und dort tatsächlich eine gestaltende Kraft zu werden. Mit Hoffnungsträgerin Annette Prechtel an der Spitze, die in Zusammenhängen und Wechselbeziehungen denkt und mit diesen Themen das Vertrauen der Forchheimer gewinnen will: 1. Die gesamte Stadtgesellschaft im Blick haben und nicht nur Einzelinteressen. An zukünftige Generationen denken und auch über den Forchheimer Tellerrand hinausblicken. In Forchheim gut leben, aber nicht auf Kosten anderer. 2. Zum guten Leben gehören bezahlbarer Wohnraum und eine lebendige Innenstadt ebenso wie ausreichend Grün in der Stadt und an ihren Rändern. Die Naherholung direkt vor der Tür macht Forchheim aus. Das dürfen wir uns nicht kaputtmachen. 3. Das ehrenamtliche Engagement von Vereinen und Initiativen noch besser fördern, schneller und vorausschauender für ausreichende und gute Kinderbetreuung sorgen. Defizite bei Freizeit- und Kulturangeboten für alle Generationen aufholen. 4. Genau hinhören, was die Menschen in Forchheim brauchen. Nur so ist mehr Miteinander möglich und das Ziel erreichbar, Wirtschaft, Soziales und Ökologie ins Gleichgewicht zu bringen. Es braucht eine starke Stadtgesellschaft, um die Herausforderungen für die Stadt meistern zu können.

5. Forchheim kann als Stadt in einem reichen Land seinen Beitrag zur Lösung der Klimakrise ebenso leisten wie zum Artenschutz und zum fairen Welthandel. Forchheim muss sich auf den Weg zur klimaneutralen Kommune machen. Um dies zu erreichen, müssen unter anderem Fahrrad und öffentlicher Personennahverkehr deutlich stärker gefördert werden. Wir müssen und wir können außerdem mehr Energie sparen und ehrgeiziger in Sachen regenerativer Energien werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, den Flächenverbrauch zu senken.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren