Kronach

Auf Cranach-Spuren

Ein internationaler Wettbewerb wird ausgelobt für Künstler, die mit einer der bevorzugten Techniken des Kronachers arbeiten.
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"Kunst soll man nicht einschränken." Der Kronacher Museologe Alexander Süß spricht in diesem Zusammenhang über die Ausschreibung des Internationalen Lucas-Cranach-Preises und er spricht über Lucas Cranach selbst. Süß beschreibt ihn auf der Pressekonferenz als einen Mann der Experimentierfreude, als einen modernen und zeitgemäßen Künstler und als Freigeist, der gern Grenzen überschritten habe.

Vorher holte er aber noch aus und sprach über die Entstehung der Druckgrafiken, die einer breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden konnten. "Bilder hingen in den Schlössern und waren den Adligen und Reichen vorbehalten."

Kofessionsübergreifend tätig

Er erinnerte auch an den arbeitstechnischen Aufwand, der hinter jeder Druckgrafik stecke. "Das waren teilweise sehr aufwändig illustrierte Werke." Über Lucas Cranach selbst meinte Süß: "Er war einer der größten Drucker Martin Luthers, aber er hat für alle Konfessionen gearbeitet. Bei ihm haben sich vermutlich der katholische Kardinal und Luther die Klinke in Hand gegeben."

"Druckgrafiken waren sein zweites Standbein", führte Süß weiter aus. Eines von Cranachs frühesten Werke seien seine Holzschnitte für das Heiltumsbuch Wittenberg gewesen, die er aufwändig illustriert habe.

Auch der Kronacher Künstler Ingo Cesaro, der für die Ausschreibung des Preises verantwortlich ist, machte den hohen Aufwand bei Holzschnitten deutlich. "Für jede Farbe musste man eine eigene Platte anfertigen." Cesaro ist es auch, der sich für eine internationale Positionierung des Lucas-Cranach-Preises starkmacht. "Deshalb publizieren wir diese Ausschreibung ja auch auf Englisch."

"Wir haben uns Cranach-Kompetenz nach Kronach geholt", betont Kerstin Löw in Bezug auf die Jury. Mit dabei sind Sven Hauschke, Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg; Stephanie Marx, Werkstattleiterin für Holzschnitt aus Leipzig; Marlies Schmidt von der Cranach-Stiftung Wittenberg sowie Alexander Süß und Ingo Cesaro.

Cranach sei ein "Hans Dampf in allen Gassen" gewesen, sagt Tourismuschefin Kerstin Löw: "Er lässt uns nicht los, denn er hatte so viele unterschiedliche Facetten. Seine Bandbreite an künstlerischen Aktivitäten ist schier endlos. Man wird einfach nicht fertig mit diesem Mann." Zugenommen habe auch die "Inszenierung" des Künstlers, der so untrennbar mit Kronach verbunden sei. Sie wünschte sich, dass man mit dieser Ausschreibung und der Ausstellung im Fürstenbau der Festung Rosenberg "alte Kunst und einen alten Meister mit modernem Zeitgeist einem jungen Publikum erschließen kann".

Infos erteilt Ingo Cesaro, Tel. 09261/63373 oder E- Mail an ingocesaro@gmx.de.

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