Münnerstadt

Auf Angriff folgt Gegenoffensive

Der drohende Verlust von Arbeitsplätzen bei der Münnerstädter Firma Remog sorgte im Stadtrat für Wirbel. Andreas Trägner griff Helmut Blank an, der diesem Populismus vorwarf.
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Bürgermeister Helmut Blank (links) gratulierte Andreas Trägner 2017 nach seiner Wahl zum Zweiten Bürgermeister. Bei der jüngsten Stadtratssitzung griff Andreas Trägner Helmut Blank an, der seinerseits eine Gegenoffensive startete. Foto: Archiv/Thomas Malz
Bürgermeister Helmut Blank (links) gratulierte Andreas Trägner 2017 nach seiner Wahl zum Zweiten Bürgermeister. Bei der jüngsten Stadtratssitzung griff Andreas Trägner Helmut Blank an, der seinerseits eine Gegenoffensive startete. Foto: Archiv/Thomas Malz

"Am vergangenen Freitag fand am Marktplatz eine Protestaktion der Belegschaft der Firma Remog zur drohenden Schließung des Werkes in Münnerstadt statt. Leider waren Sie bei der Aktion nicht anwesend." Mit diesen Worten startete Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) einen Angriff auf Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Die Erhaltung von Arbeitsplätzen sei auch für die Stadt wichtig. "Aus diesem Grund haben sich all ihre Vorgänger, zusammen mit dem Stadtrat, immer für die Belange der Gewerbetreibenden und insbesondere der Firma Remog eingesetzt", so Andreas Trägner weiter.

Stadt hat unterstützt

Die Stadt habe bei jedem Bauvorhaben der Firma den Bebauungsplan dem jeweiligen Vorhaben angepasst und, um die Erweiterung des Firmengeländes zu ermöglichen, auch dafür gekämpft, die Überschwemmungsflächen in diesem Bereich zurückzunehmen. Auch habe die Stadt Planungskosten übernommen. "Diese Wirtschaftsförderung, die selbstverständlich auch im Interesse der Stadt Münnerstadt war, hat Steuermittel verschlungen, die für andere Maßnahmen hätten aufgewendet werden können."

Er, Britta Bildhauer (SPD), Hubert Holzheimer (Forum aktiv), Leo Pfennig (fraktionslos) und Rita Schmitt (Forum aktiv), die allesamt das Statement unterschrieben hatten, das Andreas Trägner vortrug, gehen davon aus, dass Helmut Blank in seiner Zeit als Bürgermeister einen guten Kontakt zu den Gewerbetreibenden der Stadt aufgebaut hat. "Wir fordern Sie auf, diesen Kontakt zu nutzen, um im Interesse der Beschäftigten und der Stadt Münnerstadt zusammen mit dem Inhaber, den Beschäftigten und sonstigen Beteiligten eine Lösung zu finden, die den Erhalt der Arbeitsplätze sichert. Im Rahmen dieser Gespräche ist es Ihre Pflicht, den Inhaber der Firma Remog auf die nicht unerheblichen Steuermittel hinzuweisen, die zur Bestandssicherung seines Betriebes von der Stadt aufgewendet wurden", betonte der Zweite Bürgermeister. Und: "Sie können davon ausgehen, dass wir, als Stadträte der Stadt Münnerstadt hinter diesen Bemühungen stehen. Deshalb fragen wir Sie, Herr Bürgermeister: Was haben Sie in Sachen Remog unternommen und was gedenken Sie noch zu tun?". Er bat, den Stadtrat zeitnah über den Fortgang der Gespräche und den Sachstand zu unterrichten.

"Ich darf mich herzlich bedanken", sagte Helmut Blank dazu. "Aber das entspricht nicht mehr dem Zeitgeist." Während der Demo sei er auf einer Beerdigung gewesen. Erst am Vortag habe er Gespräche wegen Remog geführt. Zu den Unterzeichnern des verlesenen Statements sagte er. "Ich freue mich schon heute, welche kreativen Ideen Sie haben werden." Und: "Außer dem Verlesen wird nicht viel übrig bleiben." Es handele sich um ein populistisches Schreiben.

Gespräche geführt

Gegenüber unserer Zeitung sagte Helmut Blank, dass er am Montag ein Gespräch mit dem Betriebsrat geführt habe. "Wir haben uns ausgetauscht, wo die Probleme liegen". Er habe seine Hilfe angeboten, seine persönliche und die der Stadt. Danach habe es ein Gespräche mit Geschäftsführerin Melanie Reuß gegeben. "Nun ist es meine Aufgabe, mich mit dem Gesellschafter zu unterhalten", so der Bürgermeister. Das Problem: Wilfried Müller ist drei Wochen nicht in Münnerstadt. "Wir müssen einen Konsens finden", betont Helmut Blank. Die Stadt könne da als Mediator auftreten.

Am Donnerstag hat es ein weiteres Gespräch zwischen dem Bürgermeister, dem Betriebsrat und der IG Metall gegeben.



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