Prügel

Auch ohne Gewölbe wird's gruselig

Das Prügeler Kellerkabarett verspricht trotz Auftrittsverbot im Stollen ein kurzweiliges Vergnügen.
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Die Akteure der Zeitreise mit (von rechts) Nina Werner, Jule Pfaff, Dagmar Dietz, Simone Seidel, Georg Deuerling, Liane Neidlein und Tino Werner proben fleißig für das Kellerkabarett am 31. August und 1. September. Foto: Stephan Stöckel
Die Akteure der Zeitreise mit (von rechts) Nina Werner, Jule Pfaff, Dagmar Dietz, Simone Seidel, Georg Deuerling, Liane Neidlein und Tino Werner proben fleißig für das Kellerkabarett am 31. August und 1. September. Foto: Stephan Stöckel
Was gibt es Schöneres, als sich bei einer abenteuerlichen Höhlentour zu gruseln? Die Unterwelt übt seit jeher eine gewisse Faszination auf die Menschen aus. "Es ist das Geheimnisvolle, das Menschen unter die Erde lockt", spricht Barbara Dietz aus Weismain aus der Seele.
Mit einem Kellerkabarett wollten die "Akteure der Zeitreise" die weit verzweigte Prügeler Stollenanlage, in der früher Sand abgebaut wurde, aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. Das Bergamt Nordbayern machte ihnen mit seinem Betretungsverbot einen Strich durch die Rechnung. Die Laienschauspieler, die seit ein paar Jahren bei Führungen in Altenkunstadt und Weismain hiesige Geschichte für Alt und Jung erlebbar machen, machten aus der Not eine Tugend. Gemeinsam mit Udo Langer werden sie am 31. August und 1. September (jeweils ab 18.30 Uhr) ein Bühnenbild in den Kulturstadel des Altenkunstadter Ortsteils Prügel zaubern, das den Besuchern lustige bis gruselige Begegnungen aus der Unterwelt beschert. Auch eine spektakuläre Lösegeldübergabe soll über die Bühne gehen.


Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Das Betretungsverbot traf die 15 an dem Projekt beteiligten Männer und Frauen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. "Mit den Stahlträgern, die zur Sicherung der darüber liegenden Kreisstraße in den Gewölbekeller eingezogen worden waren, dachten wir, wäre alles gut", erzählt Georg Deuerling bei einem Treffen der Gruppe im "Fränkischen Hof". Doch bekanntlich soll man den Tag nicht vor dem Abend loben. Nachdem der Spalt in der Platte am Eingangsbereich wieder größer geworden war, blieb dem Amt nichts anderes übrig, als ein Betretungsverbot zu erlassen. Die Behörde trug der Gemeinde auf, bis zum 15. November ein Sicherungskonzept für die Stollenanlage vorzulegen. Die Akteure der "Zeitreise" mussten ihre Planungen über den Haufen werfen. "Wir fingen wieder von vorne an", sagt Liane Neidlein. Sogar eine touristische Vermarktung der Keller hätten sie sich vorstellen können.
Szenenwechsel. Im "Fränkischen Hof" in Baiersdorf haben sich die Akteure der "Zeitreise" versammelt. Historische Gewänder werden inspiziert und anprobiert. Derweil taucht Liane Neidlein ganz tief ein in die Prügeler Historie ein. Ihre Worte ranken sich um die Zeit, als die Weismainer in Prügel eingefallen waren und die Sudpfanne stibitzt hatten. "Am Montag, den 17. März 1681, mittags um 12 Uhr seien jedoch der Weismainer Bürgermeister Albrecht Metzner, der Bürger Reinhardt Krug, einige Zimmerleute und über 50 bewaffnete Männer mit brennenden Lunten in seine Anwesen eingedrungen", zitiert die Prügelerin aus dem 1992 erschienenen Buch "Prügel - Geschichte eines Gutshofes und Werden eines Dorfes" von Dominikus Kremer.


Historische Tatsachen

Auf historischer Tatsache wie diesen beruhend hat Liane Neidlein Dialoge für einen kurzweiligen Abend geschrieben, der zu einem Spaziergang durch die Prügeler Geschichte wird. Zu einem heiteren obendrein. "Den Besuchern wird eine fränkische Burleske serviert, bei der es geheimnisvoll, verführerisch und verschmitzt zugeht", verspricht Simone Seidel.
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