Pettstadt

Auch mit 100 Jahren ist sie aktiv

Maria Margaretha Schneider feierte im Kichlauterer Gemeindeteil Pettstadt einen besonderen Geburtstag.
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Maria Margaretha Schneider wurde 100, und zum Geburtstag gratulierte auch der Ururenkel Luka.  Foto: Günther Geiling
Maria Margaretha Schneider wurde 100, und zum Geburtstag gratulierte auch der Ururenkel Luka. Foto: Günther Geiling

Günther geiling Einen seltenen Geburtstag feierte gestern in Pettstadt, einem Ort in der Gemeinde Kirchlauter, Maria Margaretha Schneider. Sie wurde 100 Jahre alt und dazu fanden sich die lokale Prominenz und zahlreiche Gratulanten ein, bevor der besondere Tag kirchlich und im Familienkreis gefeiert wurde.

Der Jubilarin gratulierten ein Sohn, drei Enkel, vier Urenkel und Ururenkel Luka. Pfarrer Dieter Grimm hielt im Glockenhaus von Pettstadt eine kirchliche Feier ab. Die Glückwünsche des Landkreises Haßberge überbrachte der Landrat Wilhelm Schneider und die der Gemeinde Kirchlauter der Bürgermeister Karl-Heinz Kandler.

Maria Margaretha Schneider ist eine geborene Andres aus Pettstadt. Sie war mit Ludwig Schneider verheiratet. Die Heirat erfolgte in einer Ferntrauung im Kriegsjahr 1940. Ludwig Schneider war als Soldat im Krieg in Russland und ist dort im Jahr 1944 gefallen.

Viel Arbeit auf dem Hof

Als junge Frau und Mutter zog Maria Margaretha Schneider damals in das Haus der Schwiegereltern ein, die schon älter waren. Deswegen musste sie den landwirtschaftlichen Betrieb führen und mit dem Pferdegespann die schwere Feldarbeit erledigen. Eine Zeit lang konnte sie dabei auf die Hilfe eines Knechts zurückgreifen.

Scherzhaft meint sie heute zu diesen schweren Zeiten: "Ich war also ein Mann-Weib, denn ich war in der Landwirtschaft und im Haushalt weitgehend auf mich allein gestellt." Schließlich gehörten auch noch Kühe, Schweine und Kleintiere zu dem bäuerlichen Betrieb.

"Trotzdem bin ich jetzt 100 Jahre alt geworden und weiß gar nicht, wo die Zeit hingekommen ist", erzählt sie. Die Jubilarin ist bis heute nicht untätig. "Ja, sie ist sogar bis vor zehn Jahren, also noch mit 90 Jahren, in den Stall gegangen und hat Arbeiten erledigt. Damals hatten wir noch 45 Rinder und später noch Mutter- und Mastschweine", fügt Sohn Adolf hinzu, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert.

Maria Margaretha Schneider ist an allem interessiert. So gilt ihre besondere Liebe den Streuobstwiesen, auf denen man sie im letzten Herbst noch gesehen hat. Mit der Sichel legt sie noch Hand an, wenn eine große Maschine das Gras "übersehen" hat und sie die Halme am Rand des Feldes beseitigen möchte.

Fußball ist ihr Hobby

Die Enkel sprechen bei ihrer Großmutter von einem "Phänomen" oder einer besonderen "Gnade Gottes" und einem "lebenswerten Leben", denn sie macht für ihren Haushalt eigentlich alles noch selbst. Sogar ihre Geburtstagsfeier hat sie teilweise selbst organisiert und dafür telefoniert. Allerdings macht ihr das nachlassende Gehör etwas Probleme, "aber Hauptsache im Kopf ist sonst noch alles in Ordnung", schiebt sie gleich nach.

Neben der Versorgung ihrer Hauskatze gehört das intensive Lesen ihrer Tageszeitung täglich dazu. Und sie weiß jeden Geburtstag im Dorf. Die Nachrichten und Sendungen im Fernsehen verfolgt sie mit großem Interesse. Dabei geht ihr über die Lippen, dass man jetzt viele Jahre Frieden hat, nach dem Krieg alles wieder so schön hergerichtet wurde und die Leute sich ihre Häuser gebaut haben. Schließlich sieht sie gerne Fußball und verfolgte die Frauen-Weltmeisterschaft. Bei der Herren-Nationalmannschaft kennt sie sogar die einzelnen Spieler.

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