Laden...
Poxdorf
poxdorf.inFranken.de  Der Ortsverband der Christlich-Sozialen Union feierte Jubiläum mit viel Polit-Prominenz.

Auch Kurioses gab es in 70 Jahren CSU

Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Poxdorf, Thomas Zwiener, hatte zur Feier des 70. Jubiläums ins Sportheim geladen. Viele Bürger und keineswegs nur Mitglieder oder Anhänger der CSU waren seiner Ein...
Artikel drucken Artikel einbetten
MdL und CSU-Kreisvorsitzender Michael Hofmann, CSU-Ortsverbandsvorsitzender Thomas Zwiener, Josef Schmidt, Landrat Hermann Ulm, Bürgermeister Paul Steins und Bezirksrat Ulrich Schürr (v. l.)  Foto: Dagmar Niemann
MdL und CSU-Kreisvorsitzender Michael Hofmann, CSU-Ortsverbandsvorsitzender Thomas Zwiener, Josef Schmidt, Landrat Hermann Ulm, Bürgermeister Paul Steins und Bezirksrat Ulrich Schürr (v. l.) Foto: Dagmar Niemann

Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Poxdorf, Thomas Zwiener, hatte zur Feier des 70. Jubiläums ins Sportheim geladen. Viele Bürger und keineswegs nur Mitglieder oder Anhänger der CSU waren seiner Einladung gefolgt. Einige erwarteten politische Informationen, denn schließlich stehen die Kommunalwahlen an; andere wollten zurückschauen auf jene Phase des Neubeginns vor 70 Jahren, als das politische Leben wieder aufblühte.

Viel Polit-Prominenz hatte sich eingefunden: MdL und CSU-Kreisvorsitzender Michael Hofmann, Landrat Hermann Ulm, Bezirksrat Ulrich Schürr (beide CSU) sowie Vertreter der Ortsverbände der Nachbargemeinden Effeltrich, Langensendelbach und Neunkirchen am Brand.

Michael Hofmann sprach in seinem Grußwort die Parallelität der beiden Jubiläen "70 Jahre CSU Poxdorf" und "75 Jahre CSU in Bayern" an, um dann auf aktuelle Themen wie die Parteienzersplitterung und die AfD, die Klimafrage und die Fridays-for-future-Bewegung, Fake-News und Faktenchecks einzugehen. Vor allem aber machte er deutlich, was nach seiner Meinung die Aufgabe von Politik ist: "Politik soll helfen, die Lebenswirklichkeit der Menschen zu gestalten; sie soll sich um die Menschen kümmern und zugleich das Gemeinwohl im Blick behalten. Vor allem aber: Sie soll Probleme lösen! Und dazu muss man vielen zuhören und Argumente austauschen."

Nach Grußworten von Landrat Ulm und Bezirksrat Schürr wurden verdiente Mitglieder geehrt. Dabei ging es als erstes um Josef Schmitt. Er ist das älteste Mitglied des am 8. Februar 1950 gegründeten Ortsverbands. Der Senior der Baumschule Schmitt, die inzwischen längst von seinem Sohn geführt wird, stammt aus Effeltrich. Er wurde zum Poxdorfer, weil er vor nunmehr 61 Jahren die aus einer Poxdorfer Baumschulfamilie stammende Maria Kupfer geheiratet hatte. Er war auch über zwei Jahrzehnte im Gemeinderat, und in den siebziger Jahren war er außerdem mit der Gebietsreform befasst. Nun wurde er mit der Ehrenurkunde in Silber des Freistaats Bayern und einer Ehrenurkunde des Ortsverbands Poxdorf ausgezeichnet.

Weitere Geehrte waren Gerlinde Hübschmann, Erich Hofmann, Nikolaus Kaul, Hans Kupfer, Johannes Nägel, Christine Schneider, Alfred Werner, Robert Werner und Thomas Zwiener für 30-jährige Mitgliedschaft.

Anschließend entführte Bürgermeister Paul Steins (CSU) die Anwesenden in die Vergangenheit. Gestützt auf Archivmaterial, Zeitungsartikel und Fotos gab er einen Überblick über 70 Jahre Verbandsgeschichte, von der Gründung durch Konrad Kupfer 1950 bis zur Gegenwart. Steins ließ die Bürgermeister dieser Jahre und das, was sie erreicht hatten, Revue passieren, vom ersten noch von den Amerikanern eingesetzten Bürgermeister Peter Werner über Konrad Kupfer, Christian Nägel und Gunhild Wiegner bis zu ihm selbst, der 2014 nach einer Stichwahl und einem Losentscheid ins Amt gekommen war. Bürgermeisterin Wiegner war die erste weibliche und die einzige nicht der CSU, sondern den FW angehörende Mandatsträgerin in Poxdorf. Viele schwarz-weiße, dann farbige Fotos veranschaulichten die Ausführungen des Bürgermeisters. Mit einem Augenzwinkern ging Steins auch auf vor dem Feuerwehrhaus gefeierte Feste und auf Kurioses ein, wie etwa den beinahe unleserlichen Eintrag des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg in das Goldene Buch; dessen Fototermin mit Poxdorferinnen in Tracht oder Freizeitkleidung interpretierte Steins als Werbeaktion in Richtung weiblicher Mitglieder. "Das ist immer noch ein Schwachpunkt der CSU; da war der Guttenberg seiner Zeit weit voraus", kommentierte der Bürgermeister.

Unter Kurioses fiel auch die Erwähnung des Gebetsbeschlusses, den der Gemeinderat 1995 mit knapper Mehrheit verabschiedet hatte. "Damals erregte Poxdorf bundesweite Aufmerksamkeit; sogar in der Bild-Zeitung waren wir!", würdigte Steins das Ereignis ironisch. Der Beschluss wurde rechtsaufsichtlich beanstandet und musste unter Hinweis auf die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit aufgehoben werden, denn niemandem könne vorgeschrieben werden, wann und wo er beten solle.

Auf der aktuellen Wahlvorschlagsliste der CSU, so Steins weiter, seien nur drei von 13 Kandidaten weiblich. So ganz habe die Poxdorfer CSU also den Ratschlag des ehemaligen Verteidigungsministers noch nicht umsetzen können. Dagmar Niemann

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren