Wallenfels

Auch Geuser soll jetzt schöner werden

Die hohe Förderung von 90 Prozent macht es möglich, in dem kleinen Wallenfelser Ortsteil ein Dorferneuerungsverfahren durchzuführen. Auch das für die Stadt geplante Regionalmanagement wurde vorgestellt.
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In Geuser will man mit einer 90-prozentigen Bezuschussung das Ortsbild neu gestalten.  Foto: Michael Wunder
In Geuser will man mit einer 90-prozentigen Bezuschussung das Ortsbild neu gestalten. Foto: Michael Wunder

Im Wallenfelser Ortsteil Geuser soll das Dorferneuerungsverfahren eingeleitet werden. Dort will man den öffentlichen Raum mit einer hohen Bezuschussung neu gestalten. Dies beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig.

Zunächst war nur vorgesehen, die Zufahrt zum Weiler zu sanieren, jetzt kann mit einer 90-prozentigen Förderung wesentlich mehr gemacht werden. Bürgermeister Jens Korn (CSU) stellte anhand von Bildern Umgestaltungsmöglichkeiten vor, was seitens der Räte befürwortet wurde. Gute Erfahrungen habe man mit dem Amt für ländliche Entwicklung bereits in Neuengrün und Wolfersgrün gemacht. Bei der Dorferneuerung in Wolfersgrün gibt es zwei öffentliche Projekte. Neben der bereits beschlossenen Ertüchtigung der alten Schule zum Gemeinschaftsraum soll als zweite Maßnahme das Kirchenumfeld angegangen werden. Die Förderung für die vereinfachte Dorferneuerung ist bereits eingeleitet. Die direkten Anwohner kommen in den Genuss einer Förderung für Privatmaßnahmen.

In der Realisierungsphase

Rainer Kober und Margarita Volk-Lovrinivic von Kronach Creativ stellten das für Wallenfels geplante Regionalmanagement vor. Mit den vor drei Jahren begonnenen Projekten in drei Ortschaften befindet man sich bereits in der Realisierungsphase. Jetzt habe man die Förderzusage für weitere drei Ortschaften. In Wallenfels wurde mit ISEK und den vorbereiteten Untersuchungen zum Stadtumbau sowie der Erstellung eines Tourismusleitbilds eine sehr intensive Problemanalyse betrieben, sagte der Bürgermeister. Man könne deshalb die Entwicklungsziele ableiten und erwarte einen gewissen Mehrwert von diesem Prozess.

Rainer Kober möchte die Dinge methodisch voranbringen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. "Die andere Möglichkeit wäre zuzuschauen, wie alles so weiter geht. Ich denke, es ist aber wichtiger zu überlegen, was man besser machen kann", sagte der Vorsitzende von Kronach Creativ. Die Bürger müssten wissen, wohin die Gemeinde will, um sich einbringen zu können.

Die Projetleiterin Margarita Volk-Lovrinivic meinte, man komme mit einer kurzen Bestandsaufnahme hin. Die Stärken werde man mit 15 gezielten Interviews kennenlernen. Bei den zwei Klausurtagungen werde es auch nur drei Handlungsfelder geben. Die örtlichen "Macher" wie Vereinsvorstände und der Stadtrat würden eingebunden. Der Aktionsplan wird auf drei Säulen mit jeweils drei Zielen aufgestellt. Struktur, Alleinstellung und Miteinander seien sind dabei gute Stichworte.

Rainer Kober meinte, dass sich bisher bei allen drei Gemeinden herausgestellt hat, dass die Schaffung von attraktivem Wohnraum das Wichtigste sei. Man müsse den Menschen auch Zuversicht schenken, damit sie in ihre Immobilien investieren. Um weiterzukommen, habe man in den anderen Gemeinden ehrenamtliche Immobilienlotsen installiert. In Wallenfels könnte der Slogan heißen: "Tradition bewahren, Zukunft gestalten". Bürgermeister Jens Korn meinte, dass es durch die hohe Förderung finanziell nicht teuer wird, aber viel Zeit von Stadträten und Bürgerschaft investiert werden muss.

Für Schulverbandsauflösung

Seitens der Stadt Wallenfels sprach man sich für die Auflösung des Schulverbandes Oberes Rodachtal aus. Jens Korn erinnerte an die "schwierige Geburt" bei der Gründung vor Jahren, wo es viel Ärger gab. Nachdem die Mittelschüler nunmehr alle in Kronach unterrichtet werden, besteht die Schulverbandsversammlung im Moment nur als "Hülle" und organsiert lediglich den Schülerverkehr. Ab 2020 übernimmt der Landkreis die komplette Schülerbeförderung, der Stadtrat sprach sich deshalb einstimmig für die Auflösung zum Schuljahr 2020/2021 aus. Dann muss man auch entscheiden, welches Verhältnis die Stadt Wallenfels mit Kronach eingeht. Derzeit wird dieses über einen Schulvertrag als Gastschulverhältnis geregelt. Die Kosten von 300 Euro pro Schüler und Jahr waren bisher überschaubar, werden sich aber in naher Zukunft auf 1400 Euro erhöhen. Für den Schulverband Oberes Rodachtal werden dann anstelle der bisherigen 50 000 Euro 185 000 Euro fällig.

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