Herzogenaurach

Auch früher Fröhlichkeit und Trubel

Andreas Fischer hat 1927 in einem Lied Glückwünsche zur Neujahrsnacht gefunden. Dieses Lied wurde damals auch in luftiger Höh' vom Vehnturm herab geblasen. Später zog damit die Kapelle Engert des Gesellenvereins durch die Straßen.
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In der Bäckerei Römmelt gab's diese Glücksschweine zum Neujahrsfest.
In der Bäckerei Römmelt gab's diese Glücksschweine zum Neujahrsfest.

Die Herzogenauracher wünschten sich früher "a g'sells neis Joa!", wie sich ältere Mitbürger noch erinnern können. Zum Verständnis für diesen fränkischen Wunsch ist ein altes Neujahrslied hilfreich, das lange Jahre in Herzogenaurach üblich war.

Der Chronist des Heimatvereins, Andreas Fischer, vermerkt in seinem Werk für Neujahr 1927, dass die Silvesternacht im Zeichen der Fröhlichkeit und des Trubels verlief. Auch in der damaligen Zeit ließ es sich die Jugend nicht nehmen, das neue Jahr mit Freudenschüssen zu empfangen. Um 12 Uhr ertönte feierliches Glockengeläute von den Kirchtürmen und mahnte mit ernstem Schalle an die Vergänglichkeit alles irdischen Daseins, ließ aber auch wohl manchen frommen Wunsch für das kommende Jahr im Herzen wach werden.

Von luftiger Höhe des damals als "Museumsturm" bekannten Vehnturmes herab blies Andreas Fischer das althergebrachte Neujahrslied. Der Text dazu lautete:

"Als die acht Tage vorüber war'n

Und das Jesukindlein beschnitten war,

Beschnitten in Peinen und Schmerzen;

Jesu, du liebes Kindelein,

Wolltest uns dieses Jahr barmherzig sein

Und uns unserer Sünden nicht strafen.

Was wünschen wir unseren Herren und Bürgern?

Ein glückseliges, fröhliches

Freudenreiches neues Jahr.

Und was wir ihnen wünschen,

Das wünschen wir ihnen von Herzen.

Also wollen wir hier und dort,

Immerfort und fort,

Loben und preisen seinen Namen.

Gelobt sei Jesus Christus! Amen."

Beendet wurde das Lied mit den Worten: "A g'sells neis Joa!"

Dabei wurde auch angeregt, neben diesem vom alten Eingang des Turmes herab das "Großer Gott, wir loben Dich" zu blasen. Seine Eintragung endete mit dem frommen Wunsch: "Möge im neuen Jahre all' das Gute in Erfüllung gehen, was nach altem Brauche am Neujahrstage einer dem andern wünscht, und uns allen ein glückseliges Neues Jahr" beschieden sein." Das glückselige neue Jahr wurde von den Herzogenauracher zu "g'sells neis Joah" verkürzt.

Dieses populäre Lied wurde allerorten gesungen, auch auf den Plätzen der Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte diese Aufgabe die Kapelle Engert übernommen, die sich aus Mitgliedern der Kolpingsfamilie Herzogenaurach zusammensetzte. Der Kolpingsmitglieder, damals noch als Gesellenverein bekannt, hatten ihr Gesellschaftslokal beim "Glass".

Rund ein Dutzend Männer der Kolpingsfamilie trafen sich zuerst an der Sakristei der Stadtpfarrkirche. Pünktlich zur Jahreswende stiegen die Bläser auf den Vehnturm und bliesen das einst hier gebräuchliche Neujahrslied. Nach dem Blasen vom Vehnturm sangen sie das Lied zuerst vor dem Pfarrhaus dem Pfarrherren. Dann ertönte es auf den "Tremperli", zuerst am Zusammenstoß Reytherstraße mit der Erlanger Straße vor dem Anwesen Biermann/Erhardt, dann am Marktplatz vor dem Rathaus, anschließend vor dem Wirtshaus "Ziggler", Hauptstraße 71 und zum Schluss am "Plätzla" der Zusammenführung von der Hinteren Gasse mit der Bamberger Straße.

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