Coburg

"Auch ein halbes FSJ kann viel bewirken"

Referenten für Jugend und Freiwilligenengagement beim ASB wissen, warum sie jungen Leuten freiwilliges Engagement empfehlen.
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Im Klettergarten müssen alle Freiwilligendienstleistende das Zusammenarbeiten trainieren.  Foto: Florian Eckardt
Im Klettergarten müssen alle Freiwilligendienstleistende das Zusammenarbeiten trainieren. Foto: Florian Eckardt
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Matthias Englert vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern misst den Freiwilligendiensten hohe Bedeutung zu. Auch Florian Eckardt, der Verbandsreferent des ASB-Kreisverbandes Coburg Land, erklärt, warum vom freiwilligen Dienst nicht nur die Dienststelle, sondern vor allem der Dienstleistende profitiert.

Herr Englert, Sie leiten beim ASB Bayern den Fachbereich Freiwilligendienste. Warum sollte man ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) machen?
Matthias Englert: Die Freiwilligen haben die Chance, viele Erfahrungen in ihrem Dienst zu sammeln, andere Lebenswelten kennenzulernen und daran persönlich zu wachsen. Darüber hinaus bietet der Dienst auch die Möglichkeit, sich nach der Schule die Frage zu beantworten, wie es weitergehen soll. Häufig erhalten die Freiwilligen auch handfeste Qualifikationen, zum Beispiel im Rettungsdienst, die sie später nutzen können.

Auch die Patienten oder Kunden profitieren von den Freiwilligendiensten...
Englert: Ganz genau. Durch den Einsatz der Freiwilligen wird beispielsweise erreicht, dass alte Menschen länger zu Hause leben können. Freiwillige können in der Pflege mehr Zeit für die Betreuung aufbringen - im Vergleich zu den hauptberuflichen Kräften. Der Einsatz der Freiwilligen ist damit nicht nur ein Gewinn für die betreuten Personen, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Muss ein Freiwilligendienst denn immer ein Jahr dauern?
Englert: Nein, wir bieten zum Beispiel das "Freiwillige Soziale halbe Jahr" an. So kann man nicht nur im Herbst, sondern auch im Frühjahr starten. Die Vorteile sind dieselben wie bei einem zwölfmonatigen FSJ: Taschengeld, Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge, Zuschuss zur Unterkunft, Urlaubsanspruch und vieles mehr. Auch ein halbes FSJ kann viel bewirken.

Die Freiwilligen besuchen während des Dienstes auch Seminare. Was sind die Inhalte?
Englert: Die Seminare beruhen auf drei Säulen. Die wichtigste Säule ist die Reflexion des Dienstes. Hier sollen die Freiwilligen sowohl alleine als auch im Austausch mit anderen Freiwilligen ihre Erfahrungen reflektieren. Die zweite Säule ist das Teambuilding - zum Beispiel beim Klettern oder Kanufahren. Denn nur wenn sich die Freiwilligen auch untereinander verstehen, findet ein guter Austausch statt. Die dritte Säule könnte man mit "Themen und Inhalte" umschreiben. Das Spektrum reicht von Krankheitsbildern über den Umgang mit Patienten bis hin zu Themen wie Demokratie oder Sucht.

Herr Eckardt, Sie betreuen die Freiwilligen beim ASB Coburg Land. Wie viele gibt es derzeit bei Ihnen und wo sind diese eingesetzt?
Florian Eckardt: Bei uns im Kreisverband haben wir im Jahrgang 2017/2018 sechs Jugendliche, welche ein FSJ beziehungsweise BFD machen. Eingesetzt sind sie in nahezu allen unseren Tätigkeitsbereichen. Wir haben die Freiwilligen in der Pflege, im Fahrdienst, der Ersten Hilfe, der Verwaltung und der Flüchtlingshilfe.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit den Freiwilligen?
Eckardt: Es ist schön zu sehen, wie sich die Jugendlichen während ihres Dienstes entwickeln. Außerdem macht es Freude, wenn man bei der beruflichen Orientierung behilflich sein kann. Nicht zuletzt bringen auch die Jugendlichen oftmals neue Impulse mit in unsere Einrichtungen. red
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