Haßfurt
Himmlische Aussichten

Auch 2019 wird es nicht ohne Schmerzen gehen: Guten Rutsch!

Guten Rutsch", das haben viele zum Jahreswechsel gewünscht. Einen guten Start in 2019. Gemeint ist auch das Gegenteil: dass wir im neuen Jahr nicht ins Rutschen kommen. Die Gesundheit soll uns nicht w...
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Gotthart Preiser
Gotthart Preiser

Guten Rutsch", das haben viele zum Jahreswechsel gewünscht. Einen guten Start in 2019. Gemeint ist auch das Gegenteil: dass wir im neuen Jahr nicht ins Rutschen kommen. Die Gesundheit soll uns nicht wegrutschen, und das Auto nicht ins Schleudern geraten und die Arbeitsstelle nicht in die roten Zahlen gleiten. Und die Kinder sollen nicht in böse Verführungen hineinschlittern. Und in der Treue der Liebenden soll keiner ausrutschen in der Stunde der Versuchung.

Ein neues Jahr voll wertvoller anvertrauter Zeit, zu schade, um verplempert zu werden. Ja, man darf auch einmal trödeln und die Zeit totschlagen, aber es soll die Ausnahme sein. Irgendwann werden wir wieder sagen: "Ach du liebe Zeit, schon wieder Geburtstag, schon wieder ....."

Das soll sie sein, liebe, liebenswerte wertvolle Zeit. Man muss sie nutzen, nicht nur verstreichen lassen. Solange die Kinder noch im Haus sind, beide Eheleute noch leben. Guten Rutsch, ursprünglich hieß es "guter Ruach", ein hebräisches Wort für den Segen, den jeder zum Leben braucht, ob man vertrauensvoll an Gott glaubt oder sich ihm verweigert. Dafür sind die Sternsinger wieder unterwegs, um ihn für unsere Häuser und für uns zu erbitten.

Auch 2019 wird es nicht ohne Schmerzen gehen. Irgendwann werden wir wieder erschrecken über das, was passiert. Immer wieder Entsetzen über schlimmes Geschehen, eine bittere Enttäuschung, eine Verletzung des Körpers oder der Seele, ein plötzlicher Tod - aber auch immer wieder neue Hoffnung in der Gewissheit, es kommt auch wieder etwas zum Freuen. Etwas, was gelingt, befriedigt, was gut ist. Wir brauchen beides.

Eine Seele, die noch Schmerz empfindet über all die viele Not, die Menschen plötzlich trifft, über das viele Unrecht, das Menschen einander antun. Eine Seele, die sich davon berühren lässt. Aber wir brauchen auch den dankbaren Blick auf das, was Gottes Freundlichkeit uns gewährt. Man kann auch einmal zufrieden sein - und auch anderen etwas gönnen. Und wir brauchen die Hoffnung, den Mut, das Bessere zu erwarten und die Bereitschaft, sich dafür einzusetzen. Ein neues Jahr voller Überraschungen. Gott bietet es uns trotz aller Rutschgefahr als ein gutes unter seinem "ruach", unter seinem Segen an. (Gotthart Preiser ist Regionalbischof a.D.).

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