Grafengehaig
700-Jahr-Feier

Atze Bauer und "Das Eich" rocken und kalauern um die Wette

Wenn man zu einem Abend mit Atze Bauer und "Das Eich" geht, dann soll man sich nicht in die erste Reihe setzen. Denn dann wird man irgendwann im Programm nur blöd von der Bühne herab angemacht. Das ha...
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"Das Eich" Stefan Eichner (links) und Atze Bauer rockten, kalauerten und unterhielten ihr Publikum in der Grafengehaiger Frankenwaldhalle prächtig. Foto: Klaus Klaschka
"Das Eich" Stefan Eichner (links) und Atze Bauer rockten, kalauerten und unterhielten ihr Publikum in der Grafengehaiger Frankenwaldhalle prächtig. Foto: Klaus Klaschka
Wenn man zu einem Abend mit Atze Bauer und "Das Eich" geht, dann soll man sich nicht in die erste Reihe setzen. Denn dann wird man irgendwann im Programm nur blöd von der Bühne herab angemacht. Das hatte sich am Samstag bis nach Grafengehaig herumgesprochen. War aber nur ein Gerücht. Nachdem die Frankenwaldhalle erst ab Reihe zwei bis hinten besetzt war, räumten die beiden Comedians die erste Stuhlreihe einfach zur Seite ...
Trotzdem musste die vorderste zweite Reihe aber nichts befürchten. Niemand wurde angemacht. Im Rahmen der 700-Jahr-Feier Grafengehaigs war schließlich ein seriöses Programm angezeigt. Oder was die beiden halt so für seriös halten.
Vorneweg war aber erst einmal frenetischer Auftrittsapplaus angesagt. Frenetisch! Nicht bloß aweng batschn, weil jemand auf die Bühne kommt. Das musste zuallererst trainiert werden. Immerhin hatte der Kulmbacher Stefan Eichner seinen mittelfränkischen Kollegen Atze Bauer aus Höchstadt/Aisch
vorgewarnt, mit welchen Beifallsstürmen er beim Heimspiel im Oberland empfangen werden würde. Doch erwies sich auch das Grafengehaiger Publikum zunächst der fränkischen Eigenart würdig, erst einmal abzuwarten, was kommt, und sich vorerst zurückzuhalten.


Runter - und wieder rauf

Also: Nach einer Ermahnung an das Publikum noch einmal runter von der Bühne und dann noch einmal der Auftritt. Und die Grafengehaiger hatten schnell gelernt. Wobei sich einige sogar zu einem verstohlenen Johlen hinreißen ließen - manche übertreiben's halt gleich maßlos.
Die meisten hielten ihre Begeisterung den ganzen Abend durch. Womöglich waren sie ja sogar wirklich davon begeistert, was sie fast drei Stunden lang geboten bekamen. Langeweile kam zumindest zu keiner Minute auf. Einer der ersten Gags des
Abends war etwas für Fleischliebhaber: Wenn sechs Fleischklößchen auf dem Teller liegen und eines davon ist vegan, wie nennt man das? Klar: "Russisch
Bulett". Aber so albern ging es nicht weiter. Das Eich jammerte gleich darüber, dass man heutzutage dies und das und jenes wegen der "political correctness" gar nicht mehr sagen könne. Dass ihm das aber wurscht ist, bewies er das ganze Programm hindurch. Dabei machte er sich auch über die heutige Singerei lustig. Dieses Weicheier-Gesäusel, das er wie auch Atze Bauer dann auch bis aufs Äußerste nachäffte.
Die beiden sind halt alte Rocker geblieben. Wenn Atze Bauer sich auch inzwischen der Lyrik zugewandt hat - mit selbst zusammengepappten Reimen, die aber zum Literatur-Nobelpreis wohl nicht ganz reichen. Obwohl seine Ode auf Grafengehaig grundsätzlich preisverdächtig war - "dem Döbraberg so nah - Grofnkaa" und ähnliche Lobhudeleien. Die ortskundige Bevölkerung im Auditorium konnte dem nur zustimmen.


Publikum kommt ins Grübeln

Drei Stunden Fröhlichkeit und Humor waren das Resultat des Abends. Und in der Zugabe deuteten Eichner und Bauer an, woher sie ihre komödiantischen Einfälle bekommen: Aus der Wirklichkeit nämlich. Und aus Redensarten, die einen zum Grübeln bringen müssen. Was zum Beispiel ist, wenn man sich zum zweiten Mal halb totgelacht hat?
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