Tettau

Atlas-Zedern für den Wald

Im Rahmen des "Klima-Arboretum"-Projekts soll in einem Versuchspflanzgarten getestet werden, welche Bäume besser mit den Klimaveränderungen zurechtkommen. Damit beschäftigte sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung.
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Im Rahmen des "Klima-Arboretum"-Projekt Tettau sollen auf den Wald-Kahlflächen zwischen Schauberg und Langenau mögliche zukunftsfähige Bäume für den Frankenwald gepflanzt werden. Ein Baum könnte die Atlas-Zeder sein.  Foto: Martin Körlin/Bayerische Staatsforsten
Im Rahmen des "Klima-Arboretum"-Projekt Tettau sollen auf den Wald-Kahlflächen zwischen Schauberg und Langenau mögliche zukunftsfähige Bäume für den Frankenwald gepflanzt werden. Ein Baum könnte die Atlas-Zeder sein. Foto: Martin Körlin/Bayerische Staatsforsten

Veronika Schadeck Im Wald zwischen Langenau und Schauberg soll ein "Klima-Arboretum"-Projekt durchgeführt werden. Somit bekommt der Markt neben dem Tropenhaus und Flakonglasmuseum ein weiteres und einmaliges Leuchtturmprojekt im Landkreis. Das teilte der Revierleiter Martin Körlin am Montagabend in der Gemeinderatssitzung dem Gremium mit.

Worum geht es? Beim "Klima-Arboretum" handelt sich um einen Versuchspflanzgarten von rund 10 000 Quadratmetern, der in acht umzäunten Parzellen zu je 1000 Quadratmetern unterteilt wird. Den Worten Körlins zufolge sollen auf jeder Fläche jeweils rund 250 Bäume einer Art gepflanzt werden. Diese sollen im Laufe der Jahre Aufschluss darüber geben, ob diese Arten in der Region angebaut werden können.

Flächen für Wildwechsel

Zwischen den einzelnen Parzellen sollen Flächen für Wildwechsel geschaffen werden. Entstehen soll zudem ein Informationspfad und eine Zufahrt zu dem Areal. Wie Körlin weiter berichtete, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Es geht darum, zu erforschen, welche Bäume im Jahre 2100 auf unseren Böden wachsen und gedeihen: "Es geht um die Bäume der Zukunft."

Körlin ging auf die aktuelle Problematik wie Klimaveränderung, Borkenkäfer ein. Das erfordere einen Waldumbau. Durch den starken Käferbefall und der Trockenheit seien in der jüngsten Vergangenheit Kahlfläche entstanden. Er sprach davon, dass die Niederschlagsmengen in der Rennsteig-Region geringer als beispielsweise im südlichen Landkreis seien. Außerdem dringe der Regen nicht in ausreichender Menge in die Böden ein.

Hinzu komme, dass aufgrund der sauren Böden die Bäume nur mangelhaft mit notwendigen Nährstoffen versorgt werden. "Im Wald passiert etwas, was wir noch nicht erlebt haben. Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringt", so Körlin.

Der Revierleiter wies darauf hin, dass die Anzahl von Baumarten, die künftig in der Region gedeihen könnten, begrenzt sei. Man will nun die Baumarten wie Atlas-Zeder, Nordmanntanne, Birke und Eiche zu testen.

Ist es die Eiche?

Körlin ist überzeugt, dass die Eiche sich den klimatischen Veränderungen und Bodenverhältnissen mit am besten anpassen wird. "Wir werden ein Eichenland werden!" Rund 30 000 Euro investiert der Freistaat in dieses Projekt, das überregionale Bedeutung haben wird. Er wies darauf hin, dass sich auch Fachleute und Wissenschaftlicher mit dem "Klima-Arboretum Tettau" auseinandersetzen und teilweise vor Ort die Entwicklung der "Bäume der Zukunft" beobachten werden.

"Das ist eine wunderbare Ergänzung zu unserem Tropenhaus", freute sich Bürgermeister Peter Ebertsch. Und: "Das ist besser für den Tourismus als Tausende von Flyern, die im Papierkorb landen."

Ein anderer Punkt war die "Errichtung einer Werbeanlage" durch die Firma Knabner. Bürgermeister Ebertsch sah darin eine Attraktivierung der Ortsdurchfahrt. Das Gremium erteilte grünes Licht.

Ohne Gegenstimme vergaben die Marktgemeinderäte die Erneuerung von Hardwarekomponenten an der Kläranlage Tettau. Der Auftrag erging für 11 890 Euro an die Firma Seitec/Oberköditz.

Einstimmig befürwortete das Gremium, dass die Schauberger bei den bevorstehenden Wahlen in ihrem Dorf ihre Stimmen abgeben dürfen. Zuvor hatte die Geschäftsleiterin Katharina Morgenthum auf eine Richtlinie hingewiesen, wonach Ortschaften mit weniger als 150 Einwohnern kein eigenes Wahllokal haben sollten.

Unter Punkt "Sonstiges" forderte Heiko Nebatz (SPD) die Verantwortlichen auf bayerischer und thüringischer Seite auf, für die Gemeinschaftsveranstaltung "30 Jahre Grenzöffnung Spechtsbrunn", die am 24. November stattfindet, zu werben.

Weiter wurde der Bürgermeister auf Gerüchte angesprochen, wonach er am Standort Tettau 100 Arbeitsplätze verhindere. "Dies entbehrt jeglicher Grundlage", meinte Ebertsch.

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