Coburg

ASB muss 100 Fahrer entlassen

Weil der Auftrag für die Beförderung der Schüler zu den Förderschulen der Region an einen anderen Bewerber vergeben wurde, bricht der Betriebszweig Schullinie beim ASB komplett weg.
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Der Arbeiter-Samariter-Bund entlässt an drei Standorten Fahrer der sogenannten Schullinie. Foto: CT-Archiv
Der Arbeiter-Samariter-Bund entlässt an drei Standorten Fahrer der sogenannten Schullinie. Foto: CT-Archiv

Es war die denkbar schlechteste Nachricht für die Fahrer der Schullinie des Arbeiter Samariterbundes (ASB). Der Auftrag des Diakonischen Werks für die Beförderung der Schüler zu den Förderschulen in der Region ging an einen anderen Anbieter. Damit verlieren alle dafür bisher eingesetzten Fahrer des ASB ihren Job. Betroffen sind etwa 100 Leute.

"Es war eben nur dieser eine Auftrag, an dem die Schullinie komplett hing", erklärt Verbandsreferent Florian Eckardt, der beim ASB in Neustadt unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Fällt der Auftrag weg, gibt es für die eingesetzten Fahrer keine Arbeit mehr. "Es ist auch eine Frage der Qualifikation. Die Fahrer können ja nicht einfach in der Pflege eingesetzt werden oder Aufgaben in anderen Bereichen übernehmen", erklärt Florian Eckardt. In Neustadt sind 25 Mitarbeiter des ASB von den Entlassungen betroffen.

Keine Spekulationen

Wie die Konkurrenz kalkuliert hat, um das Angebot des ASB bei der Ausschreibung zu unterbieten, weiß Florian Eckardt nicht. Er will da auch nicht spekulieren. Für den ASB kann er sagen, dass die Fahrer nach Mindestlohn bezahlt werden. Die Arbeitszeit beginnt, wenn der Fahrer in sein Fahrzeug steigt. Der Fahrdienst des ASB ist zertifiziert, auch das ist ein Kostenfaktor. Zunächst ist Aufwand für die Zertifizierung erforderlich. Außerdem muss dann auch nach der zertifizierten Arbeitsweise weiter vorgegangen werden. Das erhöht den Aufwand im laufenden Betrieb.

Noch mehr Mitarbeiter sind am Standort Coburg des ASB betroffen. Fahrdienstleiter Rüdiger Fischer spricht von 60 Personen. Ob einige davon beim neuen Anbieter unterkommen werden, weiß er nicht. Der sollte wohl Bedarf haben, denn er baue den Dienst erst neu auf. Aber ob jemand eine weite Anfahrt zur Arbeitsstelle auf sich nimmt, wenn er Mindestlohn bezieht, ist die Frage.

Wie viele Fahrer genau beim ASB in Kronach betroffen sind, der ebenfalls die Schullinie mit bediente, weiß Rüdiger Fischer nicht genau. Aber auch wenn der Standort dort etwas kleiner ist als der in Neustadt, dürften am Ende eben rund 100 Betroffene zusammenkommen.

Ausschreibung vorgeschrieben

Seitens des Diakonischen Werkes wird auf die gesetzliche Pflicht zur Ausschreibung dieses Auftrags verwiesen. Im Zuge dieser Ausschreibung durch das Schulförderzentrum habe der Wettbewerber das günstigere Angebot abgegeben und daher den Zuschlag bekommen.An dieser Verfahrensweise führe kein Weg vorbei.

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